Digitale Shopper-Aktivierung Enorme Chancen für den stationären Handel

Ein Gastbeitrag von Nicole Bucher 5 min Lesedauer

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Die digitale Shopper-Aktivierung bietet dem stationären Handel neue Chancen. Durch gezielte und kanalübergreifende Kommunikation können Händler die Kundenbindung stärken und Umsätze nachhaltig steigern. Welche praxisnahen Strategien zum Erfolg führen.

(Bild:  Montri/Adobe Stock)
(Bild: Montri/Adobe Stock)

Wie die aktuelle Studie „State of Shopping“ von Offerista und Shopfully zeigt, erfolgt die Einkaufsplanung größtenteils online, während der Einkauf weiterhin stationär bevorzugt wird. Dies unterstreicht das enorme Potenzial digitaler Kanäle für den stationären Handel. Shopper-Aktivierung: Digitale Kanäle bieten die Möglichkeit, Kunden personalisiert und zur richtigen Zeit mit relevanten Angeboten anzusprechen, was die Wahrscheinlichkeit eines Ladenbesuches erhöht. Diese Maßnahmen tragen nicht nur zur Umsatzsteigerung bei, sondern stärken auch die Kundenbindung und die Loyalität gegenüber dem Händler. 

Kanalübergreifende Angebotskommunikation im Handel

Eine der größten Herausforderungen für Händler besteht darin, eine kanalübergreifende Kommunikation zu schaffen, die alle relevanten Touchpoints der Customer Journey abdeckt. Da der Medienkonsum der Konsumenten sich diversifiziert hat und es keine einheitliche Persona mehr gibt, reicht ein einzelner Kanal nicht mehr aus. Eine 360-Grad-Ansprache, die diverse digitale Kanäle integriert, ist unerlässlich, um die Konsumenten zur richtigen Zeit mit der richtigen Botschaft zu erreichen. 

Hierbei spielt der Einsatz von Omnichannel-Marketing eine zentrale Rolle, um die Kundenansprache personalisiert und effizient zu gestalten. Händler müssen sicherstellen, dass ihre Botschaften auf allen Kanälen konsistent und ansprechend sind, um eine nahtlose und überzeugende Customer Journey zu gewährleisten. Die Herausforderung besteht darin, die verschiedenen Kanäle effektiv zu kombinieren und die richtigen Botschaften zur richtigen Zeit am richtigen Ort an die richtigen Zielgruppen zu senden.

Nachhaltige Umsatzsteigerung durch Shopper-Aktivierung

Eine gezielte Shopper-Aktivierung kann effektiv dazu beitragen, die Umsätze in den Filialen zu steigern und langfristig die Kundenbindung zu stärken. Wichtig ist es jedoch, nicht im Blindflug zu agieren, sondern, den Erfolg der Maßnahmen messbar zu machen. Mittels Werbewirksamkeits- und Abverkaufsanalysen auf Basis realer Kassenbon-Daten, können Händler die Effekte ihrer digitalen Strategien nachvollziehen und gezielt optimieren. 

Angesichts von Budgetgrenzen und der Notwendigkeit, den Media-Mix kontinuierlich anzupassen, ist die Messung der Werbewirkung der Maßnahmen von entscheidender Bedeutung. Nur so können Händler sicherstellen, dass ihre Investitionen in digitale Shopper-Aktivierung auch tatsächlich den gewünschten Erfolg in den Kassen bringen. Es ist unerlässlich, kontinuierlich zu überprüfen, welche Maßnahmen den größten Einfluss auf den Umsatz, Absatz und die Kundenfrequenz haben, um Ressourcen effizient zu nutzen und den Return on Investment (ROI) zu maximieren.

Digitalisierung als Schlüssel zum Erfolg im stationären Handel

Die digitale Shopper-Aktivierung bietet dem stationären Handel enorme Chancen, seine Umsätze zu steigern und die Kundenbindung zu stärken. Durch die Berücksichtigung des sich wandelnden Medienkonsums der Konsumenten und einer darauf eingehenden umfassenden, kanalübergreifenden Marketingstrategie können Händler ihre Kunden zielgerichtet ansprechen. Die Herausforderungen, vor denen Marketer stehen, können durch eine gezielte Messung und Optimierung der Maßnahmen gemeistert werden. Durch kontinuierliche Messungen können Händler ermitteln, welche Werbebotschaften am wirkungsvollsten sind, welche Werbekanäle den größten Erfolg verzeichnen und welche konkreten Umsatz- und Absatzsteigerungen durch digitale Werbemaßnahmen in den Filialen erzielt wurden. 

Ansätze zur digitalen Shopper-Aktivierung im Handel

Händler können durch folgende praktischen Ansätze und Strategien Konsumenten in ihre Filialen locken:

Hyperlokale Aussteuerung: Durch den Einsatz von Geolokalisierung können Händler gezielt Kunden in der Nähe ihrer Filialen mit maßgeschneiderten Angeboten ansprechen. Beispielsweise können standortbasierte Push- und Pull-Kanäle genutzt werden, um gezielt Besuche im Geschäft zu fördern oder um beispielsweise Neueröffnungen zu bewerben. Diese präzise Ansprache kann die Kundenfrequenz erhöhen und den Umsatz signifikant steigern. Durch die Nutzung standortbezogener Daten können Händler zudem Streuverluste minimieren und das Kaufverhalten und die Präferenzen der lokalen Kunden besser verstehen, was zu einer gezielteren und effektiveren Marketingstrategie führt.  

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Ergänzung der Prospekt-Plattformen: Die ausschließliche Nutzung von Prospekt-Plattformen fokussiert sich in erster Linie auf Bestandskunden und Käufer, die ohnehin bereits einen Einkauf planen. Dieser Ansatz vernachlässigt jedoch das Potenzial, Neukunden und Kunden des Wettbewerbs zu erreichen. Ein cleverer Traffic-Mix entlang der gesamten Customer Journey ist entscheidend, um auch diese Zielgruppen anzusprechen.Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl weiterer Plattformen, die für Shopper besonders relevant sind und eine breitere Zielgruppe ansprechen. 

Dazu gehören unter anderem Wallets, Einkaufslisten-Apps, Rezeptportale, Couponing-Apps und viele weitere Plattform, die Millionen von interessierten Konsumenten erreichen. Sie bieten vielfältige Touchpoints, über die Händler gezielt Angebote platzieren können, um sowohl bestehende als auch potenzielle neue Kunden anzusprechen.In diesem Zusammenhang ist es auch wichtig, das Konzept von digitalen Prospekten neu zu denken. Anstatt lediglich traditionelle Print-Prospekte digital abzubilden, sollten Händler digitale Formate nutzen, die interaktive Inhalte bieten und an den jeweiligen Kanal adaptiert werden. Diese neuen Formate ermöglichen eine native digitale User Experience, deutlich mehr Flexibilität und eine bessere Interaktion mit den Konsumenten.

Effektive Ansprache der GenZ: Bewegtbild ist King. 90 Prozent der jungen Konsumenten schauen sich in ihrer Freizeit Videos auf Social-Media-Plattformen an. Am beliebtesten ist dabei der Kanal TikTok, der von 60 Prozent bevorzugt wird, gefolgt von Instagram mit 51 Prozent und YouTube mit 42 Prozent. Wenn Händler die Gen Z erreichen möchten, sollten sie diese Kanäle nicht vernachlässigen und insbesondere auf Video-Content setzen.

Social Media und Influencer Marketing sind entscheidende Instrumente, um die Kundenbindung zu stärken und eine größere Reichweite in der jungen Zielgruppe zu erzielen. Durch Videos und Creator-generierten Inhalte, die authentische und glaubwürdige Empfehlungen aussprechen, lässt sich das Vertrauen der Konsumenten gewinnen. Diese Empfehlungen können gezielt genutzt werden, um Kunden nicht nur online, sondern auch direkt in die Geschäfte zu ziehen. 

Shopper-Aktivierung im Handel ist relevanter denn je

Angesichts der aktuellen Entwicklungen im Konsumentenverhalten und den technologischen Möglichkeiten ist das Thema digitale Shopper-Aktivierung aktueller und relevanter denn je. Es ist wichtig, dass Händler die Entwicklungen nicht einfach nur mitgehen, sondern auch messen, ob die neuen Maßnahmen erfolgversprechend sind. Nur so können sie sich einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil sichern und langfristig erfolgreich am Markt bestehen.

Shopper-AktivierungNicole Bucher
ist Chief Growth Officer bei der Offerista Group. Das Unternehmen bietet Cross-Channel-Lösungen für Handelsunternehmen und Hersteller an.

Bildquelle: Offerista