KI-Einsatz KI im Handel: Deutsche Händler sind weiter als gedacht

Verantwortliche:r Redakteur:in: Stefan Girschner 3 min Lesedauer

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Eine neue Studie von monday.com hat den Einsatz von KI im Handel untersucht. Demnach sind deutsche Einzelhändler beim KI-Einsatz weiter, als die Debatten vermuten lassen. Während in Frankreich stärker über Potenziale diskutiert wird, wird KI in Deutschland bereits großflächig und pragmatisch eingesetzt.

(Bild:  © Ariep/stock.adobe.com - generiert mit KI)
(Bild: © Ariep/stock.adobe.com - generiert mit KI)

Laut der Studie "The Retail AI Agent Report" nutzen 42 Prozent der Befragten künstliche Intelligenz bereits in mehreren Abteilungen, 36 Prozent verfügen über formelle Strategien. Besonders stark ist die operative Nutzung in IT (62 Prozent), Marketing (55 Prozent) und Vertrieb (49 Prozent) – jene Bereiche, in denen Effizienzgewinne sofort sichtbar sind und KI besonders schnell Wirkung entfaltet. Das Fazit: KI im Handel ist im Tagesgeschäft angekommen. Für die Studie von monday.com wurden 204 Entscheider im Retail-Bereich in Deutschland und Frankreich befragt.

KI im Handel: die Probleme sind strukturell, nicht mental

Die Umfrage von monday.com zeigt, dass der deutsche Einzelhandel gegenüber KI-Technologien aufgeschlossen ist. Dies widerlegt die weit verbreitete Meinung, der deutsche Markt sei bei der Umsetzung zögerlich oder träge. Die KI-Bremsklötze sind eher technischer Natur. 45 Prozent der Händler fehlt intern das nötige Know-how, 38 Prozent ringen mit komplexen Datenlandschaften. Deutschland ist in der Anwendung weiter als Frankreich, aber etwas rückständiger bei den technischen Voraussetzungen für die Skalierung von KI-Modellen.

Andi Wienold ist Regional Vice President DACH bei monday.com.(Bild:  monday.com)
Andi Wienold ist Regional Vice President DACH bei monday.com.
(Bild: monday.com)

Andi Wienold, Regional Vice President DACH bei monday.com, kommentiert die Ergebnisse: „Viele betrachten KI immer noch als eine Reihe von Tools, doch der eigentliche Wandel für Einzelhändler ist struktureller Natur. KI wird sich nur dann durchsetzen, wenn Arbeitsabläufe, Teams und Daten durchgängig miteinander verbunden sind. Deutsche Unternehmen haben einen enormen Vorteil durch ihre operative Disziplin. Nun müssen sie diese Stärke mit schnellerer Experimentierfreudigkeit kombinieren. Die Gewinner im Jahr 2026 werden nicht diejenigen sein, die am meisten automatisieren, sondern diejenigen, die ihre Arbeitsweise neu gestalten, sodass KI Reibungsverluste beseitigt und die Menschen sich auf Urteilsvermögen, Kreativität und Kundennutzen konzentrieren können“

56 Prozent der deutschen Händler erwarten, dass KI im Handel dabei hilft, den Abstand zu globalen Plattformen zu verkleinern. KI wird in Deutschland nicht als Zukunftsvision gesehen, sondern als Werkzeug für Wettbewerbsfähigkeit. Dazu passt ein weiterer, bislang wenig diskutierter Wert: 42 Prozent der Befragten erwarten, dass künstliche Intelligenz nicht nur Prozesse beschleunigt, sondern auch die Produktivität und Zufriedenheit der Mitarbeitenden erhöht.

Conversational Commerce: Frankreich euphorisch, Deutschland skeptisch

Conversational Commerce – also der Einkauf via Chat- oder Sprachdialoge, etwa per WhatsApp, Chatbot oder KI-Assistent – gewinnt international an Bedeutung. Doch der Ländervergleich zeigt eine klare Trennlinie: In Frankreich bewerten 80 Prozent der Händler diesen Kanal positiv und testen ihn breit. In Deutschland planen dagegen 76 Prozent keine Einführung in den nächsten Jahren. Eine Lesart dieser Zahlen: Deutschlands Handel setzt KI dort ein, wo sie heute wirkt. Frankreich dort, wo sie morgen glänzen könnte.

KI im Handel: Neue Entscheidergeneration prägt den Kurs

Auffällig ist auch die Altersstruktur der Befragten: Ein Großteil der Entscheider ist zwischen 25 und 44 Jahren. Das spricht für eine Generation, die digitale Tools pragmatisch bewertet, neuen Technologien gegenüber offen ist und weniger in ideologischen Debatten um KI verhaftet ist als ältere Führungsebenen.

Die Ergebnisse liefern einen klaren Status quo und zeigen Prioritäten bis 2026. „Entscheidend ist jetzt nicht das nächste Pilotprojekt, sondern die Verankerung von KI in Daten, Verantwortlichkeiten und Tagesabläufen – damit Teams schneller entscheiden und besser zusammenarbeiten können“, so das Fazit von Andi Wienold.

Work OS von monday.com ist eine Low-Code-/No-Code-Plattform, die die Leistungsfähigkeit von Software verbessert, damit Unternehmen Arbeitsmanagement-Tools und Anwendungen erstellen können, die ihren Bedürfnissen entsprechen. Die Plattform vernetzt Mitarbeiter intuitiv mit Prozessen und Systemen, wodurch Teams in jedem Aspekt ihrer Arbeit Höchstleistungen erreichen, während im gesamten Unternehmen mehr Transparenz geschaffen wird.

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