Handelsstudie Zahlungsmethoden: Die Präferenzen der Verbraucher in den EM-Ländern

Verantwortliche:r Redakteur:in: Stefan Girschner 4 min Lesedauer

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Die Hälfte der deutschen Verbraucher bricht Einkäufe ab, wenn die gewünschten Zahlungsmethoden nicht bereitstehen, zeigt eine neue Studie von Adyen. Innovative Zahlungstechnologien sind besonders bei Verbrauchern in Polen beliebt. Und ein Drittel der Italiener befürwortet die Bargeldabschaffung in den nächsten drei bis fünf Jahren

(Bild:  putilov_denis/Adobe Stock)
(Bild: putilov_denis/Adobe Stock)

Die Hälfte der deutschen Verbraucher bricht ihren Einkauf im Geschäft ab, wenn ihre gewünschte Zahlungsmethode nicht zur Auswahl steht. Beim Online-Shopping sind es sogar noch mehr. Im Hinblick auf die Fußball-Europameisterschaft und die Auswirkungen der europäischen Touristen auf den deuschen Einzelhandel wurden neben Deutschland vor allem die Präferenzen bei den Zahlungsmethoden in den anderen EM-Ländern analysiert. Der neue „Adyen Index: Retail Report 2024“ der Finanztechnologie-Plattform Adyen, für den über 13.000 Unternehmen und über 38.000 Verbraucher in 25 Ländern befragt wurden, bietet aktuelle Erkenntnisse über das Konsumverhalten der Bevölkerung und Trends im Einzelhandel. 

Bevorzugte Zahlungsmethoden machen den Unterschied

49 Prozent der deutschen Verbraucher schließen ihren Kauf im Geschäft nicht ab, wenn sie nicht mit ihrer bevorzugten Methode bezahlen können – online sind es sogar 58 Prozent. Im europäischen Vergleich befindet sich das Gastgeberland der diesjährigen Fußball-Europameisterschaft Deutschland damit eher im unteren Bereich – nur in Österreich und Belgien verzichten noch weniger Menschen (47 Prozent) auf ihren Einkauf im Geschäft, wenn sie nicht so bezahlen können, wie gewünscht. 

Mit 64 Prozent brechen besonders in Italien viele Verbraucher ihr Shoppingvorhaben ohne ihre bevorzugte Bezahlmethode ab, in den Niederlanden und Polen sind es 62 Prozent sowie in Portugal 61 Prozent. Die Toleranz – auch die der ausländischen Touristen bei der Europameisterschaft in Deutschland – ist also eher gering, wenn es um die angebotenen Zahlungsmethoden geht.

Neue Technologien in Europa auf dem Vormarsch

Neben Selbstbedienungskassen oder digitalen Wallets spielen auch Zahlungsmethoden wie Buy Now Pay Later in Deutschland eine große Rolle. 26 Prozent der Befragten haben diese Zahlungsart hierzulande im vergangenen Jahr genutzt. Mehr waren es im europäischen Vergleich nur in Österreich (36 Prozent), den Niederlanden (35 Prozent) und Polen (28 Prozent). Die Schlusslichter bilden Spanien mit sieben Prozent und Frankreich mit sechs Prozent. 

Auch bei den Selbstbedienungskassen sind die Niederlande und Polen Vorreiter. 61 Prozent der Verbraucher bei den westlichen Nachbarn nutzen bereits diese Technologie – bei den östlichen Nachbarn sind es 59 Prozent. Auch Großbritannien kann mit 56 Prozent mithalten. Zum Vergleich: In Italien nutzten im vergangenen Jahr 10 Prozent der Bevölkerung diese Technologie. Deutschland liegt mit 35 Prozent im Mittelfeld der europäischen Vergleichsländer.

Bei den digitalen Wallets ist die Schweiz mit einem Nutzeranteil von 44 Prozent im vergangenen Jahr Spitzenreiter. Platz zwei geht an Großbritannien mit 34 Prozent. Auch bei dieser Technologie liegt Deutschland mit 20 Prozent im hinteren Mittelfeld. Die wenigsten Nutzer digitaler Geldbörsen gab es in Frankreich und Portugal – hier liegt der Anteil bei jeweils 15 Prozent.

Zahlungsmethoden: Beliebtheit von Bargeld variiert stark

Vor allem die polnischen Verbraucher als auch die aus Italien und Großbritannien tragen kaum noch ein Portemonnaie bei sich. In Polen gaben 30 Prozent der Verbraucher an, ohne die Möglichkeit kontaktlos zu zahlen, keine Einkäufe tätigen zu können – in Italien und Großbritannien sind es jeweils 27 Prozent. Dahingegen verzichten in Österreich nur 14 Prozent der Verbraucher auf ein physisches Portemonnaie. In Belgien sind es 19 Prozent und in Frankreich und Deutschland je 21 Prozent, die ihre Geldbörse gerne mal zu Hause lassen. Wenn es um die gänzliche Abschaffung von Bargeld innerhalb der nächsten drei bis fünf Jahre geht, befürworten das mit 36 Prozent vor allem die Italiener sowie die Polen und die Portugiesen mit je 27 Prozent. An Scheinen und Münzen festhalten wollen die Österreicher – hier haben sich nur 13 Prozent für die Bargeldabschaffung ausgesprochen. 

Hella Fuhrmann ist Country Managerin DACH bei Adyen.(Bild:  Hella Fuhrmann/Adyen)
Hella Fuhrmann ist Country Managerin DACH bei Adyen.
(Bild: Hella Fuhrmann/Adyen)

„Die Ergebnisse unserer Untersuchung verdeutlichen, wie entscheidend das Angebot an verschiedenen Zahlungsmethoden für den Kaufabschluss ist. Die individuellen Zahlungsgewohnheiten in Europa können dabei stark variieren. Während Verbraucher zunehmend auf moderne Zahlungstechnologien setzen, bleibt die Akzeptanz und Anpassungsfähigkeit der Händler ein wesentlicher Faktor für den Geschäftserfolg, insbesondere im Kontext großer Ereignisse wie der Fußball-Europameisterschaft“, erklärt Hella Fuhrmann, Country Managerin DACH bei Adyen.

Zur Methodik der Studie: Der „Index: Retail Report“ wird alljährlich von Adyen in Auftrag gegeben. Es handelt sich um eine Befragung von Verbrauchern und Unternehmen weltweit, um aktuelle Erkenntnisse rund um das Konsumverhalten der Bevölkerung in verschiedenen Ländern, darunter Deutschland, zu gewinnen und Trends im Einzelhandel ausfindig zu machen. Für den Index: Retail Report befragte Censuswide mehr als 38.000 Verbraucher in 26 Ländern (davon 2.000 in Deutschland) und mehr als 13.000 Unternehmen (davon 517 in Deutschland). Die Umfragen wurden zwischen dem 15. Januar und dem 1. Februar 2024 durchgeführt. In dieser Analyse wurden die Daten der Umfrage in Österreich, Belgien, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Polen, Portugal, Spanien, Schweiz und Großbritannien betrachtet.

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