Um sie kommt man im E-Commerce derzeit nicht herum: Progressive Web Apps (PWAs). Spricht man mit Entwicklern oder Händlern in der E-Commerce-Branche, wird schnell klar, warum Online-Händler künftig auf diese neuartigen Web-Anwendungen setzen sollten.
(Quelle: Magento)
Um sie kommt man im E-Commerce derzeit nicht herum: Progressive Web Apps (PWAs). Das wurde nicht nur auf der kürzlich in Leipzig stattgefundenen Konferenz Meet Magento klar. „PWAs sind die Zukunft – egal, ob Sie Händler oder Entwickler sind – setzen Sie in Ihrem nächsten Projekt auf PWAs“, legte Peter Sheldon, Senior Director Strategy bei Magento, den Zuhörern nahe. Spricht man mit Entwicklern oder Händlern in der Branche, bestätigt sich diese Einschätzung. Wenn Onlinehändler in Zukunft erfolgreich sein wollen, sollten sie auf PWAs nicht verzichten
Progressive Web Apps: was ist das eigentlich?
Im Grunde genommen ist die Bezeichnung irreführend. Bei Progressive Web Apps handelt es sich nicht um Apps, sondern um Web-Anwendungen, die die Möglichkeiten herkömmlicher Webseiten mit den Funktionen von nativen Apps kombinieren. Der Bedarf an solchen Lösungen ist bereits enorm und wird in den kommenden Jahren weiter steigen.
Laut Statista verwendeten im vergangenen Jahr 68 Prozent der deutschen Internetnutzer Mobilgeräte, um auf das Web zuzugreifen. Dieser Anteil wird in den nächsten Jahren weiter zunehmen, genauso wie die Zahl der Personen, die Online-Käufe über Mobilgeräte abwickeln. Prognosen zufolge werden Mobile Shopper im Jahr 2020 zwei Drittel aller Online-Käufer ausmachen.
Für Online-Händler bedeutet das, dass sie nicht nur eine Desktop-Version ihres Internetauftritts anbieten müssen. Wollen sie die mobile Zielgruppe erreichen, brauchen sie zusätzlich eine mobile Website und eine App. Das geht mit einem erheblichen Entwicklungsaufwand und folglich auch hohen Kosten einher. An dieser Stelle kommen Progressive Web Apps ins Spiel. Kunden können sie über eine URL aufrufen, gleichzeitig stellt eine PWA aber auch Offline-Funktionen bereit. Im Prinzip kann man sagen: Eine PWA ist eine Website – und gleichzeitig eine App.
Für Händler bietet das einen enormen Vorteil: Sie müssen lediglich eine PWA entwickeln, und nicht mehr eine Desktopwebseite, eine mobile Version und eine Smartphone-Applikation. Der mehrfache Entwicklungsaufwand entfällt. Die Nutzer können die PWA im Browser von einem beliebigen Endgerät aus aufrufen oder ein Icon auf dem Startbildschirm ihres Handys hinzufügen und sie somit wie eine gewöhnliche App nutzen. Dadurch, dass Händler nicht mehr verschiedene Versionen der App für die verschiedenen Betriebssysteme wie IOS und Android anbieten und kontinuierlich aktualisieren müssen, sinken auch die Entwicklungskosten. Außerdem sind bei der Entwicklung von PWAs im Gegensatz zu nativen Apps keine aufwendigen und kostenintensiven Kompatibilitätsprüfungen erforderlich.
Mit Progressive Web Apps die Customer Experience verbessern
Laut einer von Google durchgeführten Studie verlassen 53 Prozent der Internetnutzer eine Website, wenn es länger als drei Sekunden dauert, bis sie geladen ist. Damit stellen lange Ladezeiten immer noch einen der häufigsten Gründe dar, warum potentielle Kunden eine Internetseite verlassen. Die Google-Studie kam auch zu dem Ergebnis, dass eine durchschnittliche Website auf einem Smartphone mit 3G-Internetverbindung 22 Sekunden braucht, bis sie vollständig geladen ist. Dieser Wert ist fatal. Schließlich ist die Konkurrenz im Internet immer nur einen Klick entfernt. Ist ein Nutzer genervt, weil die Seite zu langsam lädt, wechselt er eben zum nächsten Onlineshop.
Hier besteht für Händler also die Möglichkeit, sich von den Mitbewerbern abzuheben, indem ihr Onlineshop deutlich schneller lädt und somit schnelleres Browsing durch die Produktwelten ermöglicht. Will man das erreichen, wird man um PWAs nicht herumkommen. Progressive Web Apps speichern Inhalte im Cache, was zur Folge hat, dass nicht die komplette Website geladen werden muss, sondern nur ein Teil der Inhalte. Das führt generell zu einer Verkürzung der Ladezeiten. Vor allem in Gebieten mit schlechter Netzabdeckung beschleunigen PWAs den Seitenaufbau erheblich. Außerdem ermöglichen es die gespeicherten Inhalte, die PWA auch komplett offline zu nutzen – wie eine native App. Updates sind nicht nötig, da sich die PWA automatisch aktualisiert, sobald man sie online aufruft.
Progressive Web Apps sind die besseren Apps
PWAs bieten einen weiteren signifikanten Vorteil: Da sie mittels URL aufrufbar sind, können alle Inhalte einer PWA in Suchmaschinen gefunden werden und die User müssen die App nicht in einem App Store herunterladen. In Zeiten, in denen immer mehr Smartphone-Besitzer die vergleichsweise aufwändige Installation von Apps scheuen, bieten über eine URL aufrufbare PWAs eine einfache Alternative. Zudem hat das mobile Internet eine viel höhere Reichweite als die App Stores der einzelnen Smartphone-Betriebssysteme, weshalb Marketer mit Progressive Web Apps ein deutlich breiteres Publikum erreichen. Über die Weitergabe der URL können Unternehmen ihre PWA zudem einfacher über soziale Netzwerke teilen als eine native App.
Stand: 16.12.2025
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Zwar können Händler mittlerweile mit vielen E-Commerce-Plattformen Progressive Web Apps entwickeln, allerdings setzen die meisten Shop-Systeme auf Drittanbieter-Lösungen. Eine deutlich einfacher zu bedienende Alternative, die keine Kompatibilitätsprobleme mit sich bringt, bieten Plattformen mit eigener PWA-Integration. Eines der wenigen Shop-Systeme, das in eine eigene PWA-Integration investiert hat, ist Magento mit seinem PWA Studio.
Die Lösung ermöglicht es Händlern und Entwicklern, die Funktionen der Zukunftstechnologie auszuschöpfen. Dabei profitieren sie von der Integration in die Adobe Experience Cloud. Das bedeutet, dass Nutzern der Shop-Software mit der Advertising-, Marketing- und Analytics-Cloud neben den üblichen E-Commerce-Funktionen auch Werkzeuge zur Verfügung stehen, mit denen sie Werbung intelligent vernetzen, effektives Marketing betreiben und Traffic- und Kundendaten analysieren können. Während das Cloud-Paket von Adobe bislang vor allem auf Großunternehmen ausgerichtet war, will man nach der Integration von Magento auch maßgeschneiderte und kostengünstige Bundles für den Mittelstand anbieten.
(Quelle: Magento)
Über den Autor: Henryk Fiedler ist Senior Commerce Solutions Leader bei Magento und erfahrener Experte für E-Commerce und Omnichannel-Retail mit mehr als sieben Jahren Beratungserfahrung. Er ist auf die digitale Transformation und Omnichannel-Retail-Projekte spezialisiert und hat bereits zahlreiche internationale Handelsunternehmen bei der Planung und Umsetzung ihrer individuellen Omnichannel-Strategie unterstützt. (sg)