Welche Faktoren verhelfen zu einem besseren Google-Ranking? Semrush hat jetzt 300.000 Suchergebnisse analysiert, um diese herauszufinden. Marcus Tober, Experte für Search und SEO, erläutert die wichtigsten Ergebnisse.
(Quelle: Chinnapong - Adobe Stock)
Eine gute Sichtbarkeit bei Google zu generieren ist oft anspruchsvoller als man denkt. Niemand hat Zugang zu den Daten von Google oder weiß, wie bestimmte Faktoren gewichtet werden. Die Arbeit eines SEO-Experten gleicht daher oft der eines Detektivs, der einen Tatort untersucht und versucht, in den Indizien ein Muster zu erkennen. Fest steht nur: Zu dauerhaften Spitzenplätzen im Google-Ranking gehört mehr als nur herausragender Content oder eine exzellente Nutzerfreundlichkeit. Die neue Analyse von Semrush untersucht nun die Korrelationen zwischen bekannten, also bestätigten und unbestätigten, Faktoren sowie dem entsprechenden Google-Ranking. Semrush hat für jeden Faktor einen Korrelationswert berechnet. Im Fokus stehen dabei Faktoren wie Backlink, URL, Domain und On-SERP sowie Benutzersignale.
Google-Ranking: Content-Faktoren haben die höchste Priorität
Die Erstellung relevanter, hochwertiger Inhalte sollte immer die höchste Priorität haben. Content-Relevanz und -Qualität zeigen in der Analyse die stärkste Korrelation mit höheren Rankings. SEO Manager sollten ihre Zeit nicht damit verschwenden, die Anzahl der Keywords zu zählen oder das Datum von Inhalten zu aktualisieren, damit sie neu erscheinen. Sie sollten sich stattdessen auf das Wesentliche konzentrieren, sprich auf die Erstellung von Inhalten, die das Thema auf eine Weise abdecken, die den Bedürfnissen der Leser entspricht.
Die Abkürzung E-E-A-T steht für Experience, Expertise, Authoritativeness und Trustworthiness. Diese Faustregel besagt: Schreibe über Themen, in denen du Experte bist oder viel Erfahrung hast und setze auf der gesamten Website Vertrauenssignale, indem du die Autorschaft - wo relevant - transparent machst. So bekommen die Besucher der Website das Gefühl, dass die Seite qualifiziert ist und als gute Quelle dient. Wer sich an diese Faustregel hält, wird früher oder später mit einem besseren Google-Ranking belohnt.
Die wichtigsten Content-Faktoren für Google-Ranking.
(Semrush)
Google-Ranking: Keywords sind nicht alles
Wer relevante Inhalte für eine spezielle Zielgruppen entwickelt, wird automatisch relevante Keywords verwenden. Content Entwickler sollten ihre Zeit und Energie lieber darin investieren, das einschlägige Thema umfassend abzudecken, statt Texte auf Keywords abzugleichen oder die Anzahl der Keywords zu zählen. Bilder und Grafiken können dazu beitragen, Leser zu binden, den Mehrwert von Inhalten zu steigern und es den Lesern zu erleichtern, Inhalte zu verstehen. Sie eröffnen außerdem die Chance, in den Ergebnissen der Bildersuche aufzutauchen - insbesondere, wenn sie dafür optimiert sind. Guter Inhalt ist das eine, sie verdaulich und klar darzustellen das andere. Diese Arbeit bindet Leser, hilft ihnen schnell Informationen zu finden und sie so zufriedenzustellen. Dies kann sich positiv auf die Conversions auswirken.
Google-Ranking: Backlink-Faktoren
Der Authority Score ist unsere zusammengesetzte Metrik, welche die Gesamtqualität einer Website oder Internetseite bewertet. Je höher der Score, desto höher ist das angenommene Gewicht der ausgehenden Links einer Domain oder Internetseite zu einer anderen Website. Wer ihn im Auge behält weiß stets, ob man mit seinen SEO Maßnahmen auf dem richtigen Weg ist, oder nicht.
Backlinks von einzigartigen Domains zu gewinnen ist immer noch wichtig, sowohl auf Seiten- als auch auf Domain-Ebene. Es braucht nicht unbedingt viele Backlinks, aber sie können helfen, mit der Zeit eine thematische Autorität aufzubauen und Traffic zu gewinnen. Die Anzahl der IP-Adressen zu verfolgen, die auf eine Domain verlinken, hat wiederum keinen Mehrwert für jegliche SEO-Bemühungen. Solange die Link-Building-Taktik den Google-Richtlinien entspricht und die Links auf natürliche Weise gewonnen wurden, sollte es mit den verweisenden IPs keine Probleme geben.
URL- und Domain-Faktoren: Organisches Google-Ranking verbessern
Alle Ranking-Faktoren von URL- und Domains stellen in der Analyse von Semrush ein Henne-Ei-Problem dar. So ist zum Beispiel der organische Traffic, sowohl zu einer URL als auch zur Domain, ein Faktor, der stark mit einem höheren Google-Ranking korreliert. Ob das eine Folge oder Ursache der hohen Position auf den SERPs ist, kann die Studie nicht beantworten. SERP ist die Abkürzung von “Search Engine Result Page” und bezeichnet die Seite der Suchergebnisse nach der Eingabe eines Keywords in eine Suchmaschine.
SEO Manager sollten daher ihre Ressourcen in die Verbesserung von organischen Rankings investieren. Der Lohn ist einfach zu groß, um darauf zu verzichten: Ein Wechsel vom zweiten auf den ersten Platz führt im Schnitt zu einer Steigerung des organischen Traffics um 50 Prozent. Und selbst auf niedrigeren Positionen können die Vorteile groß sein. Wer zum Beispiel von Platz 7 auf Platz 6 aufsteigt, erntet im Durchschnitt 20 Prozent mehr Traffic. Es ist dabei ratsam, mit Seiten einer Website zu beginnen, die bereits auf der ersten Seite von Google auftauchen. Sie sollten zuerst aktualisiert und optimiert werden, um ihre organische Leistung zu steigern.
Stand: 16.12.2025
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Die wichtigsten URL- und Domain-Faktoren für Google-Ranking.
(Semrush)
Best Practices für Sicherheit und Usability
Benutzerfreundlichkeit ist das A und O – nicht nur für die SEO Aktivitäten, sondern auch, um das Vertrauen der Nutzer zu gewinnen und Conversions zu fördern. Die Implementierung von HTTPS - sofern noch nicht geschehen - ist dabei ein wichtiger Aspekt. Bei der Optimierung von Seiten gibt es viel zu beachten und zu erledigen. Man sollte daher möglichst keine Ressourcen für Maßnahmen verschwenden, die nur minimale oder gar keine Auswirkungen auf die organische Leistung haben. Die Semrush Studie zählt hierzu etwa die URL-Länge.
On-SERP-Faktoren: Relevante Begriffe verwenden
Bei den On-SERP-Faktoren ergab die Semrush-Studie nur minimale oder gar keine Korrelationen zwischen den untersuchten Faktoren und höheren Rankings. Die Aufnahme von exakten Keywords in den Titel oder der Meta- Beschreibung bei der Optimierung von Seiten scheint für höhere Rankings also keine Rolle zu spielen. Im Gegensatz dazu ergaben sich etwas höhere Korrelationen bei Begriffen in Titel und Beschreibung, die mit dem Haupt-Keyword verwandt sind. Es ist also wichtiger, Keywords zu verwenden, die für den Inhalt und die Intentionen der Nutzer relevant sind, als genau übereinstimmende Wörter zu verwenden.
Ein zusätzlicher Tipp: Titel und Meta-Beschreibungen bilden - bildlich gesprochen - das Schaufenster bei Google zu Inhalten einer Website. Wer sie ansprechend gestaltet und dafür sorgt, dass sie die Hauptbotschaft klar vermitteln, schafft mehr Anreize für Nutzer, auf ein Suchergebnis zu klicken. Die Faustregel lautet hierbei: Titel unter 60 Zeichen und Meta-Beschreibungen unter 105 Zeichen. So lässt sich verhindern, dass Google Teile abschneidet.
Benutzersignale: Investitionen in die Marke verbessert Google-Ranking
Etwa jeder dritte Besucher einer Domain, die einen Spitzenplatz einnimmt, ruft diese Website direkt auf. Einer von vieren gibt dazu ein Marken-Keyword in die Suche ein. Das zeigt, wie wichtig es ist, deine Marke aufzubauen und diese bekannt zu machen. Die Intention der Nutzer zu erfassen, Themen umfassend zu behandeln und die Nutzung einer Website so komfortabel wie möglich zu machen, sollte die Priorität jeder SEO-Strategie sein.
Absprungrate auf Seiten überwachen
Was eine „optimale“ Absprungrate ist, variiert von Branche zu Branche und für verschiedene Seitentypen. Für alle Seitenbetreiber jedoch gilt, die Absprungrate auf den Seiten zu überwachen, um ungewöhnlich viele Absprünge zu erkennen. Sie können auf Probleme der Seite hinweisen, die sich negativ auf die Conversion und Rankings auswirken können. Beispiele dafür sind lange Ladezeiten, übermäßig viele Pop-ups, wenig nützliche Inhalte oder insgesamt mangelnde Nutzerfreundlichkeit. Jedes dieser Probleme kann dazu führen, dass Nutzer eine Website verlassen, ohne mit ihr zu interagieren.
Für die Studie „Ranking-Faktoren 2024“ hat Semrush eine Stichprobe von 16.298 englischen Keywords analysiert, für die monatlich jeweils mehr als 100 Suchanfragen anfallen. Die Ergebnisse basieren auf der Untersuchung von 300.000 Rankings der höchsten 20 Ergebnisse für jedes Keyword.
Marcus Tober ist Senior Vice President für Enterprise Solutions bei Semrush.
(Semrush)
Über den Autor: Marcus Tober ist Senior Vice President Enterprise Solutions bei Semrush. Er ist Experte für Search und SEO. Im Jahr 2005 gründete er Searchmetrics, ein SEO-Softwareunternehmen in Berlin und leitete das Unternehmen bis 2019. Im Jahr 2016 wurde er zur European Search Personality of the Year gewählt. Im Januar 2022 wechselte er zu Semrush, um neue Lösungen zu entwickeln, die die Art und Weise verändern, wie große Unternehmen SEO erleben und durchführen, indem sie Abhängigkeiten und Reibungen zwischen SEO, Produkt, Technik und Marketing beseitigen
Die Datenbanken von Semrush enthalten Suchmaschinendaten aus 190 Regionen und Ländern, 25,4 Milliarden Keywords, 43 Billionen Backlinks, 808 Millionen Domainprofile und mehr. Mit mehr als 50 Produkten, Tools und Add-ons auf einer Plattform ermöglicht es Semrush, Marketingkampagnen über verschiedene Kanäle zu erstellen, zu verfolgen und zu optimieren, darunter SEO, Werbung, soziale Medien, digitale PR und Content-Marketing. (sg)