Kreislaufwirtschaft Re-Commerce boomt: Wie KI den Markt für Secondhand signifikant verändert

Ein Gastbeitrag von Heiner Kroke 4 min Lesedauer

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Re-Commerce, der Handel mit gebrauchter Ware, galt einst als Nische und ist heute fester Bestandteil des E-Commerce. Händlern hilft künstliche Intelligenz bei den komplexen Prozessen mit Secondhand-Ware.

(Bild:  © VectorMine/stock.adobe.com)
(Bild: © VectorMine/stock.adobe.com)

DARUM GEHT's

Nachhaltigkeits-Boom: Der globale Re-Commerce-Markt wächst um rund 12, Prozent pro Jahr.

Komplexer Ankaufsprozess: Es ist ein genauer Blick auf den Zustand der Ware notwendig. Besonders komplex ist der Bereich Fashion – hier muss auch die Echtheit geprüft werden.

Logistik: Anders als beim Handel mit standardisierter Neuware geht es hier um Einzelstücke: Jeder Artikel wird einzeln erfasst, geprüft, kategorisiert, fotografiert, eingelagert und versendet.

Künstliche Intelligenz: Eröffnet für den Re-Commerce enormes Potenzial – Prozesse können effizienter  gestaltet, manuelle Arbeit reduziert und Risiken verringert werden. 

Secondhand boomt: Laut dem Recommerce Intelligence Report 2025 wächst der globale Markt jährlich um rund 12,1 Prozent und soll bis Ende 2029 von knapp 190 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024 auf über 310 Milliarden US-Dollar anwachsen. Die Frage ist: Warum ist Re-Commerce gerade jetzt  wichtiger denn je – und wie kann künstliche Intelligenz helfen,  zentrale Herausforderungen dieser Branche zu lösen?

Emissionen sparen durch Secondhand 

Die Vorteile liegen auf der Hand: Wer Secondhand statt Neuware kauft, spart nicht nur Geld, sondern vermeidet auch Emissionen. In Zeiten von Inflation und Klimakrise sind genau das die beiden größten Treiber für Konsumentscheidungen. Unsere Kunden möchten nachhaltiger handeln, ohne auf Auswahl, Qualität und ein bequemes Einkaufserlebnis zu verzichten. Re-Commerce bietet dafür die perfekte Lösung.

Re-Commerce ist logistisch herausfordernd. Anders als beim Handel mit standardisierter  Neuware geht es hier um Einzelstücke.

Heiner Kroke, CEO bei Momox

Der Ankaufsprozess: einfach für Kunden – komplex im Hintergrund

Für unsere Kunden ist der Einstieg bewusst unkompliziert: Artikel eingeben, Preisangebot erhalten, kostenlos einschicken – fertig. Hinter den Kulissen sieht es jedoch ganz anders aus.

Unsere Preisalgorithmen kalkulieren in Sekunden auf Basis von Nachfrage, Lagerbestand und Wiederverkaufswert. So stellen wir sicher, dass wir nur Artikel ankaufen, die auch tatsächlich weiterverkauft werden können – ein entscheidender Punkt, um wettbewerbsfähig und nachhaltig zugleich zu sein.

Damit der Verkauf reibungslos funktioniert, lohnt sich ein genauer Blick auf den Zustand der Ware. Bücher mit starken Gebrauchsspuren, fehlenden CDs oder Notizen können wir oft nicht ankaufen. Bei Kleidung gilt: frisch gewaschen, ohne Flecken oder Beschädigungen. Ein kurzer Check bei gutem Licht, vor allem an Kragen und Ärmeln, spart später Frust. Nach Wareneingang startet die Qualitätskontrolle. Bei Medien helfen uns Datenbanken mit allen relevanten Informationen. Bei Fashion ist es komplexer: Hier prüfen wir nicht nur Qualität und Zustand, sondern auch Echtheit und ordnen die Artikel nach Farbe, Größe oder Stil ein. Da es bislang keine standardisierten Produktpässe für Kleidung gibt, übernehmen wir diese Klassifizierung selbst.

Re-Commerce ist logistisch herausfordernd. Anders als beim Handel mit standardisierter Neuware geht es hier um Einzelstücke: Jeder Artikel wird einzeln erfasst, geprüft, kategorisiert, fotografiert, eingelagert und später versendet. Das erfordert flexible Lagersysteme und effiziente Prozesse.

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