GEO und LLM-Optimierung Sichtbarkeit im Web: ChatGPT versus Google – wer performt besser?

Verantwortliche:r Redakteur:in: Stefan Girschner 4 min Lesedauer

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Während KI-Übersichten von Google (AI Overviews) Händler nur in vier Prozent der Fälle als Quellen nennen, verlinkt ChatGPT in 36 Prozent der Antworten direkt auf große Einzelhändler wie Amazon, zeigt eine Analyse von Search Engine Land. Dies hat Auswirkungen auf die Sichtbarkeit im Web.

(Bild:  © Sutthiphong/stock.adobe.com)
(Bild: © Sutthiphong/stock.adobe.com)

Der Grund für diese großen Unterschiede bei der KI-Sichtbarkeit liegt in der Priorisierung der Quellen: ChatGPT verweist in über einem Drittel der Shopping-relevanten Antworten direkt auf große Einzelhändler, die KI fungiert damit als direkter Wegweiser zum Warenkorb. Die Google AI Overviews hingegen setzen in ihren KI-Zusammenfassungen primär auf redaktionelle Inhalte. Anstatt Händler zu nennen, zitiert Google bevorzugt YouTube-Reviews, Reddit-Diskussionen oder Testberichte von Magazinen.

Sichtbarkeit in Chatbots als Herausforderung für Händler

Das hat dann für Einzelhändler direkte Folgen: ChatGPT fungiert oft als Berater, der Optionen eingrenzt und den Nutzer erst dann auf eine Website leitet, wenn dieser bereits kaufbereit ist. Fallstudien zeigen, dass der Traffic von ChatGPT auf E-Commerce-Websites um das 4- bis 9-fache besser konvertiert als die organische Google-Suche. Besucher, die über ChatGPT kommen, verbringen rund ein Drittel mehr Zeit auf der Zielseite als Nutzer von Google.

Doch da stellt sich natürlich die Frage: Sind Konsumenten letztendlich auch bereit über ChatGPT zu kaufen, vertrauen sie dem KI-Agenten? „Ja, die Bereitschaft wächst rasant, auch wenn das Vertrauen noch eine Hürde darstellt. Aktuelle Studien zeigen, dass ChatGPT sich von einem Spielzeug zu einem entscheidenden Shopping-Berater entwickelt hat“, sagt Mare Hojc, Gründer und CEO von AN Digital und Experte für GEO und Sichtbarkeit in Chatbots wie ChatGPT, Perplexity und AI Overview. AN Digital ist spezialisiert auf GEO, SEO und LLM-Optimierung, um die Sichtbarkeit in Google und in KI-Chats messbar zu verbessern.

Generative Engine Optimization (GEO)

Definition: GEO ist eine digitale Marketingstrategie, die Inhalte für die Sichtbarkeit und genaue Darstellung in Antworten von KI-gesteuerten generativen Engines wie ChatGPT oder Google Gemini optimiert. Es zielt darauf ab, die Sichtbarkeit von Marken und Unternehmen in AI-gestützten Suchergebnissen zu verbessern.

Entstehung: GEO entstand zwischen 2023 und 2024, als sich die Plattformen von linkbasierten Ergebnissen zu synthetisierten Antworten entwickelten, was eine Anpassung über die traditionellen Suchmaschinenoptimierung (SEO) hinaus erforderte.

Unterschiede zur SEO:
1. Zielgruppe: GEO zielt auf KI-Modelle ab, während SEO sich auf traditionelle Suchmaschinen konzentriert.
2. Zielsetzung: GEO soll die genaue Einbeziehung und Zusammenfassung von Inhalten durch KI gewährleisten, während SEO darauf abzielt, Klicks zu steigern.
3. Format der Ergebnisse: GEO liefert direkte, synthetisierte Antworten, während SEO eine Liste von Links bereitstellt.

Vertrauen der Verbraucher zu KI-Agenten

Auch zum Vertrauen zu KI-Agenten gibt es aktuelle Studien und Umfragen. Laut der Studie „Consumers Trust AI to Buy Better“ von der Boston Consulting Group vertrauen 65 Prozent der Konsumenten aller Altersgruppen der KI beim Preisvergleich, aber nur 14 Prozent würden ihr derzeit zutrauen, eine Bestellung autonom in ihrem Namen auszuführen. Und lediglich 45 Prozent der Nutzer glauben, dass KI-Empfehlungen wirklich auf ihren persönlichen Interessen basieren und nicht durch versteckte Werbung beeinflusst sind. 

Die größten Barrieren für das Vertrauen sind Zahlungssicherheit (32 Prozent) und Datenschutz (26 Prozent). Konsumenten nutzen ChatGPT also vor allem, um Komplexität zu reduzieren, beispielsweise mit der Frage „Welches E-Bike passt zu mir?“. Mare Hojc erklärt den Zusammenhang: „Sie vertrauen der KI als persönlichem Concierge bei der Auswahl, bevorzugen aber für das Bezahlen weiterhin die vertraute Umgebung etablierter Onlineshops.“

Umsetzung von GEO

Mit folgenden sechs Maßnahmen lässt sich Generative Engine Optimization (GEO) umsetzen:

  • Strukturierte Inhalte: Verwende Überschriften, Aufzählungen und kurze Absätze, um das Parsing durch KI einfach zu gestalten. Dies hilft der KI, die wichtigsten Informationen schnell zu erfassen. 

  • Autoritative Elemente: Integriere Zitationen, Statistiken und Expertenzitate, um das Vertrauen in die bereitgestellten Informationen zu stärken. 

  • Semantische Verbesserungen: Nutze schema.org Markierungen, um den Kontext von Inhalten zu verdeutlichen und die Relevanz für die KI zu erhöhen.

  • Gesprächsstil: Schreibe in einem Frage-und-Antwort-Format, das den Interaktionen zwischen Nutzern und KIs entspricht, um eine höhere Engagement-Rate zu erzielen.

  • Fortlaufende Wartung: Halte die Inhalte regelmäßig aktuell, um ihre Relevanz zu gewährleisten und den Nutzern stets die neuesten Informationen bereitzustellen.

  • Technische Anpassungen: Optimiere die Struktur der Website, überwache die Leistung von KI-Modellen und trainiere sie mit markenspezifischen Daten, um bessere Ergebnisse zu erzielen.

Sichtbarkeit: Die Bereitschaft zum Kauf wächst

Frägt man gezielt hingegen jüngere Konsumentengruppen, fallen die Antworten anders aus: Rund 37 Prozent der Gen Z und Millennials nutzen KI-Tools wie ChatGPT bereits aktiv für Kaufentscheidungen. In den USA gilt ChatGPT inzwischen als der zweitwichtigste Einstiegspunkt für Kaufabsichten, noch vor Handels-Schwergewichten wie Walmart oder eBay, zeigt eine Umfrage von Consumer Fusion, einem Softwareunternehmen aus San Diego, das sich auf KI-gestütztes Reputationsmanagement spezialisiert hat.

Das Fazit von Mare Hojc lautet: „Zwar sollte man als Händler auch eine Einschränkung kennen: Google dominiert weiterhin das Gesamtvolumen. Der Traffic von KI-Plattformen macht derzeit oft weniger als ein Prozent des gesamten Web-Traffics aus, wächst jedoch rasant. So ist der Traffic auf Einzelhandels-Webseiten ist im Vergleich zum Vorjahr um bis zu 520 Prozent gestiegen.“

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