Gefälschte Webseiten Third-Party-Phishing: Cyberkriminelle nehmen Zahlungsdienst ins Visier

Verantwortliche:r Redakteur:in: Konstantin Pfliegl 2 min Lesedauer

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Cyberangriffe in Form von Phishing-Kampagnen haben erheblich zugenommen. Besonders besorgniserregend ist der Aufstieg von Third-Party-Phishing – das nun auch auf Zahlungsdienstleister abzielt.

(Bild:  weerapat1003 / Adobe Stock)
(Bild: weerapat1003 / Adobe Stock)

Das IT-Sicherheitsunternehmen BlueVoyant hat eine neue Phishing-Masche aufgedeckt, die sich das Zahlungssystem Zelle zunutze macht. Zelle, ein weit verbreiteter digitaler Zahlungsdienst, steht im Mittelpunkt dieser betrügerischen Aktivitäten.

Die Angreifer verwenden Social-Engineering-Techniken, um ihre Opfer dazu zu bringen, auf gefälschte Webseiten zuzugreifen, die zunächst Zelle imitieren und anschließend die betroffenen Personen zu den Phishing-Webseiten ihrer jeweiligen Bank weiterleiten.

Ausgeklügelte Phishing-Masche

Die Besonderheit dieser Phishing-Kampagne liegt in der Flexibilität des Angriffs. Anstatt nur eine einzige Bank oder Institution zu imitieren, wird das Opfer gezielt auf eine Webseite gelockt, die vorgibt, Zelle zu sein. Dort wird es aufgefordert, die eigene Bank auszuwählen, um den vermeintlichen Zahlungseingang zu bestätigen. Dies erhöht die Glaubwürdigkeit des Angriffs, da die gefälschten Seiten der Banken in der Regel sehr realistisch gestaltet sind und Nutzer nicht sofort erkennen, dass es sich um eine Phishing-Seite handelt.

Die Untersuchung der zugrunde liegenden Phishing-Kits hat gezeigt, dass die Angreifer auf raffinierte Methoden zurückgreifen. Ein zentrales Element dieser Kits ist die Verwendung von dynamischen Webseiten, die sich an die jeweilige Auswahl des Nutzers anpassen. Nachdem der Nutzer seine Bank ausgewählt hat, wird er durch mehrere Phasen des Datensammelns geführt. Zunächst werden die Zugangsdaten zum Online-Banking abgefragt, gefolgt von persönlichen Informationen wie der E-Mail-Adresse und dem Passwort. Anschließend fordert die Seite Kreditkartendaten und persönliche Identifikationsmerkmale wie Name, Geburtsdatum und sogar Sozialversicherungsnummern an.

Schutzmaßnahmen

BlueVoyant empfiehlt Unternehmen und Nutzern die folgenden Präventionsmaßnahmen:

  • Zunächst sollten Finanzinstitutionen nicht nur ihre eigenen Marken und Domänen überwachen, sondern auch auf mögliche Drittanbieter-Phishing-Seiten achten, die ihre Kunden betreffen könnten. Es ist entscheidend, proaktiv nach solchen Bedrohungen zu suchen, da sie oft hinter einer scheinbar legitimen Fassade verborgen sind.

  • Für Unternehmen und Privatnutzer ist es gleichermaßen wichtig, wachsam zu bleiben. Es wird empfohlen, URLs sorgfältig zu überprüfen und keine vertraulichen Informationen auf Seiten einzugeben, die unerwartet nach solchen Daten fragen. Schulungen für Mitarbeiter und Kunden können ebenfalls dazu beitragen, die Sensibilisierung für diese Art von Angriffen zu erhöhen.

  • Ein weiterer Schritt besteht in der schnellen Entfernung von verdächtigen Domänen, sobald diese erkannt werden. Hierbei kann die Zusammenarbeit mit spezialisierten Dienstleistern sinnvoll sein, die sich auf die Bekämpfung digitaler Bedrohungen konzentrieren. Durch den Einsatz moderner Technologien wie maschinellem Lernen und die ständige Überwachung können verdächtige Aktivitäten schneller entdeckt und gestoppt werden.

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