Dass Logistik systemrelevant ist, wissen wir nur zu gut. Aber auch, wo Schwachstellen bestehen – das Frachtschiff, das Anfang dieses Jahres im Suez-Kanal feststeckte und tagelang die Passage blockierte, ist ein Beispiel dafür. Innovative Lösungen sind gefragt.
(Quelle: PopTika/shutterstock)
Die Warenströme werden auch in Zukunft nicht abnehmen. Damit die Systeme rundlaufen, sind nicht nur optimierte Prozesse nötig, sondern digitale Lösungen in der gesamten Logistikkette. Das hat positive Auswirkungen auf Abläufe, die beschleunigt werden, und auch auf die Umwelt. Doch wie digital ist Logistik und welche Lösungen bieten innovative Logistik-Start-ups?
Digitalisierungsgrad beim Warentransport – Logistik-Start-ups haben die Antwort
Der Branchen-Verband Bitkom hat, um diese Frage zu beantworten, im vergangenen Jahr ein interessantes Experiment durchgeführt. Er schickte einen Container vom Hersteller in Deutschland über Bremerhaven mit Zwischenstopp im portugiesischen Sines nach Vancouver in Kanada. Dabei wurde überprüft, an welchen Stellen Dokumente in welcher Form – elektronisch oder physisch – ausgetauscht wurden. GPS und Datenplattformen übernahmen dabei das Tracking. An zehn Stellen wurden Dokumente ausgetauscht – bei sechs lief der Tausch elektronisch, bei sieben jedoch auf Papier oder per PDF. An drei standen die Daten in beiden Formaten bereit. Dieses Beispiel bildet zwar nur einen kleinen Ausschnitt aus der logistischen Lieferkette ab. Zeigt aber doch sehr deutlich, dass es in puncto Digitalisierung noch viel Luft nach oben gibt.
Innovative Logistik-Start-ups
Dieses Manko haben auch Logistik-Start-ups erkannt. Deswegen konzentrieren sie sich mit ihren Geschäftsmodellen schwerpunktmäßig darauf, logistische Abläufe zu digitalisieren und effizienter zu machen. Es lohnt sich also, wenn alteingesessene Logistiker auf die Newcomer in der Branche schielen. Um einen Überblick zu schaffen, hat die Redaktion des e-commerce magazins, interessante Geschäftsideen in der Logistik zusammengestellt:
Evy Solutions
Das Kölner Start-up Evy Solutions weiß, dass die Postfächer von Transport- und Logistikunternehmen jeden Tag massenhaft durch Dokumente überquellen, die meistens manuell weiterverarbeitet werden. Das ist fehleranfällig und bindet Zeit und Ressourcen. Das Jungunternehmen hat deshalb eine KI-basierte Software mit textbasiertem Ansatz entwickelt, die unstrukturierte Daten und relevante Informationen herauslesen und klassifizieren kann. Was die Lösung laut den Gründern, Michael Vogel und Arian Storch so attraktiv macht, ist die Analyse unstrukturierter Daten: „Unserer Lösung ist es egal, an welcher Stelle im Text die relevanten Informationen stehen“, erklärt Vogel. Bereits innerhalb von drei bis vier Wochen erreiche sie eine Zuverlässigkeit von 99 Prozent. Evy Xpac, so der Produktname, kann eine Vielzahl von Dokumententypen- und Formaten verarbeiten und benötigt zum Anlernen der KI lediglich eine Datenbasis von 50 bis 100 Dokumenten. Zudem werden die Daten DSGV-konform gehostet und in Deutschland verarbeitet.
(Evy Solutions klassifiziert Daten mit einer KI-basierten Software. Dank des textbasiertem Ansatzes kann sie unstrukturierte Daten und relevante Informationen auslesen. Bild: Evy Solutions)
Urbane, grüne Logistik
Wie können Straßen Lieferwagenfrei werden? Dieser Frage widmet sich das Aachener Start-ups Droid Drive. Es hat für die letzte Meile ein elektrisches Leichtfahrzeug entwickelt, das anstelle von Lieferwägen Pakete ausliefern soll. Um möglichst einen geringen ökologischen Fußabdruck zu hinterlassen, werden die Fahrzeuge elektrisch angetrieben. Bis zu fünf Ducks lassen sich hintereinander koppeln. Damit erzielen die Start-up Gründer, Dr. Kai Kreisköther, Markus Werle und Fabian Kober, ein Transportvolumen, das einem herkömmlichen Lieferwagen entspricht, also etwa 1,5 Tonnen. Ein Duck ist einen Meter breit und 2,2 Meter lang. Schmal genug, um auch auf Fahrrad- oder Gehwegen unterwegs sein zu können. Das elektrische Vehikel wird von einem Fahrer gesteuert, der von Sensoren und künstlicher Intelligenz unterstützt wird. So sollen Kollisionen vermieden werden können. Der Ducktrain ist aber auch halb- oder vollautomatisch steuerbar und eignet sich nicht nur für die letzte Meile. Er kann auch für Essenlieferungen oder für schwere Cargo-Lieferungen eingesetzt werden.
Das Münchner Start-up Filics will mit seiner Lösung intralogistische Prozesse neu definieren. Und die fangen in der Regel beim Transport von Paletten an. Dafür hat das Unternehmen zwei mechanisch nicht verbundene Kufen entwickelt, die unabhängig von einander unter die Palette oder Gitterbox einfahren und sie anheben. Anschließend bewegen sie diese an den gewünschten Standort im Lager. Die Kufen sind digital steuerbar und akkubetrieben. Die Gründer Julius Lutzer und Gregor Kolls haben Wert darauf gelegt, dass ein Batteriewechsel schnell durchzuführen ist, um einen Dauereinsatz von nahezu 24 Stunden zu gewährleisten. Die Kufen von Filics lassen sich blockweise einsetzen, so dass Palettenblöcke ebenso bewegt werden können wie einzelne.
(Clevere Idee: Start-up Filics bewegt Paletten mit digital steuerbaren Kufen. Bild: Filics)
Dadurch, dass sie unter die Paletten fahren, benötigen sie keinen Platz, um zu manövrieren und können in Lagern eingesetzt werden, die über ein geringes Platzangebot verfügen. Teile des Systems sind bereits zum Patent angemeldet.
Tourenplanung
Flutaro heißt das Gründerteam um Jasmin Löffler und Vincent Frey aus Potsdam, das sich darauf konzentriert die Tourenplanung zu digitalisieren. Die Lösung dazu erlaubt, die schnellste Route zu planen, berücksichtigt dabei aber auch die vielen Restriktionen, die beachtet werden müssen. Dazu gehören individuelle Ruhe- und Lenkzeiten ebenso wie Lieferzeitfenster, Fahrertermine oder Ladekapazitäten. Mit Flutaro Planning können Fuhrpark- und Stammdaten gemanagt werden sowie relevante Informationen zu Fahrern, Fahrerlaubnissen- und Qualifikationen. Es lassen sich zudem Fahrzeugprofile mit Fahrzeugtypen und Ladekapazitäten anlegen. Bestehende Planungs- und Stammdaten lassen sich über einen Excel-Import-Assistenten ins System einpflegen. Eine Tourenauswertung in Echtzeit ist auch möglich. Das Start-up will mit der Software Touren effizienter gestalten, Leerkilometer, Fahrzeugkosten, Dispositionsfehler, Verspätungen und CO2-Emissionen vermeiden.
Stand: 16.12.2025
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