Fast alle Markenhersteller berichten von Problemen beim Verkauf von Produkten auf dem Amazon-Marktplatz im vergangenen Jahr. Dies geht aus dem „Amazon Vendor Survey Report 2022“ von Pattern hervor.
(Quelle: molpix - Adobe Stock)
Preis- und Rentabilitätsherausforderungen, komplexe oder teure Logistik und Schwierigkeiten bei der Umsatzprognose sind derzeit die größten Problemfelder für Verbrauchermarken, die ihre Produkte über den Amazon-Marktplatz in Europa und dem Nahen Osten (EMEA) verkaufen. Zu diesem Ergebnis kommt der „Amazon Vendor Survey Report 2022“ des E-Commerce-Accelerators Pattern. Für den Report wurden 88 Markenhersteller in EMEA zu ihren Amazon-Verkaufsaktivitäten, Herausforderungen und Zukunftsplänen auf dem Markt befragt. Margendruck und komplexe Logistik gingen bereits im Report 2021 als die größten Herausforderungen für Markenhersteller hervor.
Die Marken, die an der Studie teilgenommen haben, verkaufen einige oder alle ihrer Produkte an Amazon über das 1P- oder Vendor-Modell. Oder sie nutzen ein hybrides Vendor- und 3P-Seller-Modell (bei dem ein Teil des Sortiments von Amazon und ein Teil von einem Drittanbieter verkauft wird). 98 Prozent der Teilnehmer berichten von Schwierigkeiten beim Handel auf dem Amazon-Marktplatz in den vergangenen zwölf Monaten.
Amazon-Marktplatz: Herausforderungen bei Preisen und Rentabilität
Preiserosion ist auch in diesem Jahr die am häufigsten genannte Herausforderung. 64 Prozent der Befragten bezeichnen diese als extrem oder ziemlich schmerzhaft (2021: 59 Prozent). 45 Prozent beurteilen die kommerziellen Bedingungen als ungünstig. Elf Prozent hingegen verspüren keinerlei negative Auswirkungen durch unrentable Produkte. Nur sechs Prozent gaben an, dass Rabatte bei Amazon keine Probleme auf anderen Kanälen verursacht haben. 39 Prozent sind nicht zuversichtlich oder nicht sicher, ob sie in naher Zukunft mit dem gleichen Modell bei Amazon verkaufen werden.
Komplexe oder teure Logistik
52 Prozent der Befragten stuften komplexe oder teure Logistik als extrem oder ziemlich schmerzhaft ein. 51 Prozent gaben an, dass es zu einem Anstieg von Strafzahlungen kam. Und 52 Prozent hatten Probleme, Produkte in die Lager von Amazon zu bringen (2021: 66,1 Prozent). Bei 43 Prozent entstanden die Probleme durch die Unterbrechung ihrer eigenen Lieferkette.
Schwierigkeiten bei der Umsatzprognose
46 Prozent der befragten Marken gaben an, Schwierigkeiten bei der Umsatzprognose zu haben. 38 Prozent sagen, dass ihre Prognosemethoden nicht ausreichen, um genug Lagerbestand vorzuhalten (2021: 42,9 Prozent). 37 Prozent erleben aufgrund des Algorithmus-gesteuerten Preises von Amazon viele Out-of-Stock-Ereignisse.
Bereits im Vorjahr, im Amazon Vendor Survey Report 2021, beurteilten Markenhersteller Margendruck beziehungsweise Preiserosion sowie eine komplexe Logistik als die bedeutendsten Herausforderungen (96,4 Prozent und 85,2 Prozent). Dennoch wird Amazon in den Augen der Marken immer noch als Marktplatz für Wachstum wahrgenommen. Mehr als zwei Drittel der aktuell Befragten planen, über Amazon international zu expandieren. Nur drei Prozent gaben an, in Zukunft nicht mehr auf Amazon verkaufen zu wollen.
Mehrheit ist mit Amazon-Marktplatz zufrieden
Die Meinung der Verkäufer gegenüber dem Amazon-Marktplatz ist weitgehend gut. Etwas mehr als die Hälfte beurteilt ihre Zusammenarbeit als eher positiv (45 Prozent) oder sogar sehr positiv (sechs Prozent). 25 Prozent nehmen eine neutrale Haltung ein. Dieses Meinungsbild ist nicht überraschend, wenn man bedenkt, dass von den befragten Marken 98 Prozent über Probleme beim Handel im vergangenen Jahr berichteten. Und mehr als die Hälfte der befragten Marken nicht in der Lage war, einen Gewinn zu erzielen.
Die Verkäufe über den Amazon-Marktplatz in der EMEA-Region sind für 29 Prozent der Befragten zurückgegangen. Weitere 23 Prozent gaben an, dass ihre Verkäufe stabil sind. Für die Zukunft ihrer Präsenz auf Amazon erwägen 41 Prozent der befragten Marken, auf ein Hybrid-Modell umzusteigen. 13 Prozent planen, von 1P zu einem 3P-Modell zu wechseln.
„Amazon behält in Europa seine Position als erster Anlaufpunkt für die Produktsuche, was eine Präsenz für Markenhersteller dort strategisch wichtig macht“, erklärt Torsten Schäfer, Country Manager Germany beim E-Commerce-Accelerator Pattern. „Um die Kunden optimal erreichen zu können, müssen sie jedoch auf Dauer die damit verbundenen Herausforderungen meistern und die Marke schützen. Ein Fokusbereich muss die teure oder komplexe Logistik sein. Dies erfordert hohe Qualitätsstandards für Lager und Logistik und die Maximierung der Verfügbarkeit durch das 3P-Verkäufer- oder Partner-Modell.“
Zur Methodik der Studie
Pattern befragte für den Report „Amazon Vendor Survey EMEA 2022“ online 100 Teilnehmer von 88 Verbrauchermarken, die zwischen Juli und August 2022 einige oder alle ihrer Produkte an Amazon in Europa und/oder dem Nahen Osten verkaufen. Alle Antworten wurden verifiziert und den Befragten wurde ein Anreiz als Geste der Wertschätzung für ihre Teilnahme angeboten.
Stand: 16.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die WIN-Verlag GmbH & Co. KG, Chiemgaustraße 148, 81549 München einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://kontakt.vogel.de/de/win abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Pattern, Anbieter im Bereich E-Commerce und Marketplace Acceleration, ist seit der Gründung 2013 auf mehr als 1.100 Mitarbeiter angewachsen. Diese sind an 22 Standorten tätig, um Marken beim Wachstum auf D2C-Websites und globalen Marktplätzen zu unterstützen. Der E-Commerce-Serviceanbieter ist nicht nur einer der größten Amazon-Verkäufer der Welt, sondern auch auf Tmall, JD.com, eBay und anderen Marktplätzen vertreten. (sg)