Der Erfolg im E-Commerce hängt maßgeblich von der IT-Systemarchitektur ab. Doch oft passt diese nicht mehr zu den aktuellen Anforderungen, was zum Knirschen im Räderwerk führt. Folgende neun Einstellungen sollten die Onlinehändler stets überprüfen, um ihre IT-Systeme optimal auf die Shop-Ausrichtung anzupassen.
(Quelle: Shopmacher)
Erfolgreiche Onlinehändler zeichnen sich in der Regel nicht dadurch aus, dass sie das schönste Shop-Frontend umgesetzt haben. Der Erfolg im E-Commerce entscheidet sich oft im Backend. Eine regelmäßige Evaluierung der eigenen Systemarchitektur ist daher hilfreich, um interne Prozesse weitestgehend zu automatisieren und sich schnell an neue Trends anpassen zu können. Die Shopmacher eCommerce GmbH ist darauf spezialisiert, Schwachstellen in einer bestehenden Systemarchitektur zu finden und das Tech-Stack bedürfnisorientiert zu optimieren. Anhand der folgenden neun Anforderungen erkennen Onlinehändler, ob sie womöglich in der Technologie-Falle sitzen.
1. Langsame Ladezeiten lassen sich nicht signifikant verbessern
Langsame Ladezeiten beeinträchtigen nicht nur das Nutzererlebnis, sondern können auch zu Umsatzeinbußen führen. Gründe dafür können unter anderem eine veraltete Server-Infrastruktur, mangelnde Skalierbarkeit, schlecht optimierte Datenbankabfragen oder die übermäßige Nutzung von Skripten und externen Ressourcen sein. Eine undurchsichtige Systemarchitektur und unklare Abhängigkeiten oder das Fehlen eines Content Delivery Networks verstärken das Problem. Um langsame Ladezeiten zu minimieren, müssen Online-Händler Ineffizienzen im Technologie-Stack beheben.
2. Systemarchitektur: Updates verursachen Fehler an unerwarteten Stellen
In einem umfangreichen Technologie-Stack können komplexe Abhängigkeiten zwischen verschiedenen Komponenten dazu führen, dass Aktualisierungen einer Komponente unerwartete Auswirkungen auf andere Teile des Systems haben. Insbesondere in monolithischen Systemen kann die Aktualisierung einzelner Komponenten umfangreiche Anpassungen des Gesamtsystems erfordern. Fehlende oder unzureichende Testumgebungen führen dazu, dass Updates nicht gründlich auf Fehler überprüft werden können, während eine unklare Systemdokumentation das Risiko von Fehlern an unerwarteten Stellen erhöht. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, empfiehlt es sich, den Technologiestack modular zu gestalten, eine nachvollziehbare Dokumentation zu pflegen, effiziente Testkonzepte zu implementieren und kontinuierliche Schulungen sicherzustellen. Ein transparenter Update-Prozess trägt zusätzlich dazu bei, die Effizienz und Fehlerresistenz des Systems zu erhöhen.
3. Zeitfressende manuelle Prozesse sind erforderlich
Eine mangelnde Integration zwischen verschiedenen Systemkomponenten kann dazu führen, dass Daten nicht reibungslos zwischen verschiedenen Systemen übertragen werden und Routineaufgaben wie der Import von Produktdaten nicht automatisiert durchgeführt wird. Auch veraltete oder nicht interoperable Softwarekomponenten, unklare Datenmodelle sowie fehlende Schnittstellen oder Formatstandards können eine nahtlose Datenintegration behindern. Eine gut durchdachte und integrierte Systemarchitektur minimiert manuelle Prozesse, indem sie einen reibungslosen Datenfluss und Automatisierung ermöglicht.
4. Neue Features lassen sich nicht einfach anbinden
Nicht selten behindert eine unflexible IT-Systemarchitektur die Integration innovativer Tools und Features, weil unter anderem standardisierte Schnittstellen fehlen oder das bestehende Tech-Stack nicht mit neuen Technologien kompatibel ist. Eine API-basierte Architektur erleichtert den Datenaustausch zwischen verschiedenen Systemen. Und liefert die technische Basis, damit Online-Händler innovative Entwicklungen schnell genug nutzen und ihre Wettbewerbsfähigkeit verteidigen können.
5. Standard-Bausteine sind deaktiviert und durch externe Lösungen ersetzt
Eine Neubewertung der Systemarchitektur kann auch erforderlich sein, wenn in einem monolithischen System verschiedene Standardkomponenten deaktiviert und durch externe Lösungen ersetzt wurden. Dies kann das nahtlose Zusammenspiel der internen Komponenten beeinträchtigen, zu Kompatibilitätsproblemen führen. Und letztlich auch die Gesamtperformance und das Nutzererlebnis beeinträchtigen. In solchen Fällen empfiehlt sich häufig der Umstieg auf modulare und flexiblere Strukturen mit standardisierten Schnittstellen und Komponenten. Diese können effizienter miteinander kommunizieren. Dies verbessert nicht nur die Effizienz des Technologie-Stacks, sondern reduziert auch die Abhängigkeit von externen Lösungsanbietern.
6. Systemarchitektur: Für zukünftiges Wachstum fehlt die Skalierbarkeit
Eine nicht skalierbare Infrastruktur kann dazu führen, dass die Leistung der Plattform bei steigenden Besucherzahlen nachlässt, was zu langsamen Ladezeiten und einer schlechten Nutzererfahrung führt. Auch bei der Datenverarbeitung kann es zu Engpässen kommen, wenn der Technologie-Stack nicht für die Bewältigung einer wachsenden Menge an Transaktionen und Nutzerdaten ausgelegt ist. Darüber hinaus steigen die Sicherheitsrisiken, wenn die Systemarchitektur nicht über angemessene Maßnahmen zum Schutz vor neuen Bedrohungen verfügt, die mit dem Wachstum der Online-Präsenz einhergehen. Schließlich kann eine mangelnde Skalierbarkeit auch zu höheren Betriebskosten führen, da der Händler immer mehr Ressourcen benötigt. Um mit dem steigenden Datenverkehr und den Anforderungen des wachsenden Unternehmens Schritt zu halten.
Stand: 16.12.2025
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7. Eigener Softwarehersteller liefert keine Patches und Updates mehr aus
Wenn ein Hersteller signalisiert, dass die verwendete Software oder Technologie nicht mehr aktiv weiterentwickelt wird, kommen Online-Händler nicht umhin, ihren Technologie-Stack zu überdenken. Andernfalls riskieren sie die Sicherheit und Performance ihres Onlineshops sowie Inkompatibilitäten und veraltete Funktionalitäten.
8. Eigener Softwarehersteller wird von einem größeren Hersteller übernommen
Kauft sich ein größerer Hersteller ein 360-Grad-Angebot an Software zusammen, wird der bunte Strauß an Technologien zunächst einmal vor allem durch cleveres Marketing zusammengehalten. Das Versprechen, dass Anwender alles aus einer Hand erhalten, entpuppt sich in der Praxis nicht selten als unerfüllbar. Onlinehändler, die sich auf solch integrierte Lösungen einlassen, können im Praxisbetrieb unerwartete Probleme bekommen. Gleichzeitig müssen Großanbieter Einzelkomponenten sukzessive anpassen, um Lösungen tatsächlich integriert anbieten zu können. Das führt mitunter auch dazu, dass eine Software genau die Assets verliert, die dem Online-Händler bei der Anschaffung wichtig waren. Im schlechtesten Fall klappt die Integration aus Sicht des Herstellers nicht so einfach wie erhofft und die Lösung wird nach kurzer Zeit wieder abgestoßen. Dann weiß erst einmal niemand, ob und wie es mit der Software weitergeht. Daher ist es ratsam, das Risiko einer Monopolisierung zu minimieren. Und auch die Systemarchitektur flexibel genug zu halten, um verschiedene Lösungen zu integrieren.
9. Es gibt wenig Nachwuchstalente für die vorhandene Systemarchitektur
Ein dynamischer Technologie-Stack erfordert ein vielfältiges Team mit unterschiedlichen Erfahrungen und Perspektiven. Online-Händler sollten daher eine Diversifizierung ihres Expertenteams anstreben und sicherstellen, dass eine Mischung aus Erfahrung und frischem Know-how vorhanden ist, um einen agilere und zukunftsorientierte Systemarchitektur zu gewährleisten. Wenn ein System in der Ausbildung des Nachwuchses praktisch keine Rolle mehr spielt, ist das ein Indiz, dass es in Zukunft insgesamt keine Rolle mehr spielen wird.
André Roitzsch, Geschäftsführer der Shopmacher eCommerce GmbH, kommentiert: „In vielen Online-Shops wuchert die Systemarchitektur mit den Jahren immer weiter aus, bis sie sich kaum mehr bedienen lässt. Viele Online-Händler reagieren erst, wenn der Schmerz sich gar nicht mehr verdrängen lässt. Dabei verbessert ein effizientes Tech-Stack letzten Endes die Rentabilität einer Commerce-Plattform". Deswegen sollten Online-Händler ihre Systemarchitektur in regelmäßigen Abständen kritisch prüfen und im Zweifel modernisieren. „Das kostet anfangs vielleicht mehr Geld. Doch die Investitionen amortisieren sich in der Regel schnell."
(André Roitzsch ist CEO der Shopmacher eCommerce GmbH. (Bild: Shopmacher))
Die Shopmacher eCommerce GmbH unterstützt Unternehmen beim Aufbau und Implementierung digitaler Ökosysteme mit Schwerpunkt E-Commerce. Seit ihrer Gründung 2005 hat sich zu einer Spezialagentur für die KPI-getriebene Weiterentwicklung von digitalen Vertriebskanälen entwickelt. Mit kontinuierlichen und messbaren Verbesserungen hilft die zur Engbers-Gruppe gehörende Agentur Plattformbetreibern, den Anforderungen im transaktionalen Business gerecht zu werden. (sg)