Immer mehr Insolvenzen Steigender Big-Mac-Index: Auch der E-Commerce gerät unter Druck

Verantwortliche:r Redakteur:in: Konstantin Pfliegl 2 min Lesedauer

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Die Inflation mag sich offiziell stabilisiert haben – doch der Big-Mac-Index steigt weiter rasant. Die Folge: Kleine Online-Händler verschwinden und große Plattformen dominieren das Angebot.

(Bild:  Marina / Adobe Stock)
(Bild: Marina / Adobe Stock)

Die Inflationsrate in Deutschland hat sich nach den starken Steigerungen in den vergangenen zwei Jahren in den letzten Monaten wieder bei gut 2 Prozent stabilisiert. So lag sie etwa im Februar bei 2,3 Prozent. Dennoch empfinden viele Verbraucher die Preissteigerung auch aktuell noch als stark – die gefühlte Inflation. Einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zufolge schätzen die Verbraucher die Inflationsrate 2024 sogar auf über 15 Prozent. 

Big-Mac-Index für Deutschland: Auch wenn die Inflationsrate mittlerweile wieder geringer ist, steigt der Preis für den beliebten Burger deutlich.(Bild:  Pharetis / Mutual)
Big-Mac-Index für Deutschland: Auch wenn die Inflationsrate mittlerweile wieder geringer ist, steigt der Preis für den beliebten Burger deutlich.
(Bild: Pharetis / Mutual)

Die gefühlten Preissteigerungen belegt auch der sogenannte Big-Mac-Index, der weiter steigt. Der Big-Mac-Index ist ein Indikator für die Kaufkraft verschiedener Währungen, indem er die Preise für einen Big Mac in verschiedenen Ländern vergleicht.

Big-Mac-Index: Preissteigerungen belasten den E-Commerce

Die steigenden Preise, ob tatsächlich oder auch nur gefühlt, dämpfen die Konsumlaune der Bürger. Eine Analyse des Risikomanagementunternehmens Crif zufolge stieg die Zahl der Firmeninsolvenzen in Deutschland 2024 um 23,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr – und für dieses Jahr wird eine weitere Steigerung erwartet.

Die Krise betrifft mittlerweile auch den E-Commerce: Die Macher des Schnäppchenblogs Unideal haben recherchiert, dass immer mehr Affiliate-Partner seit 2023 Insolvenz anmelden mussten. Waren es 2022 noch 2.175 Affiliate-Partner, schrumpfte die Zahl an Partnerschaften über große Affiliate-Netzwerke wie Awin, Tradedoubler, Adcell, CJ oder Belboon bis Anfang 2025 auf 1.578 Partnerschaften.

Zahlreiche langjährige Partner haben Insolvenz angemeldet oder den Geschäftsbetrieb aufgrund mangelnder Umsätze direkt aufgegeben. Darunter befinden sich kleinere Händler wie Titus, Weinober oder Brettspiel-Pioniere, aber auch einstige Branchengrößen wie Esprit, Depot, Weltbild, Weck Gläser oder Tupperware. Diese konnten sich am Markt nicht mehr halten und gingen Konkurs.

Der Big-Mac-Index steigt –  und die Zahl der Affiliate-Partner sinkt.(Bild:  Pharetis)
Der Big-Mac-Index steigt – und die Zahl der Affiliate-Partner sinkt.
(Bild: Pharetis)

Große Plattformen verdrängen kleine Händler

In Kombination mit der generellen Zurückhaltung der Konsumenten setzt sich auch ein Trend fort, den das Unternehmen Pharetis, Betreiber von Unideal, schon seit einigen Jahren beobachtet: Große Online-Marktplätze wie Amazon oder Temu verdrängen zunehmend die kleine Online Shops – insbesondere der Segmente Mode, Medien und Technik. Sie können durch ihre Marktmacht Preise anbieten, mit denen kein kleiner Shop mithalten kann.

Die wirtschaftlichen Folgen zeigen sich laut Pharetis auch in steigenden Entlassungswellen –  und nennt als Beispiel das Unternehmen Otto, das in Leipzig 160 Mitarbeiter entlässt.

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