Viele Unternehmen haben es sich zum Ziel gesetzt, nur noch das zu produzieren, was wirklich gebraucht wird – und das unter fairen Bedingungen. Doch wie können diese positive Veränderungen zugunsten der Nachhaltigkeit herbeiführen, ohne an Wettbewerbsfähigkeit einzubüßen? Und welche Rolle spielen dabei gesetzliche Regularien und die Unternehmenskultur?
(Bild: brutto film/Adobe Stock)
Extreme Hitze, Dürre und der Anstieg des Meresspiegels– die langsam aber sicher spürbaren Folgen des Klimawandels sind das Ergebnis unseres jahrelangen Massenkonsums. Dass dieser weiterhin auf Hochtouren läuft, zeigt auch das rasante Wachstum chinesischer Firmen wie Temu und Shein, die den europäischen und amerikanischen Markt mit Billigprodukten überschwemmen. Trotzdem werden sich aber auch immer mehr Konsumenten bewusst, welche Auswirkungen ihr Kaufverhalten auf die Umwelt hat. Um die Umweltbelastung durch die Massenproduktion zu reduzieren und bewusster zu konsumieren, suchen sie vermehrt nach nachhaltigen Produkten und verantwortungsbewussten Herstellern.
Auch viele Unternehmen haben erkannt, dass Nachhaltigkeit mehr als nur ein Trend ist. Sie wollen den Aspekt sukzessive in ihre Geschäftsmodelle und Produktionsprozesse integrieren, um den wachsenden Bedürfnissen umweltbewusster Verbraucher*innen gerecht zu werden und einen positiven Einfluss auf Gesellschaft, Menschen und Umwelt zu haben. Dabei stehen sie vor der großen Herausforderung, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit in Einklang zu bringen und innovative Ansätze für ihre Geschäftsmodelle zu finden.
Nachhaltigkeit als Wettbewerbsvorteil nutzen
Aktuell sieht sich der Handel mit diversen Anforderungen konfrontiert. Dazu zählen vor allem die zunehmende Digitalisierung des Einkaufsverhaltens und der damit einhergehende steigende Wettbewerbsdruck sowie sich verändernde Kundenbedürfnisse und -erwartungen. Unternehmen müssen hier langfristige Lösungen finden, um Kosten zu senken, die Kunden- und Mitarbeiterbindung zu erhöhen und Prozesse für die Effizienzsteigerung zu optimieren. Der Aspekt der Nachhaltigkeit wird dabei in Zukunft richtungsgebend sein. Folgende Lösungsansätze und Herangehensweisen zur Integration von Nachhaltigkeit in die Geschäftsprozesse helfen Unternehmen, wettbewerbsfähig zu bleiben:
Anpassung von Geschäftsmodellen an die Kreislaufwirtschaft: Das Ziel der Kreislaufwirtschaft ist es, Ressourcen effizienter zu nutzen und Abfälle zu minimieren, indem Produkte und Materialien im Produktionskreislauf gehalten werden. Unternehmen die Produkte langlebig, reparierbar und wiederverwendbar gestalten, reduzieren nicht nur den ökologischen Fußabdruck ihrer Produktionsprozesse, sondern sparen durch die Wiederverwertung auch erhebliche Kosten.
Reduzierung der Retourenquoten: Retouren verursachen ebenfalls oft hohe Kosten und belasten die Umwelt durch zusätzliche Transporte und weiteres Verpackungsmaterial. Dem können Unternehmen entgegenwirken, indem sie beispielsweise verbesserte Produktbeschreibungen, detaillierte Größenangaben und virtuelle Anprobe-Tools anbieten, um Fehlkäufen zu reduzieren. Neben der Kostenreduktion führt dies auch zu einer Verbesserung des ökologischen Fußabdrucks und zu einer höheren Kundenzufriedenheit.
Verkauf von B-Ware: Produkte mit kleinen Schönheitsfehlern werden von vielen Unternehmen oft einfach weggeworfen, da sie sich nicht als neuwertig weiterverkaufen lassen. Dabei ist ihre Funktionalität in der Regel gar nicht beeinträchtigt. Um zu vermeiden, dass funktionsfähige Produkte verschwendet werden, ist es möglich, spezielle Verkaufskanäle oder bereits bestehende Plattformen für genau diese Refurbished-Ware zu schaffen beziehungsweise zu nutzen. So wird Müll reduziert und die Kunden erhalten gleichzeitig eine attraktive und günstigere Alternative.
Anpassung der Customer Experience: Um nachhaltigkeitsbewusste Kunden zu gewinnen und zu binden, müssen Händler ein umfassendes nachhaltiges Kundenerlebnis schaffen, das die ökologische und soziale Verantwortung des Unternehmens integriert. Um dies zu erreichen, bieten sich etwa nachhaltige Verpackungen, umweltfreundliche Lieferoptionen und mehr Transparenz über die Herkunft und Produktionsbedingungen ihrer Produkte an.
Einsatz neuer Technologien: Auch neue Technologien zur Prozessautomatisierung und Qualitätssicherung, wie künstliche Intelligenz oder eine datengestützte Optimierung, lassen sich nutzen, um verschiedene Aspekte in der Produktion und Logistik zu verbessern. So sind KI-Tools beispielsweise dazu in der Lage, Produktionsprozesse in Echtzeit zu überwachen und dadurch den Energieverbrauch zu senken, den Materialeinsatz zu optimieren und die effizientesten Transportwege im Lager zu berechnen. Durch diese Optimierung der Produktions- und Lieferketten helfen sie Unternehmen dabei ihre Effizienz zu steigern, Kosten zu senken und ihren ökologischen Fußabdruck zu verringern.
Stand: 16.12.2025
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Nachhaltigkeit erfordert Umdenken auf allen Ebenen
Damit die Verankerung von Nachhaltigkeit langfristig gelingt, müssen Unternehmen nicht nur technologische und ökonomische Lösungsansätze berücksichtigen, sondern auch einen umfassenden Wandel der Unternehmenskultur aktiv vorantreiben. Denn eine ökologische und soziale Neuausrichtung der Geschäfts- und Arbeitsprozesse erfordert das Umdenken auf allen Unternehmensebenen. Es ist wichtig, alle Mitarbeitenden – von der Geschäftsführung bis zur Basis – für das Thema Nachhaltigkeit zu sensibilisieren und in den Wandel einzubinden. Nur so kann eine tiefgreifende Kultur der Verantwortungsfähigkeit wachsen.
Schulungen und Informationskampagnen tragen dazu bei, das Bewusstsein für Nachhaltigkeit zu stärken und die Beschäftigten zu motivieren, sich aktiv an der Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele zu beteiligen. Dabei ist es wichtig, die Bemühungen transparent zu kommunizieren. Zudem sind klare Ziele und Leistungsindikatoren zu definieren, um zu kontrollieren und sicherzustellen, dass die getroffenen Maßnahmen auch tatsächlich greifen und sich positiv auf die Umwelt auswirken. Nur so wird die abteilungsübergreifende Zusammenarbeit von der Produktion bis zum Marketing und die Bereitschaft, Prozesse zu überdenken und anzupassen, langfristig erfolgreich sein.
Klimaschutz per Gesetz: Das müssen Unternehmen im Blick behalten
Angesichts der wachsenden Bedrohung durch den Klimawandel wurde in den letzten Jahren auch der Ruf nach gesetzlichen Regelungen lauter, die den Klimaschutz vorantreiben sollen. Mittlerweile gibt es eine wachsende Anzahl von Ländern, die konkrete Gesetze und Vorschriften zum Klimaschutz eingeführt haben und weitere Maßnahmen erwägen. Dazu zählen beispielsweise die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) der EU, das EU-weite Verbot für Greenwashing, die EU-Ökodesign-Richtlinie für eine umweltgerechte Gestaltung von Produkten, die europäische Gebäudeenergieeffizienz-Richtlinie (EPBD) oder das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz.
Diese gesetzlichen Richtlinien werden den Handel in den nächsten Jahren maßgeblich formen und Unternehmen zunehmend dazu anhalten, transparent über die von ihnen verursachten Emissionen zu informieren. Nachhaltigkeit wird damit sukzessive zu einer gesetzlich verankerten Verpflichtung. Diese Vorgaben müssen zukünftig auch die Grundlage für die strategische Ausrichtung der Unternehmen bilden und ihnen als Orientierung dienen, um digital, transparent und nachhaltig zu wirtschaften.
An nachhaltigen Produkten führt kein Weg vorbei
Auch in den nächsten Jahren werden die Ansprüche der Verbraucher an nachhaltige Produkte und Dienstleistungen weiter steigen. Für Unternehmen bedeutet dies, dass sie Nachhaltigkeit so schnell wie möglich als wesentlichen Teil ihres Geschäftsmodells etablieren müssen, um den neuen Anforderungen gerecht zu werden und gleichzeitig ihre Glaubwürdigkeit zu bewahren. Dazu benötigen sie technologisch, ökonomisch, ökologisch und sozial sinnvolle Lösungsansätze, um ihre Geschäfts- und Produktionsprozesse nachhaltiger zu gestalten und dies in ihrer Unternehmensphilosophie zu verankern.
Aber Vorsicht: Greenwashing, also der Versuch, ein umweltfreundliches Image zu schaffen, ohne entsprechende Maßnahmen umzusetzen, kann langfristig zu einem Vertrauensverlust bei Kunden und Mitarbeitern führen. Auch gesetzliche Regularien wie die CSRD oder das Verbot von Greenwashing setzen Unternehmen zunehmend unter Druck, nachhaltige Lösungen umzusetzen und transparent darzustellen. Wer hier den Anschluss verpasst, riskiert neben wirtschaftlichen Einbußen auch rechtliche Konsequenzen.
Caroline Mehner berät als Consultant bei der Telekom MMS Kunden zu zeitgemäßen Lösungen für E-Commerce und entwickelt im Dialog mit Kunden maßgeschneiderte Konzepte für den digitalen Handel. Die Telekom MMS begleitet Unternehmen bei der digitalen Transformation und entwickelt zukunftsfähige Geschäftsmodelle für digitale Erlebnisse.