Nach dem Jahreshöchststand im Mai 2024 verzeichnete der Transportbarometer von Timocom einen leichten Rückgang bei Frachtangeboten im Juni. Zudem liegen die Preise von Anbietern und Nachfragern innerdeutsch deutlich auseinander.
(Bild: Travel mania/Adobe Stock)
Trotz der schwachen Konjunktur und den wirtschaftlichen Herausforderungen in Europa stiegen die Frachtangebote im zweiten Quartal 2024. Laut dem Transportbarometer im Marktplatz von Timocom, einem der größten Netzwerke für den Straßengüterverkehr in Europa, lagen die Frachteingaben deutlich über den Vorjahreswerten. Europaweit wurden insgesamt doppelt so viele Frachtangebote wie im selben Zeitraum des Jahres 2023 generiert (+101 Prozent) und 53 Prozent mehr als im ersten Quartal 2024.
Wie im Vorjahr zeigte der Mai beim Frachtaufkommen Spitzenwerte (+112 Prozent gegenüber 2023) und erreichte einen neuen Jahreshöchststand mit einem Frachtanteil von durchschnittlich 81 Prozent. Die Anzahl der Frachtangebote im deutschen Binnenverkehr lag im zweiten Quartal insgesamt 66 Prozent über dem Vorjahresquartal. Im Vergleich zum ersten Quartal stieg die Anzahl innerdeutscher Angebote ebenfalls um zwei Drittel.
Transportbarometer: Zu wenige Kapazitäten für kurzfristige Transporte
Im feiertagsstarken Monat Mai gibt es alljährlich einen besonders hohen Transportbedarf. Um solche Spitzen zu bewältigen, werden die zusätzlich benötigten Kapazitäten vor allem auf Frachtenbörsen gesucht. Auch Verlader und Speditionen, die normalerweise vor allem feste Transportpartner einsetzen, stellen in dieser Situation vermehrt Transportaufträge ein.
Gunnar Gburek, Head of Business Affairs bei Timocom, erläutert: „Die Angebotspreise in Frachtenbörsen sind dann meist lukrativer als die fest vereinbarten Konditionen“, „Frachtführer sind oft nicht bereit, ihren Auftraggebern zu den vergleichsweise niedrigen Frachtpreisen mehr Kapazitäten zur Verfügung zu stellen. Daher gehen viele Auftraggeber dazu über, die offenen Transportaufträge in Frachtenbörsen anzubieten.“
Die Laderaumangebote in Europa im zweiten Quartal 2024 laut dem Transportbarometer.
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Der Fahrermangel und die Zunahme von Insolvenzen tragen mit zu den Kapazitätsengpässen auf dem Transportmarkt bei. Im Marktplatz vom Timocom wurden, nach einem Vorjahresminus von 28 Prozent bei Laderaumangeboten in Q1 2024, im zweiten Quartal 2024 nochmals 3 Prozent LKW-Kapazitäten weniger als im Vorjahr eingestellt. „Eine höhere Nachfrage und steigende Preise animieren die Frachtführer eigentlich dazu, neue Kapazitäten aufzubauen. Die schlechte Infrastruktur und die unkalkulierbare Einsatzfähigkeit neuer Antriebstechnologien lassen aber viele zögern“, so Gunnar Gburek. „Dies könnte dazu führen, dass eine möglicherweise anziehende Konjunktur durch nicht vorhandene Kapazitäten ins Stocken gerät.“
Timocom empfiehlt Verladern die Einrichtung von geschlossenen Frachtenbörsen, auf denen die zusätzlich benötigten Touren angeboten werden können. Dort erhalten die daran angeschlossenen, festen Transportpartner dann die Möglichkeit, per Preisvorschlag für diese Touren aktuell marktgerechte Preise zu verlangen.
Transportbarometer: Angebotspreise und Preisvorschläge schwanken
Die Fracht-Laderaum-Verhältnis im Jahresüberblick laut dem Transportbarometer.
(Bild: Timocom)
Innerhalb Deutschlands lagen die Angebotspreise von eingestellten Frachtangeboten in Q2 2024 je nach aktueller Nachfrage im Wochendurchschnitt zwischen 1,61 Euro/km und 1,83 Euro/km. Der Durchschnittspreis lag im zweiten Quartal 13,9 Prozent über dem Angebotspreis des Vorjahresquartals. Demgegenüber zeigten die Preisvorschläge der Transporteure im 2. Quartal Durchschnittswerte bis zu 1,93 Euro/km. In nachfragestarken Wochen stieg der geforderte Preis für innerdeutsche Touren also deutlich. Das ist ein Plus von 17,4 Prozent gegenüber 2023. Damit liegen Angebots- und Nachfragepreis deutlich auseinander. „Am Ende werden sich beide Parteien vermutlich in der Mitte geeinigt haben“, ist Gunnar Gburek überzeugt.
Mit Blick auf alle europäischen Relationen betrug der Angebotspreis durchschnittlich 1,60 Euro/km. Die Preisvorschläge für die internationalen Transporte lagen dagegen im Schnitt bei bis zu 1,58 Euro/km und damit nahezu auf Angebotspreis-Niveau. Hier war die Differenz nicht so deutlich, denn längere, grenzüberschreitende Routen ermöglichen in der Regel einen günstigeren km-Preis und die Kosten für Diesel sowie Maut fallen je nach Region unterschiedlich stark ins Gewicht.
Stand: 16.12.2025
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Die höchsten Angebotspreise waren auf Routen nach Großbritannien zu finden: Die Höchstwerte für Transportangebote vor allem aus der Schweiz, Italien und Frankreich ins Vereinigte Königreich lagen im Wochendurchschnitt zwischen 2,34 Euro/km und 2,75 Euro/km. Der Mehraufwand durch komplizierte Zollabfertigungen und langwierige Wartezeiten an den Grenzen sowie die Schwierigkeit, passende Rücktouren zu finden, sind wesentliche Gründe für die vergleichsweise hohen Preise.
Sommerloch erwartet: Rückgang der Frachtangebote bis August
Die Prognose für das dritte Quartal 2024 geht von einer sinkenden Nachfrage am Transportmarkt aus. Das durchschnittliche Verhältnis von Fracht- zu Laderaumangeboten wird voraussichtlich in den traditionell schwächeren Sommermonaten Juli und August unter 70:30 liegen. Erst ab September 2024 werden mit Blick auf das kommende Weihnachtsgeschäft saisonal bedingt vermutlich wieder Zuwächse bei Frachtangeboten zu verzeichnen sein. Der Frachtanteil im Transportbarometer von Timocom könnte dann erneut 75 Prozent überschreiten und sich wieder den Werten von 2022 annähern (siehe Prognose in Grafik).