Veraltete IT-Systeme B2B-E-Commerce: Diese Hürden bremsen Anbieter aus

Verantwortliche:r Redakteur:in: Stefan Girschner 3 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Eine neue Studie von Cloudflight zeigt zahlreiche Hindernisse auf, die Unternehmen überwinden müssen, um im B2B-E-Commerce voranzukommen. Veraltete Technologien und unterschiedliche Anreizsysteme sind die Ursache für Frust, Innovationsstau und schwache Performance.

(Bild:  © Ariep/stock.adobe.com - generiert mit KI)
(Bild: © Ariep/stock.adobe.com - generiert mit KI)

Im Online-Handel haben B2B-Kunden heute ähnlich hohe Erwartungen wie B2C-Kunden. Geschwindigkeit, Personalisierung und vollständige Datenintegration sind längst kein Luxus mehr, sondern Standard. Viele Unternehmen tun sich allerdings schwer damit, diese Anforderungen zu erfüllen und die notwendigen organisatorischen und technologischen Maßnahmen umzusetzen. Eine aktuelle Studie von Cloudflight, für die 150 europäischen Entscheider im B2B-E-Commerce befragt wurden, zeigt die wichtigsten Hindernisse bei der digitalen Transformation.

Aktuelle Anforderungen mit veralteter Technologie erfüllen

Je mehr ein Unternehmen wächst, desto älter und komplexer werden seine IT-Systeme. Die Daten der Studie zeigen deutliche Zusammenhänge zwischen Unternehmensgröße, Alter der genutzten Kernplattformen und der Wahrscheinlichkeit, dass separate ERP-Systeme eingesetzt werden. Das führt zu einer Art „technologischer Altlast“ – einem komplexen, veralteten Technologie-Stack. Diese technologische Altlast wirkt wie eine stille Steuer auf jede neue Maßnahme. So wird ein einfaches Anliegen des Sales-Teams – etwa ein neues Preismodell – schnell zu einem sechsmonatigen IT-Projekt.

Die wichtigste Priorität liegt in der Verbesserung der Customer Experience.(Bild:  Cloudflight)
Die wichtigste Priorität liegt in der Verbesserung der Customer Experience.
(Bild: Cloudflight)

Auf diese Weise stirbt Innovation: nicht durch einen einzigen großen Fehlschlag, sondern durch tausend kleine Verzögerungen. Langsame Produkteinführungen, schlechte Datenauswertung, sperrige Benutzeroberflächen, fehlende intelligente Suchfunktionen und schwierige System-Integrationen betreffen Unternehmen jeder Größe und in allen Branchen. Mit veralteten Systemen zu arbeiten, ist nicht nur frustrierend, sondern auch teuer. Die produzierende Industrie ist davon am stärksten betroffen – einzelne Unternehmen schätzen ihre Umsatzeinbußen aufgrund von Systemausfällen auf bis zu eine Million Euro pro Jahr.

B2B-E-Commerce: Widersprüchliche Ziele bei Investitionen

Die Befragten nennen folgende Funktionen, die bei ihrer B2B-E-Commerce-Plattform fehlen.(Bild:  Cloudflight)
Die Befragten nennen folgende Funktionen, die bei ihrer B2B-E-Commerce-Plattform fehlen.
(Bild: Cloudflight)

Die Studienergebnisse zeigen: Unterschiedliche KPIs und Zielbilder zwischen IT und Business führen häufig zu Stillstand. Während CIOs und CTOs in die Basis-Infrastruktur wie ERP-, CRM- oder PIM-Systeme investieren wollen (63,6 Prozent beziehungsweise 60 Prozent), liegt der Fokus von COOs und Vertriebsleitungen auf dem Kunden-Frontend – beispielsweise Self-Service-Portale oder personalisierte Kunden-Erlebnisse (76,2 Prozent beziehungsweise 80 Prozent). Beide Perspektiven sind valide, doch ohne strategische Abstimmung entstehen Zielkonflikte. In der Folge bekommt niemand das, was wirklich nötig wäre.

Organisatorische Reife und B2B-E-Commerce-Strategie

Die Studie zeigt, dass die meisten Unternehmen im E-Commerce wachsen wollen, unabhängig von der Branche oder Unternehmensgröße. Die Strategien, mit denen dieses Wachstum erreicht werden soll, unterscheiden sich aber stark. Das deutet auf unterschiedliche Auffassungen über die Rolle des B2B-E-Commerce im Unternehmen hin:

  • Großunternehmen (über 500 Millionen Euro Umsatz) wollen vor allem ihren Online-Umsatz steigern (72,2 Prozent).
  • Mittelständische Unternehmen (50 bis 99 und 100 499 Millionen Euro Umsatz) konzentrieren sich stärker auf den Kunden – hier liegt der Schwerpunkt vor allem bei der Verbesserung der Customer Experience (65,5 Prozent bzw. 92,2 Prozent).
  • Kleinunternehmen (weniger als 10 und 10 bis 49 Millionen Euro Umsatz) wollen vor allem ihre Reichweite steigern und neue Märkte erschließen (70 bzw. 75 Prozent).

Die Studie zeigt also, wie wichtig es für Führungskräfte ist, den digitalen Reifegrad ihres Unternehmens zu kennen und die B2B-E-Commerce-Strategie daran auszurichten. Wachstum stockt oft dann, wenn Strategie und Reifegrad nicht zueinander passen.

„Digitale Transformation ist weit mehr als ein Plattform-Upgrade. Sie ist eine strategische Neuausrichtung des gesamten Geschäftsmodells und der operativen Prozesse. Die Zukunft des B2B-E-Commerce gehört den Unternehmen, die innovative, flexible und leistungsstarke digitale Ökosysteme aufbauen – passgenau zu ihren Geschäftszielen“, erklärt Vanessa Belstler, Vice President Digital Commerce Sales bei Cloudflight.

Zur Methodik der Studie: Die Studie wurde von der Marktforschungsgesellschaft moweb research im Auftrag von Cloudflight durchgeführt. Hierfür wurden 150 europäischen B2B-E-Commerce-Führungskräfte online befragt. Die Teilnehmer stammen aus fünf Branchen: Industrie, Automobil, Elektronik, Chemie und Großhandel. Befragt wurden Führungskräfte aus dem Top-Management und der oberen Leitungsebene.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung