Aufruhr um Künstliche Intelligenz ERP-Prognosen 2025: KI wird immer wichtiger – aber es ist Vorsicht geboten

Verantwortliche:r Redakteur:in: Konstantin Pfliegl 5 min Lesedauer

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Künstliche Intelligenz, Nutzererlebnis oder Datensouveränität – diese sieben Entwicklungen werden ERP-Systeme in diesem Jahr entscheidend verändern.

(Bild:  Parradee / Adobe Stock)
(Bild: Parradee / Adobe Stock)

Ob Personal, Ressourcen, Kapital, Betriebsmittel oder Material – um ein Enterprise Resource Planning (ERP) zur Steuerung und Optimierung der unternehmerischen und betrieblichen Abläufe kommt kaum ein Unternehmen herum. Doch wie sieht das Enterprise Resource Planning im Jahr 2025 aus? Claus Jepsen, Chief Product and Technology Officer bei Unit4, zeigt sieben ERP-Trends, die aus seiner Sicht in diesem Jahr relevant werden.

1. Unterstützung von Künstlicher Intelligenz

Um KI-Support gab es im vergangenen Jahr viel Aufruhr. Man muss jedoch genau beobachten, wie diese Technologie in diesem Jahr umgesetzt wird. Erst dann weiß man, ob der Hype berechtigt war oder nicht. Kleine gesichtslose Applets gibt es schon seit Längerem, bei denen APIs die Workflows automatisieren. Interessant ist, inwiefern sich der KI-Support von diesem Prinzip unterscheidet. Es versteht sich von selbst, dass der KI-Support über weitere Funktionen verfügt, was er maschinellem Lernen zu verdanken hat, doch das zugrundeliegende Prinzip scheint RPA verblüffend ähnlich zu sein.

2. Das Nutzererlebnis wird immer wichtiger

Bisher waren es die Funktionen eines ERP-Systems, wodurch es sich von der Menge abheben würde. Doch mit dem Fortschreiten der Technologie und der zunehmenden Standardisierung, die die Interoperabilität von Systemen fördert, ist die Funktionalität immer mehr in den Hintergrund gerückt. Da immer mehr Kunden in die Cloud wechseln und ERP-Anwendungen überall verfügbar werden, müssen sich Anbieter die Frage stellen, wie sie dafür sorgen können, dass sich ihre Lösung von denen der anderen Anbieter unterscheidet. Der Einsatz von KI wird dies nur noch verstärken. Es wird nicht mehr das Was sein, das die ERP-Lösung differenziert, sondern das Wie. Konkret: das Nutzererlebnis.

3. Man muss KI unter die Arme greifen

Angesichts des Hypes um KI ist Vorsicht geboten. Denn  man sollte konversationelle KI nicht mit KI für ERP-Systeme verwechseln: GenAI kann nicht alle Anforderungen der ERP-Welt erfüllen. Konversationelle KI-Tools können im Hinblick auf die Prompts, die beantwortet werden, sehr umfangreich sein. Außerdem können sie auf Basis aller gescannten Inhalte nützliche Zusammenfassungen erstellen. Die Fragen der Nutzer vorherzusagen und somit die erforderlichen Informationen parat zu haben, ist jedoch eine Herausforderung – gerade, weil die Fragen derart offen sind.

Für bestimmte Funktionen von ERP-Anwendungen kann konversationelle KI von Vorteil sein. Das KI-Tool muss aber vorhersagen können, was die Nutzer als Nächstes fragen werden. Die meisten Interaktionen mit einem ERP-System sind transaktionaler Natur, also weniger offen. Künstliche Intelligenz kann so leichter einem Workflow folgen und auch der Anwendungsbereich ist wesentlich eingeschränkter. Die Vorhersagen, was die Nutzer als Nächstes möchten, müssen also nicht auf eine Flut an Informationen gestützt werden. Im Zusammenhang mit Finanzen könnten Nutzer der KI vielleicht eine Abfolge von Fragen stellen, wie zum Beispiel: Hat der Anbieter die Rechnung eingereicht? Wurde die Rechnung genehmigt? Wurde die Rechnung zur Zahlung freigegeben? Wurde sie beglichen?

Beim Einsatz von KI für ERP-Systeme kommt es somit darauf an, zu wissen, was die Nutzer als Nächstes eintippen (also fragen) werden. Welches Problem möchten sie lösen? Wer diese Faktoren berücksichtigt, befindet sich in einer besseren Ausgangslage und kann sich konkretere Vorstellungen davon machen, was von dem KI-System zu erwarten ist. Dies wiederum wird der KI dabei helfen, vorhersehen zu können, was die Nutzer als Nächstes möchten.

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