Die Domains von Onlineshops stehen heute immer mehr im Visier von Hackern und Betrügern. Sie richtig zu schützen wird daher zur Pflicht. Viele Shop-Betreiber gehen Domain-Management und Domain Security immer noch mit einem Silo-Ansatz an, was einer effektiven Risikominimierung im Wege steht.
(Quelle: Panchenko Vladimir - Shutterstock)
In einem dynamischen, von starkem Wettbewerb geprägten Online-Markt spielt Domain-Management eine zentrale Rolle, um eine Markenidentität aufzubauen. Deshalb sind sie auch für Betrüger attraktiv, die Markennamen missbrauchen und Verbraucher aufs Glatteis führen wollen. Domains zu schützen muss daher ein wichtiger Bestandteil der Markenschutz-Strategie von E-Commerce-Unternehmen sein. Vor welchen Herausforderungen stehen Unternehmen beim Domain Management und der Absicherung ihrer Domains? Diese Fragen stellte der auf Online-Markenschutz spezialisierte Anbieter MarkMonitor im April 2019 700 Entscheidern aus den Abteilungen Marketing, IT und Recht aus Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien und den USA quer über alle Branchen hinweg.
Domain-Management: Komplexität erschwert die Absicherung
Die meisten Unternehmen, besonders im E-Commerce, verfügen heute über eine Vielzahl von Domains mit verschiedenen Namensvarianten und über diverse geographische und thematische Gebiete hinweg. 39 Prozent der Befragten haben mehr als 100 Domains registriert, davon sieben Prozent sogar mehr als 1000. Gerade bei global agierenden Unternehmen kann es leicht einmal vorkommen, dass sie den Überblick verlieren. So gaben fünf Prozent zum Beispiel an, gar nicht mehr zu wissen wie viele Domains sie eigentlich besitzen. Die Vielzahl der verschiedenen Domains und möglichen Variationen erschwert es jedoch, sie richtig abzusichern.
Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass 56 Prozent der befragten Unternehmen Security als größte Herausforderung beim Domain Management empfinden. Gleichzeitig sind gut die Hälfte der Meinung, dass Sicherheit auch der wichtigste Aspekt eines professionellen Domain Management ist. Wie aber gehen E-Commerce-Betreiber diese Herausforderung an?
Silo-Ansatz wird steigenden Risiken nicht gerecht
Bei 46 Prozent der befragten Unternehmen ist die IT- und IT-Security-Abteilung für das Domain-Management verantwortlich, bei 16 Prozent ist das Thema in der Rechtsabteilung und bei 13 Prozent im Marketing angesiedelt. Lediglich 13 Prozent gehen Domain-Management abteilungsübergreifend an. Bedenkt man, wie wichtig Domains heute für die Marke und das gesamte Unternehmen sind, ist dieser Silo-Ansatz äußerst gefährlich. Denn er macht es schwer, wertvolle Domains unternehmensweit zu identifizieren und umfassend vor Missbrauch, Betrug und Cyberangriffen zu schützen.
Tatsächlich verzeichneten fast ein Viertel der Befragten (23 Prozent) im vergangenen Jahr einen Angriff auf ihre Domains, teils mit gravierenden Folgen. 48 Prozent erlitten Datenverlust, bei 38 Prozent wurde das Kundenvertrauen geschädigt, 37 Prozent hatten Umsatzeinbußen und 32 Prozent beklagten Reputationsverlust.
Insgesamt nimmt die Gefahr durch Cyberangriffe zu. Denn Hacker haben das Domain Name System (DNS) als Ziel für sich entdeckt. Zu den häufigen Bedrohungen zählen Registry-Breaches, Domain Hijacking, Phishing-Attacken und der Einsatz von Malware, um Nutzerdaten abzugreifen. Die Internet Corporation für Assigned Names and Numbers (ICANN) hat Anfang des Jahres vor einem „anhaltenden, signifikanten Risiko für Schlüssel-Elemente der DNS-Infrastruktur“ gewarnt.
Domain-Management: Mangelnde Budgets als Bremsklotz
Als größte Hürde, Domains besser zu schützen, nannten 25 Prozent der Befragten mangelnde Budgets. Lediglich 44 Prozent der Befragten haben ein dediziertes Budget für Online-Markenschutz. Von dieser Gruppe investieren 43 Prozent ein Viertel bis die Hälfte dieses Budgets für Domain Management. 44 Prozent setzen denselben Anteil für Domain Security ein. 49 Prozent der Unternehmen haben gar kein dediziertes Budget für Online-Markenschutz. Dadurch sind sie nur bedingt in der Lage, sich gegen Missbrauch, Betrug und Cyberbedrohungen zu schützen.
Um ausreichend Ressourcen zu erhalten und Domain-Management in eine umfassende Markenschutz-Strategie zu integrieren, ist Unterstützung durch die Geschäftsleitung wichtig. Allerdings sind Domain-Management und Domain Security erst bei 43 Prozent der Unternehmen ein Thema auf oberster Ebene, in das die Geschäftsführung eingebunden ist. 35 Prozent sagen, dass die Geschäftsleitung zwar dessen Bedeutung versteht, aber nicht involviert ist. Bei 19 Prozent ist Domain-Management und Security kein Thema für die Geschäftsleitung und in vier Prozent der Unternehmen verstehen die Top-Entscheider dessen Bedeutung nicht.
Portfolio-Optimierung wird oft nicht ausgeschöpft
Ein guter Weg, um mehr Ressourcen für den Domain-Schutz freizuschlagen, ist zudem die Optimierung des Portfolios. Indem E-Commerce-Betreiber inaktive Domains überprüfen und aufgeben oder verkaufen, falls sie keinen Wert mehr haben, verschaffen Sie sich mehr Budget, um ihre wirklich wichtigen Domains abzusichern. Umso erstaunlicher ist es, dass viele der Befragten noch keine effektive Portfolio-Optimierung betreiben. 32 Prozent der Befragten monitoren den Wert ihrer Domains nicht. Das heißt, sie zahlen für Domains, die sie vielleicht gar nicht mehr nutzen oder die ihnen nichts mehr bringen. Bei 36 Prozent der Unternehmen sind die Hälfte bis drei Viertel des Domain-Portfolios aktiv, bei 28 Prozent lediglich ein Viertel bis die Hälfte und bei 18 Prozent nur bis zu einem Viertel.
Stand: 16.12.2025
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Domain-Management: Markenschutzstrategie ist gefragt
Bei der wachsenden Bedrohungslage können es sich Webshop-Betreiber nicht mehr leisten, nachlässig beim Management und Schutz ihrer Domains zu sein. Sie müssen sich vom Silo-Ansatz verabschieden, abteilungsübergreifend zusammenarbeiten und das Thema zur Chefsache machen. Domain-Pflege allein reicht jedoch nicht aus. Vielmehr geht es darum, einen umfassenden und ganzheitlichen Online-Markenschutzansatz zu verfolgen. Sie muss die Absicherung gegen Angriffe auf Domains, aber auch andere Formen von Markenrechtsverletzungen umfassen und zudem eine ganze Reihe von Abteilungen im Unternehmen miteinbeziehen.
(Quelle: MarkMonitor)
Über den Autor: Stefan Moritz ist Regional Director Central Europe beim Online-Markenschutz-Anbieter MarkMonitor. MarkMonitor bietet fortschrittliche Technologie und Know-how, um die Risiken von Markenrechtsverletzungen für Unternehmen zu minimieren, Umsätze und Marketinginvestitionen zu schützen und das Kundenvertrauen aufrechtzuerhalten.