Universal Commerce Protocol (UCP) Agentic Commerce: Warum Googles NRF-Offensive das Onlineshopping neu definiert

Von Heiner Sieger 5 min Lesedauer

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Der nächste große Umbruch im E-Commerce hat begonnen. Auf der NRF Retail Show 2026 hat Google gemeinsam mit führenden Handels-, Plattform- und Payment-Partnern eine neue Agentic-Commerce-Architektur für den digitalen Handel vorgestellt – mit weitreichenden Konsequenzen für Sichtbarkeit, Conversion und Kundenbeziehung im Onlineshopping.

(Bild:  © Jay Koppelman/stock.adobe.com)
(Bild: © Jay Koppelman/stock.adobe.com)

DARUM GEHT'S

KI wird Käufer: Agenten übernehmen Suche, Auswahl, Verhandlung und Check-out.

Neue Spielregeln im Handel: Google etabliert mit dem Universal Commerce Protocol (UCP) einen offenen Standard.

Handlungsdruck für Händler: Wer nicht agent‑ready ist, verliert Relevanz in der nächsten E‑Commerce‑Generation.

NRF 2026: Der Moment, in dem sich der E‑Commerce neu ausrichtet

Die NRF Retail Show in New York gilt als Seismograf für die Zukunft des Handels. Zum Jahresauftakt 2026 war dort deutlich zu spüren: Der klassische Online‑Shop als zentrales Interface gerät ins Wanken. Google nutzte die Bühne, um gemeinsam mit Partnern wie Shopify, Etsy, Wayfair, Target und Walmart das Universal Commerce Protocol (UCP) vorzustellen – einen offenen Standard für sogenanntes Agentic Commerce.

Alphabet‑ und Google‑CEO Sundar Pichai unterstrich die Tragweite dieser Entwicklung, als er die „wegweisende Rolle von künstlicher Intelligenz für die Zukunft des Einzelhandels“ hervorhob. UCP sei die technologische Basis für eine neue Handelsära, in der KI nicht mehr nur unterstützt, sondern selbst handelt.

Agentic Commerce erklärt: Wenn KI selbst einkauft

Agentic Commerce beschreibt eine neue Logik des Onlinehandels: KI‑Agenten agieren nicht mehr als Chatbots oder Empfehlungsmaschinen, sondern als aktive Käufer im Auftrag der Nutzer. Sie recherchieren Produkte, vergleichen Preise und Bewertungen, berücksichtigen Budgets, Präferenzen und Loyalty‑Programme – und schließen Käufe eigenständig ab, sofern der Mensch zustimmt.

Das im Dokument skizzierte Beispiel macht diese Vision greifbar: Ein Nutzer formuliert lediglich den Wunsch nach einem „Business-Anzug für bis zu 200 Euro für Bewerbungsgespräche“. Der KI‑Agent übernimmt daraufhin den gesamten Prozess – von der Recherche über Preisvergleiche und Rabattverhandlungen bis zum Check-out. Das bisherige Tab‑Hopping, Warenkorb‑Gefrickel und „Weiter zur Kasse entfällt. Für Konsumenten bedeutet das maximale Bequemlichkeit. Für Händler allerdings eine fundamentale Verschiebung der Spielregeln.

Universal Commerce Protocol (UCP): Das neue Betriebssystem des Handels

Das Universal Commerce Protocol ist das technologische Fundament dieser Entwicklung. Google positioniert UCP als offene, branchenübergreifende „gemeinsame Sprache“ für KI‑Agenten, Händler und Zahlungsanbieter – über die gesamte Customer Journey hinweg.

UCP ist kompatibel mit bestehenden Standards wie Agent2Agent (A2A), Agent Payments Protocol (AP2) und dem Model Context Protocol (MCP) und deckt alle relevanten Handelsphasen ab:

  • Produktsuche: KI‑Agenten können Kataloge semantisch verstehen und vergleichen
  • Dynamische Verhandlung: Preise, Rabatte und Konditionen werden automatisiert ausgehandelt
  • Check-out: Der Kauf erfolgt direkt im KI‑Interface, zum Beispiel über Google Pay oder Shop Pay
  • Post‑Purchase: Tracking, Retouren und Support sind agent‑fähig integriert

Besonders relevant für Händler: UCP erlaubt eigene Extensions. Loyalty‑Programme, Abomodelle oder individuelle Fulfillment‑Regeln lassen sich gezielt integrieren – ein wichtiger Hebel zur Differenzierung in einer zunehmend standardisierten Handelsinfrastruktur.

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