3D-Visualisierung Die Zukunft des E-Commerce im Möbelhandel

Ein Gastbeitrag von Jostein Pedersen 4 min Lesedauer

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Es ist kein Geheimnis, dass neue Technologien wie 3D-Visualisierung, einschließlich Augmented und Virtual Reality, die E-Commerce-Branche und den Verkaufsprozess grundlegend verändern. Einzelhändler stehen nun vor der Frage, in welche Technologien sie investieren sollten, um wettbewerbsfähig zu bleiben. 

(Bild:  Chaos Software)
(Bild: Chaos Software)

Über 20 Jahre lang kannte die E-Commerce-Branche nur kontinuierliches Wachstum. Doch nach dem Boom von Online-Einkäufen in der Pandemie sah die Branche sich im Jahr 2022 das erste Mal einem sinkenden Umsatz gegenüber. Der Onlinehandelsverbands bevh e.V. erwartet in diesem Jahr einen weiteren Rückgang, der sogar zweistellig ausfallen könnte. Gründe für das Umsatzminus gibt es viele, darunter Inflation, geringeres Verbrauchervertrauen, Lieferengpässe und steigende Erwartungshaltungen der Kunden. Für viele Onlinehändler entsteht durch diese neuen Rahmenbedingungen die Notwendigkeit, neue Prozesse und Technologien zu definieren, die Kosten senken, Produktivität steigern und das Kundenerlebnis beispielsweise durch 3D-Visualisierung zu verbessern. 

Einführung in die Technologie der 3D-Visualisierung

Trotz des aktuellen Umsatzminus bleibt das Onlineshopping eine beliebte Art des Einkaufens. Denn Konsumenten genießen die große Produktauswahl, Bequemlichkeit, effiziente Preisvergleichsmöglichkeiten und die Verfügbarkeit von Kundenbewertungen, die mehr Vertrauen und Orientierung bieten. Kunden können entspannt von zuhause alles von Lebensmitteln bis zu Klamotten bestellen, mit einer guten Vorstellung der Qualität des Produkts. Jedoch gibt es Bereiche, in denen das An- und Ausprobieren doch entscheidend ist, um eine finale Kaufentscheidung zu erwirken – insbesondere, wenn auch die Beratung wegfällt. 

Mit einer 3D-Visualisierung entfallen die Kosten für das Fotografieren von Möbeln.(Bild:  Chaos Software)
Mit einer 3D-Visualisierung entfallen die Kosten für das Fotografieren von Möbeln.
(Bild: Chaos Software)

Umso wichtiger sind daher für Online-Käufer eine Vielzahl von Produkt- und Lifestyle-Bildern, um eine sichere Kaufentscheidung zu treffen. Die Personalisierung dieser Darstellungen ist daher essenziell. Hier kann das Online-Shopping zusätzlich punkten und eine Balance zu den Aspekten schaffen, die es im Gegensatz zum Einkaufserlebnis in stationären Läden nicht bieten kann. Die Technologie der 3D-Visualisierung macht diese Personalisierung möglich. Somit wird nicht nur das Einkaufserlebnis verbessert, sondern auch die Anzahl von Retouren minimiert.  

Laut einer Studie von Forrester Consulting aus dem Jahr 2023, in Auftrag gegeben von Chaos, setzen schon heute 56 Prozent der Möbelhersteller 3D-Visualisierungen ein, um Bilder automatisch zu erstellen oder anzupassen, und die Mehrheit (66 Prozent) sieht ein optimiertes Kundenerlebnis als einen der größten Vorteile der 3D-Technologie. So können Einzelhändler mit 3D-Visualisierung Ihren Umsatz steigern, da die Kosten für das Fotografieren von Produkten, Studiozeit und der Versand von Musterexemplaren zum Fotografieren wegfallen.

Beispiel für die 3D-Visualisierung im Möbelhandel

Die Möbelindustrie spürt die Baukrise und die Konsumzurückhaltung auch in diesem Jahr – tatsächlich haben im Jahr 2024 bereits 40 Prozent der Hersteller Kurzarbeit angeordnet. Der Online-Verkauf, und damit auch die 3D-Visualisierung, ist also eine immer wichtigere Einkommensquelle. In der Möbelbranche hat zum Beispiel Yardistry, eine kanadische Marke, die sich auf montagefertige Gartenmöbel spezialisiert, mit 3D-Visualisierung den E-Commerce-Umsatz innerhalb eines Jahres verdoppelt. 

Da die Produkte von Yardistry, darunter Gartenlauben, Pavillons und Pergolen, recht groß sind, hatten Kunden häufig Fragen zu Größe und Abmessungen, und Yardistry brauchte eine langfristige Lösung. Mit integrierten 3D-Visualisierungs-Tools können Online-Käufer von Yardistry nun mit Produkten interagieren, um ein visualisiertes Modell zu drehen, zu zoomen und zu inspizieren, bevor sie es bestellen. Auch AR-Tools wurden integriert, womit Kunden ausgewählte Produkt in ihre eigenen Räumlichkeiten platzieren und begutachten können. 

Die Zukunft des Onlinehandels in der Möbelbranche

Die künstliche Intelligenz bietet Möbelhändlern ein großes Potenzial, da sie Arbeitsprozesse beschleunigen und automatisieren kann. In der Möbelbranche kann das beispielsweise für das Anpassen von Bildgrößen und -farben sowie der Austausch von Hintergrundmotiven verwendet werden.  Möbelhersteller werden zukünftig das Potenzial der KI über den gesamten Visualisierungsprozess hinweg erkunden. Die Technologie wird Content nicht nur erstellen, sie wird ihn für die verschiedenen Verkaufskanäle anpassen. Tatsächlich verwenden zwei Drittel (68 Prozent) der Möbelhersteller zehn bis 25 Prozent ihres Budgets für die Einführung von KI- und 3D-Visualisierungstechnologien. 

Zusätzlich zur KI spielen auch die modernen Cloud-Plattformen eine zentrale Rolle bei dem zukünftigen Erfolg des Onlinehandels. Dank der Flexibilität, Leistung und Skalierbarkeit, die diese Plattformen bieten, können Einzelhändler große Mengen an digitalen Assets schnell und ohne große zusätzliche Ressourcen erstellen. Unternehmen können somit aktiv auf neue Markttrends und Kundenanforderungen reagieren, ohne sich davor um die Bereitstellung und Wartung von lokaler Hardware kümmern zu müssen – keine speziellen technischen Kenntnisse sind erforderlich. 

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Cloud-basierte CMS unterstützt die 3D-Visualisierung 

Viele Cloud-basierte Content-Management-Systeme (CMS) bieten auch integrierte Werkzeuge zur Erstellung von Produktseiten, Bildergalerien und Produktbeschreibungen an. Sobald also ein Produktrendering existiert, kann es für Omnichannel-Marketing verwendet und angepasst werden, wie Google Ad-Listings, Display-Anzeigen oder E-Mail-Newsletter. So geben moderne Technologien – KI, Cloud-Plattformen und 3D-Visualisierung – Onlinehändlern die Ressourcen, um sich erfolgreich in der digitalen Zukunft zu positionieren. Prognosen zufolge kann das BIP in Deutschland tatsächlich bis 2030 um 11,3 Prozent ansteigen – allein durch den Einsatz von Technologien wie KI – was einer Wertschöpfung von rund 430 Milliarden Euro entspricht.

3D-VisualisierungJostein Pedersen
ist VP Product – E-Commerce for Product, Production and Services bei Chaos Software, einem Anbieter von 3D-Visualisierungslösungen.

Bildquelle: Chaos Software