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Zu jung fürs Internet? – Europas Alters-Check-App wird zum Datenschutz-Stresstest

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Die neue EU-Alterscheck-App: Datenschutzfreundlich oder Bürokratiemonster?

Die geplante Altersverifikations-App ist Teil des größeren Projekts der European Digital Identity Wallet (EUDI-Wallet), die ab 2026 eine freiwillige, EU-weit einheitliche digitale Identität bieten soll.

Nutzer könnten damit ihr Alter nachweisen, ohne persönliche Daten wie Name oder Geburtsdatum preiszugeben – dank Technologien wie Zero Knowledge Proofs (ZKPs). Ein Gewinn für Datenschutz und digitale Selbstbestimmung, sagen Befürworter. Doch Kritiker sehen offene Fragen: Wer ist zur Nutzung verpflichtet? Wer kontrolliert den Einsatz? Und was ist mit Menschen ohne Smartphone oder technischem Zugang?

Der politische Druck steigt – Plattformen stehen in der Pflicht

Für Plattformbetreiber, Werbetreibende und Anbieter digitaler Dienste gilt: Die Zeit der regulatorischen Grauzonen im Jugendmedienschutz neigt sich dem Ende zu. Die geplante App ist dabei nicht nur ein technisches Werkzeug, sondern ein politisches Signal.

Auch wenn eine Integrationspflicht derzeit noch aussteht, ist klar: Die Weichen für mehr Verantwortung im Umgang mit minderjährigen Nutzern sind gestellt. Die Diskussion rund um digitalen Kinderschutz wird nicht abreißen. Ob der digitale Jugendschutz hält, was er verspricht, wird sich nicht an der Technik entscheiden, sondern an der Umsetzung.

EU-Alters-Check-AppMelanie Ludolph
ist Rechtsanwältin bei der europäischen Wirtschaftskanzlei Fieldfisher. Seit fast zehn Jahren berät sie Unternehmen und internationale Konzerne aus verschiedenen Branchen zu allen Aspekten des Datenschutzrechts sowie angrenzenden Rechtsgebieten.

Bildquelle: Fieldfisher

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