ESG-Konformität: Neuland für Logistikimmobilien

Verantwortlicher Redakteur:in: Heiner Sieger 4 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Nachhaltigkeit, Umwelt- und Klimaschutz haben sich fest im E-Commerce etabliert. Für die Entwickler von zukunftsfähigen Logistikimmobilien nehmen dadurch die Anforderungen zur Einhaltung der international anerkannten ESG-Kriterien zu. Mit der richtigen Strategie kann die Herausforderung gemeistert werden.

(Quelle:  Panattoni)
(Quelle: Panattoni)

ESG-Konformität: Der Klimawandel hat 2022 ein weiteres Mal deutliche Spuren in Form von Waldbränden, Dürren oder Überschwemmungen wie im Ahrtal hinterlassen und signalisiert damit Handlungsbedarf. Nachhaltigkeit, Umwelt- und Klimaschutz bestimmen daher auch 2023 trotz akuter geopolitischer Verwerfungen und der Energiekrise den öffentlichen Diskurs.

ESG-Konformität auch in der Logistik

Die Bestrebungen nach mehr Nachhaltigkeit haben sich dabei bereits in vielen Branchen fest etabliert – so auch im E-Commerce. Nicht nur weil im Onlinehandel zunehmend sensibilisierte Konsumentinnen und Konsumenten einen verantwortungsvollen Umgang mit Natur und Umwelt fordern, stehen die Unternehmen vor der Herausforderung, ihre Ak­tivitäten „grüner“ zu gestalten und den CO2-Fußabdruck zu minimieren. Dabei spielt die Logistik eine Schlüsselrolle. ­Neben umweltschonenden Versandoptionen, einem effektiven Retouren-Management und der Vermeidung von Verpackungsmüll gehört die Nutzung einer nachhaltig und ressourcenschonend entwickelten Logistikimmobilie zu den effektivsten Nachhaltigkeitsansätzen für Onlinehändler.

ESG-Kriterien als Standards nachhaltiger Entwicklung

Denn Nachhaltigkeit wird auch für den Logistikimmobilien-Sektor immer relevanter. Besonders bei Neubauten stehen ökologische Aspekte und klimafreundliche Bauweisen im Vordergrund. Dadurch sind Immobilienentwickler, die bei der Realisierung ihrer Projekte einen ganzheitlichen Ansatz mit Mehrwerten für alle Stakeholder – vom Immobiliennutzer bis hin zur Kommune – verfolgen, gefordert, Nachhaltigkeitsmaßnahmen zum Schutz von Klima, Umwelt und Artenvielfalt in ihre modernen Konzepte zu integrieren. Für eine zielgerichtete und nachprüfbare Umsetzung von Nachhaltigkeitsmaßnahmen braucht es aussagekräftige Standards. Dabei spielen insbesondere die international anerkannten ESG-Kriterien mit ihren Nachhaltigkeitsbereichen Environment (Umwelt und Klima), Social (Soziales) und Governance (Unternehmensführung) eine immer größere Rolle.

Auf dem Weg zu einer zukunftsfähigen Logistikimmobilie stellen sie transparente und nachvollziehbare Kriterien dar, die bei der Projektentwicklung zu berücksichtigen sind. Neben der Gründung eines eigenen Expertenkreises zur Errichtung von klimaneutralen Industrie- und Logistikimmobilien im Sommer 2021 befindet sich unser Unternehmen schon länger auf dem Weg zur ESG-Konformität. Den Grundstein hierfür legte die Nachhaltigkeitsstrategie „Go Earthwise with Panattoni“, ein Programm, das die Einhaltung und Umsetzung der Nachhaltigkeitskriterien in der Entwicklung von Logistikimmobilien fokussiert und eine Vielzahl an Nachhaltigkeitsmaßnahmen bündelt. Das Programm gilt als Maßstab für das unternehmerische Handeln und den verantwortungsvollen Umgang mit den Mitarbeitenden, Partnern sowie den örtlichen Kommunen, die bei allen Projektentwicklungen im Vordergrund stehen.

Nachhaltigkeit im Fokus

Ein Projekt, das aktuell im Einklang mit der Nachhaltigkeitsstrategie entsteht, ist der Panattoni Park Graz Süd, ein Technologie- und Gewerbepark in der Steiermark. Für das erste Projekt in Österreich wird eine Zertifizierung nach DGNB-Gold im Rahmen des Kriterienkatalogs der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen angestrebt und setzt eine Reihe von Nachhaltigkeitsmaßnahmen um. Dazu zählen die Installation einer Photovoltaikanlage sowie die Begrünung der Dachflächen und der Fassade. Um die Energiewende voranzutreiben, plant der Entwickler die Errichtung eines eigenen Biomassekraftwerks als Alternative zur gängigen Heizung mittels Gas. Ein Neuland für die Logistikimmobilien-Branche. Gleichzeitig trägt das Unternehmen dem sozialen Nachhaltigkeitsaspekt Rechnung. So entsteht für die Mitarbeitenden der künftigen Nutzer ein Kiosk im Außenbereich, eine Busverbindung am Gelände sowie Stellplätze mit natürlicher Beschattung und E-Lademöglichkeiten.

ESG-Konformität bei BTS und Citylogistik-Projekten

Auch bei der Entwicklung von Build-to-suit (BTS) Projekten oder den urbanen Business Parks nach dem Konzept „City Dock“ für die immer wichtiger werdende Citylogistik werden die Nachhaltigkeitsstandards einmgehalten. Bei der Realisierung des neuen Standortes für die Fressnapf-Gruppe im brandenburgischen Neuruppin beispielsweise setzen wir ein umfangreiches Maßnahmenpaket in den Bereichen Ökologie und Soziales um. Darunter fallen unter anderem die statische Vorrüstung der Dachkonstruktion des neuen Gebäudes für eine Photovoltaikanlage, Regenwasserzisternen zur Brauchwassernutzung und Bewässerung der Außenanlagen sowie eine innovative VRF-Technologie (Variable Refrigerant Flow) für eine fossilfreie Heizung des Gesamtgebäudes. Für die Mitarbeitenden wurden Wellbeing-Bereiche mit Streuobst- und Blumenwiesen konzipiert. Ladestationen für Pkw und Fahrräder tragen dem Ausbau der E-Mobilität Rechnung.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

In Kirchheim bei München hingegen entsteht eines von zwölf landesweiten City Dock-Projekten, das als Pilotprojekt über ein innovatives Nachhaltigkeitskonzept verfügt. Hier wird das Grundstück eines ehemaligen Gleisbauunternehmens entwickelt, was den vollständigen Rückbau der Bestandsgebäude und der vorhandenen Gleisanlagen vorsieht. Zu den geplanten Nachhaltigkeitsmaßnahmen zählen eine umfangreiche Begrünung der Fassaden- und Dachflächen, die Installation einer Photovoltaikanlage zur emissionsarmen Energieversorgung sowie Einrichtungen zur Förderung der natürlichen Artenvielfalt wie Insektenhotels.

Erstmalig kommt bei diesem Projekt auch die „CityTree“-Lösung des Startups Green City Solutions zum Einsatz. Dabei handelt es sich um eine neuartige Luftfilteranlage, die auf Basis von lebenden Moosen eine Reduzierung der Feinstaubbelastung im näheren Umfeld von rund 50 Prozent bewirkt. Gleichzeitig sollen die CityTrees durch die Ausstattung mit Sitzmöglichkeiten als attraktiver Treffpunkt für die Mitarbeitenden dienen.

(Bild: Panattoni)
(Bild: Panattoni)

Der Autor Fred-Markus Bohne ist Managing Partner bei Panattoni für Deutschland und Österreich.

Lesen Sie auch: Online-Handel: Unternehmen wollen durch Exporte wachsen