Onlineshopping ist alltäglich geworden, birgt aber auch Risiken durch anonyme Hacker, Datenkraken und manchmal das eigene persönliche Umfeld. Onlineshops setzen heute auf Captchas, um sich und die Kunden zu schützen. Diese Technologien müssen den vielfältigen Anforderungen von Datenschutz, Nutzerfreundlichkeit und Barrierefreiheit gerecht werden.
(Bild: Uniique Information Intelligence AG)
Es gibt zwei Gefahrenquellen, die für E-Commerce-Anbieter und ihre Kunden besonders relevant sind: Anonyme und automatisierte Angriffe aus der Ferne sowie Risiken aus dem persönlichen Umfeld. Die Gefahren im Einzelnen sind:
Identitätsdiebstahl oder Phishing: Der Diebstahl persönlicher Informationen wie Passwörter oder Kreditkartendaten durch betrügerische E-Mails oder Websites, die legitime Quellen nachahmen.
Automatisierte Betrugsversuche: Betrugsversuche, die durch Bots oder automatisierte Skripte durchgeführt werden, um beispielsweise mehrfach an Gewinnspielen teilzunehmen oder unrechtmäßige Bestellungen auszuführen.
Spam und gefälschte Bewertungen: Das massenhafte Versenden unerwünschter Nachrichten oder das Abgeben falscher Bewertungen, um die Glaubwürdigkeit eines Produkts, eines Unternehmens oder einer Plattform zu beeinflussen.
Schadsoftware oder Ransomware auf betroffenen Systemen installieren: Das Einbringen von schädlicher Software, die entweder Systeme beschädigt oder sperrt und dann ein Lösegeld (Ransom) fordert, um die Kontrolle darüber wieder freizugeben.
Erraten des Passwortes durch nahestehende Personen: Eine häufig unterschätzte Gefahr sind Personen aus dem direkten Umfeld, die versuchen, das Passwort eines Nutzers zu erraten, um unautorisiert Zugang zu dessen Konto zu erhalten. Beispiele sind Ex-Partner:innen, Kinder oder Personen, die beim Login über die Schulter schauen – zum Beispiel im Zug.
Die Folgen, wenn einer oder gleich mehrere dieser Vorfälle eintreten, sind weitreichend: Der Geschäftsbetrieb kann massiv gestört und teure Wiederherstellungsmaßnahmen erforderlich machen. Es folgt nicht nur ein mitunter hoher finanzieller Schaden, sondern auch ein Vertrauensverlust der Kunden sowie empfindliche rechtliche Konsequenzen. Captchas können hier einen wirksamen Schutz vor diesen Gefahrenquellen bieten. Aber wie funktioniert das Ganze?
Die Basics: Wie die Captcha-Technologie funktioniert
Bei bildbasierten Captcha-Rätseln müssen zum Beispiel Bereiche eines Bildes erkannt werden.
(Bild: Uniique Information Intelligence AG)
Captchas (Completely Automated Public Turing test to tell Computers and Humans Apart) sind Sicherheitsmechanismen, die unterscheiden, ob eine Internetaktion von einem Menschen oder einem Bot durchgeführt wird. Sie nutzen Aufgaben, die leicht für Menschen, aber schwer für Maschinen zu lösen sind. So müssen bei bildbasierten Captcha-Rätseln zum Beispiel Bereiche eines Bildes erkannt, bei textbasierten Captchas ein verzerrter Text identifiziert, bei Audio-Captchas eine Lösung zu einer abgehörten Aufgabe eingegeben oder bei mathematischen/Logik-Captchas eine einfache Rechenaufgabe gelöst werden.
Weitere Technologien zeigen kein sichtbares Captcha-Rätsel an, sondern basieren auf einer Analyse des Nutzerverhaltens oder einem Crypto-Rätsel, das der Rechner des Anwenders lösen muss. Captcha-Technologien kommen an vielen Stellen im E-Commerce zum Einsatz, oft unbemerkt von den Nutzenden, um spezifische Sicherheitsbedürfnisse zu erfüllen. Wie sieht dieser Einsatz genau aus und wie unterscheiden sich die Einsatzszenarien für die jeweiligen Anwendungsfelder im E-Commerce?
Wo Captchas im E-Commerce eingesetzt werden
Captcha-Technologien finden in sehr viel mehr Bereichen Anwendung, als man vermuten würde. Jeder einzelne Einsatzort muss dabei vor verschiedenen Risikoquellen geschützt werden:
Login-Seiten: Zum Schutz vor Brute-Force-Angriffen, auch für Admin-Oberflächen. Das sind Angriffe, bei denen ein Angreifer durch automatisierte Versuche systematisch alle möglichen Passwortkombinationen ausprobiert, um Zugang zu einem Konto zu erhalten. Captchas werden vor dem Login-Feld angezeigt.
Registrierungsformulare: Um sicherzustellen, dass neue Benutzerkonten von echten Menschen erstellt werden und nicht von Bots, die massenhaft falsche Konten anlegen oder die „Kopie an mich“-Funktion zum Beispiel für die Verbreitung von Spam nutzen. Beim Ausfüllen eines Registrierungsformulars müssen Benutzer ein Captcha lösen, bevor sie das Formular absenden können.
Online-Umfragen und Abstimmungen: Um zu verhindern, dass Bots oder Teilnehmerdie Ergebnisse manipulieren, indem sie mehrfach abstimmen. Das Captcha wird vor dem Absenden angezeigt.
Stand: 16.12.2025
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Kontakt- und Kommentarformulare: Um Spam-Nachrichten zu verhindern und sicherzustellen, dass eingehende Nachrichten von echten Menschen stammen. Zudem kann die Anzahl der Anfragen für die Anwender:innen limitiert werden, um den Service nicht zu überlasten.
Produktbewertungen und Rezensionen:Zum Schutz vor gefälschten Bewertungen, indem die Anzahl der Bewertungen von dedizierten Absenderadressen limitiert wird. Dies hilft, die Integrität der Bewertungen zu wahren.
Online-Buchungen und Ticketkauf: Um zu verhindern, dass Bots massenhaft Tickets kaufen oder Reservierungen vornehmen, was echte Benutzer benachteiligen und Unternehmen finanziell schädigen könnte.
Download-Schutz: Um sicherzustellen, dass Dateien nicht massenhaft von automatisierten Systemen heruntergeladen oder Inhalte in Online-Bibliotheken automatisiert kopiert werden, was die Serverbelastung erhöhen könnte. Benutzer müssen ein Captcha lösen, bevor sie Dateien von einer Website herunterladen können.
E-Commerce-Transaktionen: Zum Schutz vor automatisierten Bestellungen und zur Vermeidung von Betrug durch Bots oder einzelne Versuche durch unberechtigte Personen. Vor dem Abschluss einer Transaktion müssen Benutzer ein Captcha lösen.
Forum-Registrierungen und Postings: Um Spam und das automatische Posten von unerwünschten Inhalten zu verhindern. Vor dem Registrieren eines neuen Kontos oder dem Veröffentlichen eines Beitrags in einem Forum müssen Benutzer ein Captcha lösen.
Gewinnspiele und Promotion: Um Mehrfachregistrierungen berechtigter Anwender zu verhindern und Bots davon abzuhalten, die Registrierungen automatisch zu fluten. Benutzer müssen ein Captcha lösen, bevor sie sich für ein Gewinnspiel oder eine Promotion registrieren können.
Schutz vor Scraping: Um zu verhindern, dass Bots Inhalte von Websites automatisiert scrapen und missbrauchen. Captchas werden eingesetzt, um sicherzustellen, dass Inhalte nicht automatisiert von Bots abgegriffen und missbraucht werden.
Wiederherstellung von Passwörtern: Um sicherzustellen, dass Anfragen zur Passwortwiederherstellung von echten Menschen stammen und nicht von automatisierten Systemen, die unberechtigt versuchen, Zugang zu Konten zu erlangen. Vor dem Absenden einer Anfrage zur Passwortwiederherstellung müssen Benutzer ein Captcha lösen. Gute Captchas schützen hier nicht nur vor Bots, sondern auch vor unberechtigten Personen.
Durch den Einsatz von Captchas in diesen Bereichen können E-Commerce-Websites sicherstellen, dass ihre Dienste ordnungsgemäß funktionieren, die Integrität der Benutzerdaten und Inhalte geschützt ist und die allgemeine Sicherheit der Website erhöht wird. Das ist vor allem in Deutschland nicht nur eine Frage des Services und der Kundenbindung, sondern in allererster Linie eine rechtliche.
Captchas: Einhaltung von Datenschutz und Barrierefreiheit
Bei bildbasierten Captcha-Rätseln müssen bestimmte Bereiche eines Bildes erkannt werden.
(Bild: Uniique Information Intelligence AG)
Im deutschen Datenschutzdschungel ist der Einsatz von Captchas keine einfache Angelegenheit. Auch wenn Captchas nicht gesetzlich vorgeschrieben sind, empfiehlt das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG), angemessene Maßnahmen zum Schutz personenbezogener Daten zu ergreifen. Hier sind klare Regeln zu beachten, die von der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) über das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) bis hin zum Telekommunikation-Digitale-Dienste-Datenschutz-Gesetz (TDDDG) reichen.
Auch zur Barrierefreiheit gibt es Regelungen: Im Sinne des Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) müssen digitale Services wie Websites, Online-Shops und mobile Apps barrierefrei umgesetzt sein, wenn sie sich von Unternehmen an Verbraucher richten. Das gilt unter anderem auch für Captchas. Die Umsetzung muss übrigens bis zum 28. Juni 2025 erfolgt sein.
Wie funktioniert die Captcha-Technologie im E-Commerce?
Die Sicherheits-Risiken für Onlineshop-Betreibende und Kunden sind real. Die gute Nachricht: Sie sind bekannt und lassen sich mit modernen Technologien effektiv managen. Die Wahl des richtigen Captcha-Produkts hängt von mehreren Faktoren ab, darunter Benutzerfreundlichkeit, Barrierefreiheit, regulative Rahmenbedingungen und Sicherheitsanforderungen der spezifischen Anwendung. Ein effektives Captcha muss, insbesondere auch im E-Commerce, ein Gleichgewicht zwischen Benutzerfreundlichkeit und Sicherheit finden, um Benutzer nicht unnötig zu frustrieren und gleichzeitig automatisierte, sowie möglichst auch individuelle Angriffe durch Personen verhindern.
Das ideale Captcha ist übrigens bildbasiert – in Kombination mit einer barrierefreien Erweiterung, wie einer 2-Faktor-Authentisierung. Das ist im Vergleich zu anderen Typen am sichersten. Darüber hinaus sollte ein ideales Captcha Benutzer selbst handeln lassen, anstatt ohne explizites Einverständnis automatisiert im Hintergrund zu arbeiten, sowie transparent mit den Daten der Anwender im Sinne der DSGVO umgehen. Hierfür wird vor allem eins benötigt: zeitgemäße Technologien, die ideal auf den deutschen Markt angepasst sind und den Bedürfnissen der Kunden gerecht werden.
Power Captcha ist ein DSGVO-konformes System der Uniique Information Intelligence AG und hebt sich durch seine einzigartige Konfigurierbarkeit für Websitebetreiber von herkömmlichen Captchas ab. Das flexibel konfigurierbare Zugriffsmanagement erlaubt neben der Prüfung über IP-Adressen auch benutzerdefinierte Parameter wie Benutzername oder E-Mail-Adresse. In Verbindung mit KI-Technologien ermöglicht das System Unternehmen, ihre Sicherheitsanforderungen individuell und datenschutzkonform abzubilden.
Christian Niemann ist Geschäftsführer der Uniique Information Intelligence AG. Er verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung aus internationalen Projekten in den Bereichen Business Development, Marketing, Business Intelligence und der Daten- und Informationsverarbeitung sowie umfangreiche Branchenkenntnisse. Vor seiner aktuellen Position war Christian Niemann als Geschäftsführer und Vice President für Business Development bei Sand Technology tätig.