Nationaler und internationaler Paketversand Versandärger im E-Commerce: DHL zieht wieder die Preise an

Verantwortliche:r Redakteur:in: Konstantin Pfliegl 2 min Lesedauer

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Erst im Sommer kam eine Monatspauschale für Geschäftskunden – jetzt dreht DHL wieder an der Preisschraube und erhöht die Paket-Preise. Der Grund: gestiegene Tariflöhne sowie hohe Investitionen.

(Bild:  DHL)
(Bild: DHL)

Geschäftskunden zahlen ab 1. Januar 2026 mehr für den Versand ihrer Pakete mit DHL. Die Preissteigerungen beziehen sich auf den nationalen und internationalen DHL-Paketversand. Der Versanddienstleister informiert seine Business-Kunden individuell über die für sie gültigen Preise. Medienberichten zufolge steigen die Preise für den Paketversand bei einzelnen Händlern um bis zu 9 Prozent, bei Kleinpaketen sogar um bis zu 20 Prozent.

DHL verweist auf die deutlich gestiegenen Kosten, unter anderem für das Personal. Das Unternehmen investiere eigenen Angaben zufolge konsequent in gute Arbeitsbedingungen und zahle attraktive Tariflöhne, zudem setze man fast ausschließlich auf Mitarbeiter, die direkt beim Unternehmen sozialversicherungspflichtig angestellt sind. So sind rund 116.000 Zusteller tarifvertraglich beschäftigt und rund 98 Prozent der DHL-Pakete werden durch eigene Zustellkräfte ausgeliefert.

Als weiteren Grund für den Dreh an der Preisschraube nennt der Versender die Investitionen in den Ausbau und die Modernisierung der Infrastruktur sowie die weitere Dekarbonisierung des Transportnetzes, zum Beispiel in die zunehmende Elektrifizierung der Zustellflotte. Bis 2030 will DHL zudem das das Netz aus Pack- und Poststationen von derzeit über 16.500 auf 30.000 erweitern.

Preiserhöhung: Kritik vom BEVH

Wenig überraschend: Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (BEVH) kritisiert die Erhöhung der Versandpreise. DHL sei seit jeher ein wichtiger Dienstleister für deutsche Online- und Versandhändler. „Die Partnerschaft leidet jedoch zunehmend unter mangelnder Verlässlichkeit: Vereinbarte Preise werden wiederholt im Jahr erhöht, Leistungen gekürzt oder durch Zuschläge wie Peak- und Peak-Peak-Zuschläge verteuert”, so Martin Groß-Albenhausen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des BEVH.

Diese Kosten würden allen auferlegt, auch denen, die in den entsprechenden Zeiträumen keine höheren Aufliefermengen haben. Dabei schrecke DHL auch nicht davor zurück, Effizienzgewinne als höheren Aufwand darzustellen: „Die Haustürzustellung ist ein wichtiges Leistungsversprechen im E-Commerce, das von den Kunden geschätzt wird. Sie verursacht jedoch Kosten bei den Zustellern. Packstationen bündeln dagegen Lieferströme und sparen somit Geld.” Daher sei es laut Martin Groß-Albenhausen nicht nachvollziehbar, dass Investitionen in Packstationen nun als Argument für Preiserhöhungen bei Paketen herangezogen werden und obendrein Zuschläge für die Haustürzustellung in Aussicht gestellt werden.

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