Mit Discovery Commerce entdecken Menschen für sich relevante Produkte, nach denen sie selbst vielleicht nie gesucht hätten. Wie das funktioniert und wie Unternehmen damit loslegen können, weiß Lisa Dauvermann von Facebook.
(Quelle: igorkol_ter-Adobe Stock)
In der Vergangenheit lief Onlineshopping in etwa so ab: Sie brauchen etwas, Sie suchen danach, Sie kaufen es. Funktional? Ja. Inspirierend? Nicht wirklich. Die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf den E-Commerce haben das nun geändert. Heute profitieren wir dank Discovery Commerce von einem personalisierten Einkaufserlebnis auf sozialen Plattformen. Discovery Commerce stellt Kunden Produkte und Marken vor, die ihrem Geschmack entsprechen und auf die sie sonst vielleicht nie gestoßen wären. Anstatt, dass Menschen nach Produkten suchen, finden diese interessierte Menschen. Der klassische Funnel wird damit umgekehrt. Kunden können Produkte innerhalb kürzester Zeit entdecken und kaufen – und das ist wichtiger denn je. Denn sie möchten nicht mehr Zeit als nötig, für langwierige Suchvorgänge verschwenden, sondern relevante und nützliche Inhalte präsentiert bekommen.
Von der Suche zur Inspiration
Diese Verhaltensänderung – vom „Suchen” zum „Sich-inspirieren-lassen” – findet auch in anderen Bereichen statt, in denen es eine explosionsartige Zunahme von Inhalten gibt. Und die Menschen begrüßen das Erlebnis einer kuratierten Entdeckung. Netflix ist so ein Beispiel. Die Empfehlungsfunktion von Netflix kuratiert die etwa 15.000 Titel nach den Erkenntnissen über die Vorlieben der Nutzer – 80 Prozent der Inhalte werden inzwischen durch Empfehlungen gesteuert.
Auch bezogen auf den Einkauf ist dieses Verhalten nichts Neues. Es ist vergleichbar mit dem Stöbern in einer Modeboutique. Die Besitzerin meiner Lieblingsboutique hat zum Beispiel ein großartiges Auge, kennt ihre Kundinnen gut und wählt die Labels, die sie verkauft, sorgfältig aus. Sie schlägt mir oft Sachen vor, die ich meist selbst gar nicht weiter beachtet habe, die aber wunderbar zu mir passen. Und so passiert es, dass ich vielleicht mit der Absicht hineingehe, ein T-Shirt zu kaufen, aber mit etwas völlig anderem wieder herauskomme – und damit absolut glücklich bin.
Diese Art von Glücksfunden findet nach einem Jahr, in dem das physische Einkaufen auf Eis gelegt wurde, mehr und mehr online statt: 82 Prozent der Menschen haben uns gesagt, dass sie jetzt neue Produkte auf den Plattformen von Facebook finden. Für Unternehmen gilt es also, die Menschen online zu erreichen und ihnen dort für sie passende Produkte zu empfehlen. Doch wie geht das?
Schritt für Schritt zum Discovery Commerce
Der Einstieg ist ganz einfach. Zunächst braucht es einen eigenen Unternehmensauftritt in den sozialen Medien – bei Facebook und Instagram ist das in wenigen Schritten erledigt. Danach können Unternehmen die verschiedenen Tools und Anzeigenformate nutzen, um Aufmerksamkeit für ihre Produkte zu generieren und diese zu verkaufen. Außerdem können sie darüber mit ihrer Community interagieren und dadurch für ihre Marke und Produkte begeistern.
Im nächsten Schritt lassen sich spezielle Commerce-Funktionen der verschiedenen Plattformen genutzten, also zum Beispiel Instagram Shopping oder Dynamic Ads. Grundlage dafür ist ein Produktkatalog. Dieser kann auf unseren Plattformen über den Commerce Manager erstellt werden. Unternehmen haben dabei die Möglichkeit, ihren Katalog manuell zu erstellen oder ihn von einer Partner-Plattform zu importieren, zum Beispiel von Shopify oder Zentail. Ist das geschehen, bieten wir Unternehmen an, die Shopping Tags auf unseren Plattformen zu nutzen. Damit ist es für Kunden ganz einfach, Produkte, die ihnen gefallen, zu merken und zu sammeln. Das macht die Shopping Journey noch angenehmer und reibungsloser.
Facebook Shop: Chancen der Sozialen Medien nutzen
Im Commerce Manager können außerdem Facebook Shops für Facebook und Instagram eingerichtet werden. Dabei handelt es sich um kostenlose Onlineshops, die mit Hintergründen und Titelbildern personalisiert werden können, um den „Look & Feel” des Unternehmens über alle Touchpoints – online wie offline – hinweg zu vereinheitlichen und damit auch seinen Wiedererkennungswert zu steigern. Zudem gibt es die Möglichkeit, Kollektionen anzulegen, um Produkte nach verschiedenen Themen zu gruppieren. Dadurch fällt die Orientierung in den Facebook Shops noch leichter. Über Anzeigen können Kunden direkt dorthin geleitet werden. Der Commerce Manager bietet Einblicke zu Gesamtverkäufen, Bestellungen und den am besten laufenden Produkten.
Soziale Medien waren für viele Unternehmen in den vergangenen Monaten eine der wenigen Möglichkeiten, Handel zu treiben und mit ihren Kunden in Kontakt zu bleiben. Gleichzeitig haben sich während der Corona-Pandemie neue Gewohnheiten etabliert und die Zahl der Menschen, die weltweit online einkaufen, ist enorm gestiegen. Das unterstreicht, wie wichtig ein digitales Standbein für Unternehmen ist. Wer also bisher noch nicht online vertreten ist, sollte das schnellstens ändern.
Stand: 16.12.2025
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Lisa Dauvermann ist seit Juni 2015 bei Facebook und betreut in ihrer Funktion als Head of Commerce Platforms große E-Commerce Player wie Amazon und Zalando in Europa.