Shopping mit KI-Agenten Agentic Commerce: Skepsis und Sorge vor Kontrollverlust bei den Kunden

Verantwortliche:r Redakteur:in: Konstantin Pfliegl 2 min Lesedauer

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KI-Agenten erobern den E-Commerce: Sie suchen Produkte, vergleichen, wählen aus und tätigen Zahlungen – und das selbstständig. Doch wie denken eigentlich die Verbraucher über Agentic Commerce?

(Bild:  © ZinetroN/stock.adobe.com)
(Bild: © ZinetroN/stock.adobe.com)

Künstliche Intelligenz verändert den E-Commerce grundlegend. Smarte KI-Agenten übernehmen immer mehr Aufgaben der menschlichen Käufer: Sie suchen Produkte, vergleichen deren Eigenschaften und Preise, fällen die Kaufentscheidung erledigen auch gleich die Bezahlung. Für Händler eröffnet sich damit ein neuer Kanal – und Verbraucher sollen Zeit und Aufwand sparen. Doch wie denken Kunden wirklich über Agentic Commerce? Dazu haben Riverty und Adyen Ende vergangenes Jahr 1.000 Verbraucher in Deutschland befragt.

Komfort beim Shopping – ja, aber nicht auf Kosten der Handlungsfreiheit

Die Hälfte der Konsumenten würde KI-Agenten ein monatliches Ausgabenlimit von bis zu 50 Euro einräumen, weitere 24 Prozent bis zu 100 Euro und 15 Prozent bis zu 250 Euro.

Vor allem ältere Verbraucher sind skeptisch: So dominiert die Gruppe der 55- bis 65-Jährigen beim niedrigsten Ausgabenlimit, bis 100 Euro die Gen Z (18- bis 24-Jährige) und bis 250 Euro die 25‑ bis 34-Jährigen. 

Insgesamt zeigt sich, dass Verbraucher der künstlichen Intelligenz derzeit nur begrenzte Autonomie zugestehen: So möchten 93 Prozent der Deutschen ihre KI-Einkaufsentscheidungen jederzeit einsehen oder stoppen können. Fast die Hälfte wünscht sich, dass ein Mensch bei allen Einkäufen die finale Kaufentscheidung bestätigt. Wobei Frauen (53 Prozent) dies stärker als Männer (44 Prozent) befürworten. Insgesamt hält die Mehrheit der Deutschen eine Bestätigung besonders bei teuren oder sensiblen Käufen für notwendig.

Agentic Commerce: Angst vor Kontrollverlust

Die dominierenden Gefühle der Deutschen gegenüber KI-gestütztem Einkaufen sind derzeit Skepsis (46  Prozent) und Kontrollverlust (44  Prozent), begleitet von Neugier (33  Prozent) und Angst (26 Prozent). Dabei ist die Neugier besonders bei den 25- bis 34-Jährigen ausgeprägt.

Aufgrund der noch bestehenden Skepsis spielt vor allem Transparenz im Agentic Commerce eine bedeutende Rolle: 79  Prozent der Befragten geben an, dass klare Informationen darüber, wie eine künstliche Intelligenz ihre Daten verwendet und Kaufentscheidungen trifft, ihr Vertrauen stärken würden.

Darüber hinaus bevorzugen Verbraucher beim Einkaufen mit Agentic Commerce tendenziell bekannte Marken gegenüber anonymen Plattformen: 34 Prozent der Befragten geben an, dass sie meistens eher bekannte Marken wählen würden.

Rechnung steigert das Vertrauen in Agentic Commerce

Beim KI-gesteuerten Einkauf tendieren Kunden eher zu Zahlungsmethoden, die ihnen ein Gefühl der Kontrolle vermitteln. Mehr als die Hälfte (55 Prozent) würden deshalb beim KI-Kauf der Zahlungsmethode auf Rechnung am meisten vertrauen – auch hier überwiegt der Anteil der Frauen deutlich. Mit großem Abstand folgen Kreditkarte und Lastschrift mit jeweils 13 Prozent.

„Verbraucher lehnen KI-Shopping nicht ab. Sie lehnen Unsicherheit ab“, resümiert Alexander Scheibel, Product Development Lead BNPL bei Riverty, die Ergebnisse. Zahlungsmodelle, die Überprüfungen und Reklamationen ermöglichen, könnten das Vertrauen stärken – aber nur, wenn sie mit Transparenz und Kontrolle einhergehen.

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