Interview LogiMat 2026: Innovative Lösungen für E-Commerce und Intralogistik im Fokus

Das Gespräch führte Heiner Sieger 5 min Lesedauer

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Michael Ruchty, Messeleiter der LogiMat 2026, über die Schwerpunkte der kommenden Messe. Digitalisierung und Automatisierung sind zentrale Themen. Auch die Energieeffizienz rückt noch mehr in den Fokus.

(Bild:  EuroExpo)
(Bild: EuroExpo)

DARUM GEHT'S

LogiMat 2026: Mit dem Leitmotiv „Passion for Details“ fokussiert sich die Intralogistik-Messe dieses Jahr auf unscheinbare, aber wirkungsvolle Funktionen, die im Alltag Mehrwert bieten.

Künstliche Intelligenz und Automatisierung: Reduzieren beispielsweise Analyse- und Steuerungsaufwände, optimieren Transportwege, beschleunigen Abläufe und ermöglichen belastbare Prognosen etwa zu Aufkommensentwicklungen, zur Standortwahl oder Distributionswegen. 

Nachhaltigkeit: Ist für die Aussteller verschiedener Branchensegmente ein wesentlicher Wettbewerbsfaktor. Damit festigen und erweitern sie ihre Marktposition.

Herr Ruchty, welche Schwerpunkte setzt die LogiMat 2026 – und welche übergeordneten Trends in Intralogistik und E-Commerce wollen Sie in diesem Jahr besonders sichtbar machen?

Michael Ruchty: Als übergeordnete Trends prägen nach wie vor Digitalisierung, Automatisierung, künstliche Intelligenz (KI) und der Fachkräftemangel die aktuellen Lösungsansätze für effiziente Intralogistik. Mit dem Leitmotiv „Passion for Details – Discover the Difference“ fokussiert die LogiMat 2026 dabei jene oft unscheinbaren, aber wirkungsvollen Features, die den Anwendern im Alltag einen echten Mehrwert bieten und auf dem ersten Blick gar nicht erkannt werden. Das Motto soll die Aussteller motivieren, solche Details in den Fokus zu rücken und den Fachbesuchern neue Sichtweisen und Einblicke zu bieten.

Viele E-Commerce-Händler kämpfen mit steigenden Betriebskosten und wachsender Prozesskomplexität. Welche Lösungen oder Technologien auf der LogiMat 2026 adressieren diese Herausforderungen am stärksten?

Michael Ruchty: Es gibt eine Vielzahl von Stellschrauben für effiziente Lösungen. Betriebskosten sinken etwa durch energieeffiziente Systeme und Ausstattungen. Das reicht von LED-Leuchten und Bewegungsmeldern bis zu verbrauchsarmen Geräten. Überdies lässt sich mit vielen automatisierten Lagerlösungen wie etwa Kompaktlagern, bei denen die Raumhöhen optimal genutzt werden, der erforderliche Flächenbedarf nebst Betriebskosten senken.

Zur Reduzierung der Prozesskomplexität beginnt das Spektrum bei automatisierten Verpackungslösungen und kompletten Versandstraßen. Die LogiMat-Aussteller in Halle 6 präsentieren jüngste Entwicklungen, die neben der Automatisierung der Prozesse auch das Versandvolumen optimieren und so helfen, Verpackungsmaterial und Versandkosten einzusparen. Je größer Versandaufkommen und Warenvorrat werden, desto weitreichender der optionale Einsatz automatisierter Lagersysteme wie sie von den Anlagenbauern und Systemintegratoren auf der LogiMatT gezeigt werden. Das reicht bis hin zur Robotik. Sensorik, Bilderfassung und künstliche Intelligenz (KI) unterstützen in vielfältigen Ausprägungen vollautomatisierte Lager- und Kommissionier-Prozesse ohne Personalbedarf. Das Ganze dann abgedeckt von modernen, leistungsstarken Softwaresystemen, die mit exakt zugeschnittenen Funktionalitäten Cloud-basiert laufen, beispielsweise nach Nutzung abgerechnet werden und die notwendige Digitalisierung unterstützen.

DER GERPRÄCHSPARTNER

Michael Ruchty ist Messeleiter der LogiMat. 

LogiMat 2026
(Bild: Euroexpo Messe- und Kongress-GmbH)

KI und Automatisierung gelten als die großen Gamechanger der Logistik. Welche konkreten Innovationen erwarten Sie 2026 in diesen Bereichen auf der Messe?

Michael Ruchty: Vor dem Hintergrund von Automatisierung und Digitalisierung gewinnt die Unterstützung durch KI zunehmend an Bedeutung. Sie reduziert beispielsweise Analyse- und Steuerungsaufwände, optimiert Transportwege, beschleunigt Abläufe und ermöglicht belastbare Prognosen etwa zu Aufkommensentwicklungen, zur Standortwahl oder Distributionswegen. Entsprechende Neuentwicklungen zeigen LogiMat-Aussteller nicht nur in der Software-Halle 4. Bei den Anlagenbauern und Systemintegratoren in den Hallen 1, 3, 5 und 7 zielt das auf Kapazitäts- und Effizienzsteigerungen.

Im Bereich der Autonomen Mobilen Roboter (AMR, Halle 8) auf die Gerätesteuerung und die Funktionsweisen. In der Robotik generell auf die Informationsverarbeitung für den Griff in die Kiste. Und zunehmend wird das Thema humanoide Robotik als nächster, zeitnaher Entwicklungsschritt in den Fokus von Herstellern und Anwendern rücken. Als Vorreiterplattform widmet die LogiMat dem Thema humanoide Robotik bereits besondere Aufmerksamkeit.

Wie entwickelt sich die Rolle der LogiMat als internationaler Marktplatz? Beobachten Sie neue Ausstellergruppen oder veränderte Interessen der Besucher, insbesondere aus dem Onlinehandel?

Michael Ruchty: Die LogiMat in Stuttgart ist international als die führende Präsentationsplattform der Intralogistikbranche etabliert. Mehr als jeder dritte Aussteller und rund ein Viertel des Fachpublikums kommen über die deutschen Außengrenzen zur LogiMat. Bezüglich der Ausstellergruppen gibt es, anders als vor zwei/drei Jahren, gegenwärtig keine nennenswerten Veränderungen. Zu Beginn der 2020-er Jahre prägten AMR und die Robotik generell eine Verschiebung bei den Ausstellergruppe. Das hat sich auf dem Niveau konsolidiert. Mit dem CarrierDay am dritten Messetag und den Young Innovators auf dem Messestand des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie fungiert die LogiMAT 2026 darüber hinaus mit ihren Rahmenprogramm als Kontaktbörse und Präsentationsplattform für Nachwuchskräfte und Seiteneinsteiger.

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