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Digitale Pioniere im Gespräch: Augmented Reality und neue Chancen im E-Commerce

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Technische Herausforderungen und der EU-Produktpass

Kannst Du aktuelle Zahlen nennen, die die Vorteile von AR im E-Commerce untermauern?

Marcus Veigel: Tatsächlich gibt es Studien, die belegen, dass AR die Kaufwahrscheinlichkeit um bis zu 17 Prozent erhöhen kann. Diese Zahlen sind natürlich stark von verschiedenen Faktoren abhängig, wie dem Produkttyp und der Zielgruppe, doch die Tendenz ist eindeutig: Kunden, die Produkte in einer AR-Umgebung erleben, fassen mehr Vertrauen und sind eher bereit, einen Kauf zu tätigen. Wir befinden uns noch in einem frühen Stadium der Akzeptanz, doch je allgemeiner diese Funktionalitäten werden, desto stärker wird ihre Auswirkung auf den Markt sein.

Erläuterung branchenspezifischer Fachbegriffe:

Augmented Reality (AR): Eine Technologie, die digitale Informationen in die reale Umgebung einblendet, wodurch Benutzer erweiterte visuelle Erfahrungen machen können.

3D-Modelle: Dreidimensionale Darstellungen von Objekten, die unterschiedlich beleuchtet und betrachtet werden können, um eine realitätsnahe Interaktion zu ermöglichen.

Extended Reality (XR): Ein Sammelbegriff, der unter anderem Virtual Reality (VR), Augmented Reality (AR) und Mixed Reality (MR) umfasst und Interaktionen zwischen realen und digitalen Elementen ermöglicht.

Digitaler Produktpass: Digitale Dokumentation eines physischen Produkts, die Informationen zu Nutzung, Reparatur und Nachhaltigkeit bereitstellt, gleichzeitig aber auch Vertriebs- und Marketingmöglichkeiten eröffnet.

Welche technischen Herausforderungen bestehen bei der Implementierung in Webshops?

Marcus Veigel: Die größte Herausforderung liegt häufig in der Erstellung und Aufbereitung der 3D-Modelle. Viele Händler haben bereits CAD-Daten für ihre Produkte. Aber diese müssen für die Verwendung in AR-Umsetzungen optimiert werden. Hier sind spezialisierte Dienstleister gefragt, die diese Daten in interaktive Formate umwandeln können. Ein weiterer Aspekt ist die Bereitschaft der Verbraucher, neue Technologien zu nutzen. Sie müssen den Mehrwert klar erkennen und erleben, damit sie diese Angebote aktiv nutzen. Dazu bedarf es auch gezielter Schulungen und einer klaren Kommunikation der Vorteile, die diese Technologien den Endkunden bieten.

Ab 2027 wird der digitale Produktpass in der Europäischen Union für bestimmte Produktgruppen verpflichtend. Er wird damit auch für viele E-Commerce-Händler relevant. Wie integriert sich der digitale Produktpass in dieses Bild und ergeben sich aus dieser Pflicht vielleicht sogar Chancen?

Marcus Veigel: Durchaus: Der digitale Produktpass ist eine herausragende Gelegenheit für Händler, über die reine Verkaufsabsicht hinaus mit ihren Kunden zu interagieren. Er geht auf gesetzliche Anforderungen zurück, die eine ständige Verfügbarkeit von Produktinformationen fordern, kann jedoch als wertvolles Werkzeug zur Kundenbindung eingesetzt werden. Kunden können über den Produktpass jederzeit auf Anleitungen, Pflegehinweise und zusätzliche Serviceangebote zugreifen. Diese kontinuierliche Verbindung ermöglicht es Händlern, weitere Produkte oder Dienstleistungen anzubieten und somit den Kundennutzen zu maximieren. Der Produktpass stellt somit nicht nur Einhaltung der Vorschriften sicher, sondern eröffnet auch innovative Marketing- und Vertriebsmöglichkeiten.

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