Kaufverhalten Konsumkrise: Die Verbraucher gönnen sich nun wieder mehr

Verantwortliche:r Redakteur:in: Konstantin Pfliegl 2 min Lesedauer

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Der Online-Handel verbuchte in den vergangenen Monaten ein kleines Umsatzplus – das erste Marktwachstum seit zwei Jahren. Doch ein Ende der Konsumkrise ist noch nicht in Sicht.

(Bild:  AREE / Adobe Stock)
(Bild: AREE / Adobe Stock)

Bereits zum Jahresanfang gab es die ersten positiven Signale, die sich nun bestätigen: Im Online-Handel mit Waren gab es von einschließlich April bis Ende Juni – nicht inflationsbereinigt – ein kleines Umsatzplus von 0,2 Prozent im Vorjahresvergleich auf aktuell 19,215 Milliarden Euro. Ein Ende der aktuellen Konsumkrise sieht die deutsche Branchenvereinigung von Online- und Versandhändlern, der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh), jedoch nicht. Auf die gesamte erste Jahreshälfte gerechnet, liegen die Umsätze weiter um 1,2 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Martin Groß-Albenhausen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des bevh: Für ein Ende der Komsumkrise sei es noch zu früh.(Bild:  bevh)
Martin Groß-Albenhausen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des bevh: Für ein Ende der Komsumkrise sei es noch zu früh.
(Bild: bevh)

Konsumkrise hält weiter an

„Wir sehen die Anfänge einer Normalisierung am Markt. Die Einkommen haben die Teuerung der vergangenen Jahre – seit 2019 etwa 20 Prozent – nicht nur überkompensiert, sondern treffen nun auf eine deutlich geringere Inflationsquote”, ordnet Martin Groß-Albenhausen die Ergebnisse ein. Er ist stellvertretender Hauptgeschäftsführer des bevh.

 „Ob in Deutschland, Europa insgesamt oder den USA: Überall sehen wir politische Destabilisierung und geopolitische Konflikte, die eine Rückkehr zum Wachstum ausbremsen können. Dazu kommen nun Berichte über zahlreiche Insolvenzen, die die Menschen eher zum Sparen treiben.“ Wegen dieser Unsicherheitsfaktoren möchte er auch nicht von einem Ende der Konsumkrise sprechen.

Weiterhin trübe Aussichten bei den Händlern

Auch wenn derzeit wieder mehr Kunden ihr Geld ausgeben, werde dies nach Ansicht von Groß-Albenhausen an den Aussichten vieler Unternehmen wenig ändern: „Die massiven Umsatzeinbrüche der vergangenen zwei Jahre sind längst nicht eingeholt, gleichzeitig melden unsere Händler weiterhin deutlich steigende Kosten für Beschaffung, Compliance, Personal und Energie.“ Der aktuelle Umsatztrend müsste anhalten und noch stärker ausfallen, um die Unternehmen zu tragen.

Umsatzveränderungen im Online-Handel – jeweils zum Vorjahresquartal.(Bild:  behv)
Umsatzveränderungen im Online-Handel – jeweils zum Vorjahresquartal.
(Bild: behv)

Auch wenn die reale Lage am Markt laut dem Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland gar nicht so schlecht sei, würden dennoch viele hausgemachte Probleme den Schwung bremsen. Die Meinung, dass die deutsche und europäische Gesetzgebung die Unternehmen zurückhält, würde laut dem Branchen-Verband fast jeder Zweite teilen. 

Lebensmittelbranche trotz der Konsumkrise

Der behv beobachtet ein Wachstum in 12 von 19 untersuchten Sortiments-Bereichen. Vor allem die Erholung im wichtigen Modehandel und der anhaltende Wachstumstrend mit Waren des täglichen Bedarfs – jeweils plus 2,9 Prozent – hätten im zweiten Quartal starke Impulse gesetzt: Dabei legten Lebensmittel-Bestellungen mit einem Plus von 6,2 Prozent (1,004 Mrd. Euro) von allen Segmenten das stärkste Umsatzwachstum vor. 

Einen besonders starken Turnaround legte auch das Cluster Einrichtung hin, worunter Möbel, Heimtextilien und Haushaltsgeräte fallen. Nach einem besonders schwachen Jahresauftakt – minus 4,3 Prozent im ersten Quartal – gab es im Folgequartal wieder ein leichtes Wachstum von 1,6 Prozent. Luxusausgaben für Uhren und Schmuck – plus 2,9 Prozent im zweiten Quartal –, die dem Sparverhalten der Deutschen besonders stark zum Opfer fielen, gewannen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum das erste Mal seit Ausbruch des Ukrainekriegs wieder hinzu.

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