In der E-Commerce-Branche herrscht starker Wettbewerb, wodurch Unternehmen ihre Position behaupten müssen. Eine neue Studie von Etribes hat die Bedeutung der Vorbereitung auf die Herausforderungen von 2030 untersucht. Hierbei wurden vier Schlüsselprinzipien für den Erfolg bis 2030 identifiziert.
(Bild: Etribes)
Für die Studie „Vision E-Commerce 2030“ von Etribes in Zusammenarbeit mit Statista wurden 1.000 Konsumenten zu ihrem Online-Kaufverhalten befragt. Außerdem wurden E-Commerce-Experten wie Tarek Müller von About You und Alexander Graf von Spryker zu ihren Zukunftsstrategien befragt. Untersucht wurden die Themenfelder Social Commerce und Medien, Marken, der asiatische Wettbewerb und Nachhaltigkeit.
Karo Junker de Neui ist Geschäftsführerin bei Etribes.
(Bild: Etribes)
Wie die Studie zeigt, bleibt der Preis weiterhin das alles entscheidende Kaufkriterium. Zudem steigt die Bekanntheit asiatischer Wettbewerber. „In unserer Aufmerksamkeitsökonomie ist es wichtiger denn je, in einem intensiven Umfeld aufzufallen“, erklärt Karo Junker de Neui, Geschäftsführerin bei Etribes. Entscheidend ist die Zukunftsvision: Was verspricht Erfolg im E-Commerce 2030?
Die Studie „Vision E-Commerce 2030“ von Etribes vereint Primärdaten aus Marktforschung und Meinungen von fünf Experten: Alexander Graf (Spryker), Karo Junker de Neui (Etribes), Philipp Gattner (rebuy), Sebastian Labud (Zwilling) und Tarek Müller (About You). Im Fokus der Studie standen folgende vier Themen: Social Commerce und Medien, Marken, der asiatische Wettbewerb sowie Nachhaltigkeit. Daraus können vier Grundprinzipien für erfolgreiche Unternehmen im E-Commerce 2030 abgeleitet werden.
Radikale Kundenzentrierung beim E-Commerce
Social-Media-Plattformen wie Instagram und TikTok bewegen viele Verbraucher zum Kauf und ziehen vor allem bei der jüngeren Zielgruppe – ein Indikator dafür, dass der Trend mehr zum Shoppen über soziale Plattformen geht. So haben 46 Prozent der Befragten schon einmal Produkte durch die Beeinflussung von Instagram gekauft, bei den unter 30-jährigen sind es sogar 59 Prozent. Soziale Medien überzeugen also besonders die jüngere Zielgruppe immer mehr zum Kauf, und KI-Assistenten werden als „Conversationals“ ganze Gespräche über WhatsApp und Co. führen. Tarek Müller, Co-CEO von About You, erklärt: „Das wird noch einmal einen Push auf den Online-Handel geben, und das Einkaufserlebnis von heute wird uns dann veraltet erscheinen.“
Innovationen bei Produkten und Technologien anstoßen
Asiatische Unternehmen erobern den E-Commerce-Markt im Sturm: Bereits 92 Prozent der Konsumenten sind mit asiatischen Onlinehändlern vertraut, und 46 Prozent von ihnen haben schon mindestens einen Kauf getätigt. In den Onlineshops der asiatischen Anbieter wird mit einer breiten Produktpalette zu günstigen Preisen wachsender Umsatz gemacht. Die Kunst, Begehrlichkeiten zu erwecken, haben die Händler mit Discovery Commerce perfektioniert. Alexander Graf, CEO von Stryker, ist überzeugt: „Das, was wir aus Asien heute sehen, wird bis 2030 Standard sein.“ Deutsche Unternehmen müssen daher neue Geschäftsmodelle und Schwerpunkte adaptieren. Marken müssen zusätzlich bei ihren Produkten auf Innovation setzen. „Marken müssen in die Produktionsführerschaft gehen“, denkt Sebastian Labud, CDO von Zwilling.
Flexibilität für mehr Kreativität und Fortschritt
Im E-Commerce 2030 werden flexible Strukturen und Rollen entscheidend sein. Karo Junker de Neui betont: „Für langfristigen Erfolg brauchen Unternehmen den Mut, ihre Organisation flexibler aufzustellen.“ So werden Kreativität und Fortschritt gefördert.
Nachhaltigkeit als richtungsweisende Zukunftsstrategie
Nachhaltigkeit ist durch ein wachsendes Interesse an Umweltschutz, ethischen Praktiken und Klimawandel nicht mehr aus dem E-Commerce wegzudenken. Doch die Krisen der letzten Jahre haben ihre Spuren in den Köpfen und auf den Konten hinterlassen. Die Befragungsergebnisse zeigen: Nachhaltigkeit ist beim Kauf zurzeit nicht das entscheidende Thema. Bei der Kaufentscheidung belegt Nachhaltigkeit den vierten Rang – hinter dem Preis, dem Sortiment und den Lieferzeiten. Dennoch haben Unternehmen die Chance, sich als Vorreiter zu positionieren, indem sie soziale Verantwortung übernehmen und Umweltauswirkungen minimieren. Philipp Gattner, CEO von rebuy, sieht eine zunehmende Bedeutung von Nachhaltigkeit bis 2030: „Nachhaltigkeit wird grundsätzlich immer relevanter, vor allem auch bei Kaufentscheidungen.“
Optimismus im deutschen E-Commerce-Markt
Trotz Herausforderungen gibt es Grund für Optimismus bei deutschen E-Commerce-Anbietern. Denn in den nächsten Jahren wird der Online-Markt wieder wachsen und Synergien mit sozialen Plattformen schaffen. Tarek Müller ist sich sicher: „Die Wachstumsraten des Onlinehandels werden sich beschleunigen.“ Unternehmen sollten sich aktiv auf die Zukunft vorbereiten und die vier Grundprinzipien Social Commerce und Medien, Marken, asiatischer Wettbewerb sowie Nachhaltigkeit beachten.
Stand: 16.12.2025
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Die Studie „Vision E-Commerce 2030“ kombiniert Methoden der quantitativen und qualitativen Datenerhebung. Zunächst wurden 1.000 Verbraucher in Deutschland zu ihrem Online-Kaufverhalten und ihren Wünschen befragt. Anschließend wurden fünf Experten der deutschen E-Commerce Branche befragt: Alexander Graf, Karo Junker de Neui, Philipp Gattner, Sebastian Labud und Tarek Müller. Die Befragung diente als Basis für die Interviews. Die Experten ordneten die Befragungsergebnisse ein und gaben ihre eigene Einschätzung dazu ab.
Die Etribes Group ist eine Beratung im Bereich Digitalisierung und hat sich mit den Tochterfirmen Orbit, Cobe und Etribes Connect zu einem Partner für Unternehmen entwickelt, die digitale Transformation durch externe Expertise gestalten möchten.