Online-Betrug Spoofing killt Umsatz: So werden E-Mails fälschungssicher

Ein Gastbeitrag von Oliver Paetz 3 min Lesedauer

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Der Onlinehandel boomt – und mit ihm die Kreativität von Cyberkriminellen, das Vertrauen der Verbraucher zu missbrauchen. Laut einer Bitkom-Umfrage wurden 36 Prozent der Internetnutzer in Deutschland beim Online-Kauf betrogen. Dies zeigt: Der E-Mail-Posteingang ist längst Schauplatz im Kampf gegen Spoofing und Online-Betrug.

(Bild:  © RoBird/stock.adobe.com)
(Bild: © RoBird/stock.adobe.com)

Für Händler geht es beim Kampf gegen Spoofing und andere Online-Betrugsmethoen um weit mehr als IT-Sicherheit. Es geht um Vertrauen. Jede Bestellbestätigung, jede Versandmeldung, jede Werbenachricht verkörpert ein Markenversprechen. Missbrauchen Betrüger dieses Versprechen, drohen finanzielle Schäden für Kunden, Reputationsverluste für Unternehmen und ein bröckelndes Vertrauen in den digitalen Handel.

Warum transaktionale E-Mails vor Spoofing schützen

Die Empfänger scannen ihre Inbox in Sekundenschnelle, und genau das machen sich Betrüger zunutze. Transaktionale E-Mails, die Käufe bestätigen, Versanddetails liefern oder Kontoinformationen aktualisieren, eignen sich perfekt für Spoofing, also Manipulation durch Täuschung. Diese Nachrichten strahlen Autorität aus und erzeugen Handlungsdruck – ideale Voraussetzungen für Phishing-Angriffe. Eine gefälschte Versandbenachrichtigung oder Bestellbestätigung genügt, um Verbraucher auf schadhafte Links zu locken oder sensible Daten abzugreifen.

Die Folgen reichen weit über einzelne Opfer hinaus. Ohne Vertrauen in die E-Mail-Kommunikation ignorieren Verbraucher legitime Nachrichten, zögern bei Online-Käufen und hinterfragen die Seriosität von Marken. In einem hart umkämpften Markt ist Vertrauen bares Geld. Vertrauensverlust kostet weit mehr als eine einzelne betrügerische Transaktion.

Das Tool-Kit für sichere E-Mails

Die Technologie zur Absicherung der E-Mail-Kommunikation ist ausgereift und erprobt. Einzelhändler können verschiedene Protokolle kombinieren und einen spezialisierten Partner für transaktionale E-Mails hinzuziehen, um eine lückenlose Vertrauenskette zwischen Applikation, Absenderdomain und Empfänger aufzubauen:

  • Sender Policy Framework (SPF) definiert, welche IP-Adressen E-Mails im Namen einer Domain versenden dürfen. Das Protokoll prüft die Absenderautorisierung und blockiert gefälschte Nachrichten.
  • DomainKeys Identified Mail (DKIM) hinterlegt im DNS-Eintrag der Absenderdomain eine digitale Signatur. Der empfangende Mailserver kann deren Echtheit validieren. Zugleich verbessert DKIM den Zustellerfolg. Nachrichten landen dadurch seltener im Spam-Ordner.
  • Domain-based Message Authentication, Reporting & Conformance (DMARC) baut auf SPF und DKIM auf, prüft die Einhaltung beider Protokolle, kennzeichnet abweichende E-Mails und ermöglicht Maßnahmen, die Transparenz bei Authentifizierungsfehlern schaffen.
  • Message Signing geht einen entscheidenden Schritt weiter: Jede einzelne E-Mail wird mit einem S/MIME-Zertifikat digital signiert. Während DKIM auf Domain-Ebene arbeitet, setzt Message Signing auf Nachrichten-Ebene an. Der Unterschied ist gravierend: Empfänger können sich darauf verlassen, dass die E-Mail tatsächlich vom angegebenen Absender stammt (Authentizität), der Inhalt seit dem Versand unverändert geblieben ist (Integrität) und der Absender den Versand nicht abstreiten kann (Vertraulichkeit). Dadurch werden auch in vollen Posteingängen seriöse, signierte E-Mails durch eine Markierung deutlich hervorgehoben – ein echtes Differenzierungsmerkmal im Kampf um Aufmerksamkeit.

Zusammen erschweren es diese Standards Angreifern erheblich, sich per Spoofing als legitime Marken auszugeben. Gleichzeitig geben sie Verbrauchern die Gewissheit: Die Nachricht im Posteingang stammt tatsächlich von einer vertrauenswürdigen Quelle.

Schutz vor Spoofing: Konkrete Schritte für Einzelhändler

Der Weg zu sicheren transaktionalen E-Mails beginnt mit einer Bestandsaufnahme der E-Mail-Infrastruktur und der Trennung von der Infrastruktur für transaktionalen E-Mails und „normaler“ Geschäftskommunikation. Einzelhändler sollten alle Domains und Subdomains identifizieren, über die sie E-Mails versenden (für Marketingkampagnen, Kundensupport, Kaufbestätigungen, Versandmeldungen etc.). Diese werden allesamt korrekt für SPF, DKIM und DMARC konfiguriert.

Im nächsten Schritt gilt es, die Richtlinien konsequent durchzusetzen. Dazu lässt sich etwa DMARC so einstellen, dass nicht authentifizierte Nachrichten abgewiesen oder in Quarantäne verschoben werden. Verdächtige Mails erreichen so erst gar nicht die Posteingänge der Kunden. Der richtige Partner für transaktionale E-Mails unterstützt zudem bei Compliance, steigert die Zustellbarkeit, ermöglicht Echtzeitüberwachung und vieles mehr.

Vertrauen als Wettbewerbsvorteil

Verbraucher werden anspruchsvoller – und Marken, die ihre Kommunikation nicht absichern, drohen den Anschluss zu verlieren. Verifizierte E-Mails sind mehr als eine Sicherheitsmaßnahme: Sie signalisieren Professionalität, Zuverlässigkeit und Respekt gegenüber den Kunden. Händler, die jetzt handeln, positionieren sich als vertrauenswürdige Partner in einer Zeit digitaler Unsicherheit. Wer zögert, riskiert Umsatzeinbußen und Reputationsschäden.

Paetz Retarus SpoofingOliver Paetz
ist Head of Product Management Transactional Email bei Retarus, dem Anbieter von APIs, Gateways und Applikationen für Messaging, E-Mail Management und den Austausch strukturierter Daten für Geschäftsprozesse.

Bildquelle: Retarus

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