Verluste von bis zu über 100.000 Euro pro Jahr Betrug im E-Commerce: 95 Prozent der Onlineshops sind betroffen

Verantwortliche:r Redakteur:in: Konstantin Pfliegl 2 min Lesedauer

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Betrug oder Betrugsversuche gehören mittlerweile zum Alltag im E-Commerce – fast alle Händler sind betroffen. Vor allem Identitätsbetrug ist weitverbreitet. Die Schäden: teilweise über 100.000 Euro.

(Bild:  © Premium art/stock.adobe.com)
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Vor allem rund um den Black Friday sind die Betrüger wieder besonders umtriebig – und versuchen, zum Beispiel mit gestohlenen Kreditkartendaten an Waren zu kommen. Laut der Umfrage „Betrug im E-Commerce“ des Wirtschaftsdienstleisters Crif wurden 95 Prozent der Onlineshops in Deutschland bereits mit Betrug oder Betrugsversuchen konfrontiert.

Wenn man die die Entwicklung der letzten zwölf Monate betrachtet, dann berichten 45 Prozent der E-Commerce-Unternehmen von weiter gestiegenen Betrugsrisiken. Für 42 Prozent der Shops ist die Entwicklung der Betrugsfälle auf hohem Niveau gleichgeblieben. Lediglich 12 Prozent der Händler verzeichnen weniger Betrugsfälle als im Vorjahr.

Betrug im E-Commerce: Identitätsbetrug ist die Nummer 1

Die beliebteste Betrugsmethode der Schurken ist laut Crif dabei der Identitätsdiebstahl: 76 Prozent der E-Commerce-Unternehmen waren bereits damit konfrontiert, dass sich ein Kunde als eine andere reale Person ausgegeben hat.

Und 53 Prozent der Händler waren vom sogenannten Eingehungsbetrug betroffen. Dabei bestellen Käufer Waren, obwohl sie bereits wissen, dass sie die Rechnung nicht begleichen können oder wollen. Weitere Zahlen der Umfrage: 47 Prozent der Betrugsfälle resultieren aus gestohlenen Zahlungsdaten, etwa Kreditkarten. Und 41 Prozent der Shops sehen im sogenannten Account Takeover eine häufige Betrugsform – dabei nutzen Täter das Kundenkonto einer anderen Person für ihre Bestellungen.

Schäden von über 100.000 Euro

Die Auswirkungen der betrügerischen Aktivitäten sind vielfältig: Reputationsschäden, juristische Kosten und direkte finanzielle Verluste. Für den Großteil (79 Prozent) der befragten Unternehmen lag der höchste Einzelverlustbetrag durch Betrugsfälle bei unter 5.000 Euro. Allerdings gaben 12 Prozent der Onlineshops an, dass die durchschnittlichen Verluste pro Schadensfall zwischen 5.000 und 10.000 Euro lagen. Bei 9 Prozent der Shops lag der Einzelschaden sogar bei über 10.000 Euro.

Gefragt nach der gesamten Schadensumme der letzten zwölf Monate, lag diese bei 42 Prozent der Shops unter 10.000 Euro. 32 Prozent erlitten Verluste zwischen 10.000 und 100.000 Euro. Mehr als ein Viertel (26 Prozent) der befragten Onlineshops sieht sich mit Verlusten von über 100.000 Euro pro Jahr konfrontiert.

Um sich effektiv vor Betrug zu schützen, setzen immer mehr Onlinehändler auf automatisierte Risk-, Ident- und Fraud-Prevention-Lösungen. Laut der Studie führen 94 Prozent der deutschen Onlineshops bereits Maßnahmen zur Betrugserkennung durch. Dabei nutzen 90 Prozent eine Kombination aus manuellen und automatisierten Maßnahmen.

„Onlineshops sollten an umsatzstarken Tagen wie dem Black Friday oder Cyber Monday besonders aufmerksam sein, Identitäts- und Zahlungskontrollen verstärken und ihre Betrugspräventionsstrategien überprüfen, um das Umsatzpotenzial nicht durch Verluste zu gefährden“, so Dr. Frank Schlein, Geschäftsführer von Crif Deutschland. Betrugsprävention sei heute wichtiger denn je: Wer einen Onlineshop betreibe, muss damit rechnen, Opfer von Betrug zu werden. Kaum ein Händler sei bislang verschont geblieben – viele mussten bereits erhebliche finanzielle Einbußen durch organisierten Betrug hinnehmen.

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