Das Navigieren durch den komplexen Cashflow kann sich wie ein ständiger Akt des Jonglierens anfühlen. Das bestehende Inventar muss aufgefüllt werden, zudem erfordern die Betriebskosten viel Aufmerksamkeit. Um einen reibungslosen Betrieb zu gewährleisten, sollten sich gerade junge Unternehmen mit dem Betriebskapital als wichtiges Lebenselixier beschäftigen.
(Bild: Treecha/Adobe Stock)
Beim Begriff Betriebskapital geht es um die Geldsumme, die für den täglichen Betrieb des eigenen Unternehmens zur Verfügung steht. Man kann dies auch als den Spielraum betrachten, den man besitzt, um kurzfristige Ausgaben wie zum Beispiel Gehälter der Mitarbeiter, Lagereinkäufe und Stromrechnungen zu bezahlen, bevor man eigentlich Zahlungen von seinen Kunden in Empfang genommen hat. Dieser Begriff stellt eine wichtige Kennzahl des eigenen Betriebs dar, die die kurzfristige finanzielle Gesundheit und die eigene Fähigkeit, das Geschäft reibungslos am Laufen zu halten, widerspiegelt.
Betriebskapital: Die Formel zur Berechnung
Man sollte das Betriebskapital als eine Momentaufnahme der eigenen finanziellen Beweglichkeit betrachten. Ein positiver Wert bedeutet, dass das Unternehmen über genügend Mittel verfügt, um seine kurzfristigen Verpflichtungen zu erfüllen. Eine negative Zahl deutet auf potenzielle Cashflow-Probleme hin. Die Berechnung des Betriebskapitals ist relativ einfach: Betriebskapital = Umlaufvermögen minus kurzfristige Verbindlichkeiten
Das Umlaufvermögen setzt sich aus jenen Ressourcen zusammen, die innerhalb eines Jahres leicht in Bargeld umgewandelt werden können (zum Beispiel Lagerbestand, Forderungen). Kurzfristige Verbindlichkeiten sind Schulden, die innerhalb eines kurzen Zeitraums fällig werden (zum Beispiel Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, übersehbare Aufwendungen und ähnliche Verpflichtungen). Nachfolgend werden fünf wichtige Tipps für ein effektives Management des Betriebskapitals vorgestellt.
1. Betriebskapital: Optimierung des Lagerbestands
ABC-Analyse: Man sollte seine "Star Performer" identifizieren, also jene Lagerartikel, die sich besonders schnell umsetzen. Und man sollte dementsprechend Prioritäten bei deren Beschaffung setzen, um die Bindung von Barmitteln in sich langsam verkaufenden Beständen zu minimieren.
Schlanke Produktion: Hier kommt es auf Effizienz an. Man sollte sich an Lean-Prinzipien orientieren, um Verschwendung zu minimieren und den Produktionsfluss zu optimieren. Dadurch wird der Bedarf an Lagerbeständen verringert, und Betriebskapital wird freigesetzt.
Rabatte für frühzeitige Zahlungen von Kundenseite: Man sollte Anreize wie zum Beispiel Rabatte für eine schnellere Begleichung von Außenständen anbieten, um Kunden zu einer schnelleren Zahlung zu motivieren und den eigenen Cashflow zu beschleunigen.
2. Die Verwaltung von Forderungen
Strengere Kreditkontrolle: Man sollte seine eigenen Finanzen schützen und strenge Maßnahmen zur Kreditkontrolle für neue Kunden einführen. Auf diese Weise lässt sich das Risiko von Forderungsausfällen minimieren, was sich wiederum positiv auf das eigene Betriebskapital auswirkt.
Factoring: Neue Partnerschaften in Betracht ziehen. Eine Kooperation mit einem spezialisierten Anbieter von Buy Now Pay Later (BNPL) kann den Forderungseinzug beschleunigen und dem eigenen Unternehmen sofort verfügbare Barmittel zuführen, während die Käufer entsprechend ihren eigenen Kriterien bezahlen können.
3. Betriebskapital: Verringerung der Verbindlichkeiten
Verhandlungen mit Lieferanten: Hier sollte man strategische Beziehungen aufbauen. Auf diese Weise kann mit wichtigen Lieferanten verlängerte Zahlungsfristen vereinbaren, um aktuelle Ausgaben aufzuschieben und den Cashflow zu verbessern.
Frühzeitige Zahlungsrabatte: Gelegenheiten ausnutzen. Man sollte auf die von den Lieferanten angebotenen Frühzahlungsrabatte eingehen, um Geld zu sparen und das eigene Betriebskapital zu schonen.
Innovative Finanzierung: Neue Optionen herausfinden. Innovative Finanzierungslösungen wie zum Beispiel Kreditlinien für Lieferanten prüfen, um flexible Finanzierungen zu erhalten und Verbindlichkeiten strategisch verwalten zu können.
4. Einführung von Automatisierungslösungen
Buchhaltungssoftware: Prozesse rationalisieren. Buchhaltungs-Software verwenden, um die Rechnungsverarbeitung und Zahlungsverfolgung zu automatisieren. Auf diese Weise lassen sich Zeit sparen und die Genauigkeit verbessern.
Systeme zur Bestandsverwaltung: In Echtzeit Transparenz gewinnen. Systeme zur Bestandsverwaltung einrichten, um Bestände aktuell zu überprüfen, um eine bessere Planung und ein optimiertes Cashflow-Management zu ermöglichen.
Analyse der Daten: Fundierte Entscheidungen treffen. Analyse der Daten verwenden, um Verbesserungspotenziale zu erkennen und die Entscheidungsfindung in allen Bereichen des Betriebs zu optimieren. Diese Prozesse wirken sich positiv auf das gesamte Betriebskapital aus.
Stand: 16.12.2025
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5. Wichtige Informationen einholen
Regelmäßige Kontrolle: Die Quote an Betriebskapital und andere wichtige Finanzkennzahlen genau im Auge behalten, um eventuelle Probleme proaktiv zu erkennen und wichtige Fortschritte aktuell zu verfolgen.
Benchmarking: Sich mit den Besten in der Branche vergleichen. Die eigenen Leistungen an den Branchenstandards messen, um Stärken und Schwächen rechtzeitig zu erkennen und Verbesserungsmöglichkeiten zu identifizieren.
Experten heranziehen: Nicht zögern, wenn es um den professionellen Rat von Finanz- oder Unternehmensberatern geht, die die eigene Situation aus externer Beobachtung analysieren und maßgeschneiderte Strategien zur Optimierung des Betriebskapitals empfehlen können.
Strategischer Ansatz für das eigene Betriebskapital
Bei der Beherrschung des Managements des Betriebskapitals geht es nicht nur darum, das eigene Unternehmen über Wasser und in der Gewinnzone zu halten, sondern auch darum, es mit Zuversicht und Beweglichkeit weiter voranzubringen: Mit einem strategischen Ansatz für die Verwaltung von Beständen, Forderungen und Verbindlichkeiten und der Nutzung technologischer Fortschritte wie Automatisierung und Datenanalyse kann man das eigene Betriebskapital von einer reinen Finanzkennzahl in ein dynamisches Instrument für Wachstum und Stabilität verwandeln. Das Ziel besteht nicht nur darin, die Ebbe und Flut der Geschäftszyklen zu überstehen, sondern in ihnen zu wachsen und potenzielle Herausforderungen in Chancen für die eigene Expansion und Innovation zu verwandeln.
Malte Huffmann ist Co-Founder und Co-CEO bei Mondu, Anbieter von Lösungen für den B2B-Zahlungsverkehr. Hierbei werden B2B-Zahlungen auf eine Stufe mit B2C-Zahlungen und die Kunden in den Mittelpunkt des Zahlungsflusses gestellt. Die Lösung ermöglicht es Händlern und Marktplätzen, die beliebtesten B2B-Zahlungsmethoden und flexible Zahlungsbedingungen in einem Multichannel-Umfeld anzubieten.