ECommerce Masterminds Podcast Antworten statt Links: Wie Marken jetzt in der KI-Suche gewinnen

Das Gespräch führte Heiner Sieger 7 min Lesedauer

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KI-Suche verändert die Regeln: Antworten statt Links, personalisierte Empfehlungen statt Klickorgien. E-Commerce-Mastermind Maurice Marinelli erklärt, wie Marken ihre Content-Strategien neu aufsetzen – und warum echte Alleinstellungsinhalte jetzt über Umsatz entscheiden.

(Bild:  © S and V Design/stock.adobe.com)
(Bild: © S and V Design/stock.adobe.com)

DARUM GEHT'S

Warum informationeller SEO‑Traffic einbricht – und wie Marken auf kaufnahe, KI‑sichtbare Inhalte umstellen.

Wie man relevante Prompts modelliert, messen lernt und daraus eine Content‑Roadmap baut.

Welche Rolle Produktqualität, Reputation und nutzergenerierte Inhalte für KI‑Antworten spielen.

Maurice, die Zeit der herkömmlichen Websuche ist vorbei. Warum erleben wir gerade einen so grundlegenden Wandel in der Suche?

Maurice Marinelli: Die aktuelle Debatte „Google oder ChatGPT“ führt in die Irre. Entscheidend ist, wie Antworten präsentiert werden: KI‑Systeme liefern personalisierte, verdichtete Ergebnisse direkt im Interface. Google zieht mit AI Overviews nach. In vielen Projekten sehen wir: Impressionen und Rankings bleiben stabil oder steigen, die Klicks sinken aber – teils um bis zu 50 Prozent. Das neue Normal ist, dass vieles bereits in der Suche beantwortet wird. Aus Nutzersicht ist das logisch: Warum sich durch zehn Seiten klicken, wenn eine KI die Antwort passgenau liefert?

Hören Sie sich das ausführliche Interview mit Maurice Marinelli in unserem ECOMMERCE MASTERMINDS PODCAST an

Was bedeutet das für herkömmliche Content‑Strategien – gerade für Marken, die jahrelang auf SEO gesetzt haben?

Maurice Marinelli: Ohne solide SEO‑Basis wird man auch in der KI‑Suche nicht sichtbar. Aber Taktiken ändern sich. Klassische Blogartikel zu generischen Informationsfragen verlieren massiv an Reichweite. Content nahe an der Conversion – also Produkt‑ und Kategorieseiten, Vergleichs‑ und Anbieterfragen – bleibt relevant. Wir raten davon ab, jetzt noch große Budgets in „How‑to“-Blogs zu stecken. Der Aufwand steht nicht mehr im Verhältnis zum Business‑Impact.

Du sagst: Künftig zählen weniger Links, sondern stärkere Aussagen. Welche Qualitätskriterien braucht Content jetzt?

Maurice Marinelli: „Unique Content“ ist wirklich einzigartig – nicht nur neu formuliert. Das frühere Vorgehen, die Top‑Ergebnisse zu lesen, zusammenzufassen und „besser“ zu verpacken, erzeugt kein neues Wissen. Sichtbarkeit entsteht, wenn Unternehmen eigene Daten, Studien, Tests, Audits, exklusive Experteneinsichten oder authentische Nutzererfahrungen liefern. Für einen Hersteller haben wir zum Beispiel eine repräsentative Studie erhoben, die wir in Content, PR und Social überführt haben. So entstehen originäre Quellen, auf die KI‑Systeme sich stützen können.

DER GESPRÄCHSPARTNER

Maurice Marinelli ist Gründer und Geschäftsführer der SEO-Agentur Findling (DACH) mit Fokus auf E Commerce und D2C. Er berät unter anderem Snocks, Jägermeister, YFood und Hertha BSC. Mit FindSEO AI hat er eine Plattform zur Messung und Steuerung von Sichtbarkeit in KI Suchsystemen mitbegründet. Als Speaker ist er regelmäßig auf Branchenevents wie OMR zu erleben.

KI-Suche
(Bild: Findling)

Warum sind Plattformen mit nutzergenerierten Inhalten so einflussreich für KI‑Antworten?

Maurice Marinelli: Weil dort echte Erfahrungen und neue Perspektiven entstehen. In KI‑Antworten werden häufig Reddit, Wikipedia, YouTube oder LinkedIn zitiert. Das sind Orte, an denen Originalität entsteht – keine x‑te Nacherzählung. Marken sollten echte Stimmen und Erfahrungen aktiv bündeln: mit Communities, Reviews, Produkt‑Tests, Use‑Cases und Co‑Creation mit Kundinnen und Kunden.

Heißt das: Content‑Arbeit wird interdisziplinärer und anspruchsvoller?

Maurice Marinelli: Klares ja. PR, Datenanalyse, Community‑Management, Content und SEO müssen enger zusammenarbeiten. KI hebt das Mittelmaß an. Wer herausragen will, braucht Substanz, Kreativität und handwerkliche Exzellenz. „Gutes Marketing“ wird anspruchsvoller – und lohnender, weil es eng an echte Kundenbedürfnisse rückt.

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