Die deutsche Wirtschaft leidet derzeit von Kostenanstieg und Umsatzrückgang. Zudem befürchten die Unternehmen, dass in den nächsten Jahren noch weitere Krisen auftreten, die den Geschäftserfolg beeinträchtigen.
(Quelle: Yvonne Weis - Adobe Stock)
Die kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland sind im Krisenmodus und befürchten, dass es noch schlimmer wird. Das hat der B2B-Plattformbetreiber Visable in einer Umfrage mit dem Meinungsforschungsinstitut YouGov herausgefunden. So werden Wirtschaftskrise und Krieg von 25 beziehungsweise 24 Prozent der Befragten als größte Bedrohung für die Geschäftstätigkeit ihres Unternehmens genannt. 68 Prozent der befragten Entscheider befürchten außerdem, dass es Krisen in den nächsten drei Jahren noch häufiger (44 Prozent) oder viel häufiger (24 Prozent) geben wird. Die Corona-Pandemie verliert an Gewicht. Nur noch elf Prozent der Befragten sehen darin die derzeit größte Bedrohung. Damit liegt die Pandemie mit ebenfalls elf Prozent sogar noch knapp hinter Cyberattacken.
Größere Umsatzeinbußen durch Krisen
Die Bedrohung durch die in der Umfrage beschriebenen Krisen ist für KMU in Deutschland real und lässt sich in Umsatzeinbußen beziffern: 35 Prozent der befragten Entscheider geben an, dass ihr Unternehmen seit Anfang 2021 bis zu einem Viertel des Umsatzes durch die großen Krisen eingebüßt hat. Fast jedes fünfte Unternehmen (18 Prozent) hat sogar noch höhere Umsatzverluste erlitten. Peter F. Schmid, CEO von Visable, kommentiert die Ergebnisse der Umfrage: „KMU haben gerade richtig zu kämpfen. Auf eine Krise folgt die nächste. Zentrales Thema für die nächsten Jahre wird sein, unseren Mittelstand krisenfest zu machen. Sonst ist der Wohlstand in ganz Deutschland und in Europa bedroht.“
Steiler Kostenanstieg bedroht den Geschäftserfolg
Konkret machen den Unternehmen vor allem die massiv steigenden Kosten zu schaffen: 40 Prozent der Befragten sehen die steigenden Energiekosten als Bedrohung für ihren Geschäftserfolg. Immer noch mehr als ein Drittel (35 Prozent) der Entscheider sehen das Geschäftsergebnis durch steigende Rohstoffpreise bedroht, 31 Prozent klagen über Lieferkettenprobleme. Die Personalabteilungen haben zudem mit Ausfällen durch Krankheit und Quarantäne (30 Prozent) sowie Fachkräfte- und Arbeitskräftemangel (26 Prozent) zu kämpfen – eine Herausforderung, die deutsche KMU schon lange begleitet. Die anziehende Inflation ist für ein Viertel der Befragten (25 Prozent) ein akutes Problem.
„Bereits die Pandemie und ihre Folgen und jetzt der Krieg in der Ukraine haben die Kosten in vielen Bereichen teilweise dramatisch ansteigen lassen. Energiekosten sind die Brotpreise des 21. Jahrhunderts. Das Problem trifft direkt (bei Benzin oder Heizungen) aber insbesondere indirekt (durch steigende Produktionskosten in der Industrie) die gesamte Bevölkerung. Wir müssen unsere einseitigen Abhängigkeiten bei Energie und auch Rohstoffen schnell und massiv reduzieren. Nur so ist Resilienz gegen Krisen erreichbar“, erklärt Schmid.
Forderungen an die Politik, um Krisen vorzubeugen
Die Unternehmen beugen selbst mit einem breiten Maßnahmenkatalog gegen kommende Krisen vor: Jedes fünfte Unternehmen hat dafür bereits betriebliche Notfallpläne in der Schublade liegen. Weitere Vorsorgemaßnahmen sind die Bevorratung von Materialien (18 Prozent), erhöhte Rückstellungen (16 Prozent) und Investitionen in die IT-Kompetenz (16 Prozent). Daneben stehen sehr deutliche Forderungen an die Politik zur Steigerung der Resilienz gegen Krisen. Die beiden meistgenannten Punkte sind recht klassisch: Am häufigsten wünschen sich KMU Bürokratieabbau und größere gesetzliche Flexibilität (38 Prozent). Steuersenkungen und andere finanzielle Unterstützung liegen mit 36 Prozent auf Platz zwei der Rangliste. Auf den Plätzen 3 und 4 folgen die Megathemen unserer Zeit: Bessere digitale Infrastruktur (30 Prozent) und schärfere Maßnahmen gegen den Klimawandel sowie Investitionen in Umweltschutz (29 Prozent). Die deutschen KMU setzen außerdem voll auf Europa: 28 Prozent schreiben der Politik eine stärkere europäische Zusammenarbeit ins Pflichtenheft.
Krisenstimmung in den europäischen Märkten
Dass nicht nur in Deutschland Krisenstimmung bei den KMU-Entscheidern vorherrscht, zeigen parallele Befragungen über YouGov in Frankreich, Österreich und in der Schweiz: Überall erwarten mehr als zwei Drittel der Befragten häufigere Krisen in den nächsten drei Jahren. Am pessimistischsten sind dabei die Franzosen: Hier fürchten insgesamt 72 Prozent häufigere Krisen, knapp dahinter folgt die Schweiz mit 71 Prozent, in Österreich liegt der Wert mit 68 Prozent gleichauf mit dem deutschen Ergebnis. Schmid dazu: „So viele Krisen wie im Moment gab es in Mitteleuropa zum Glück sehr lange nicht mehr. Es ist beunruhigend, dass über zwei Drittel aller KMUs in einer solch zugespitzten Lage von einer weiteren Verschlimmerung ausgehen. Wer Angst hat, der investiert weniger in die Zukunft.“
Stand: 16.12.2025
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Digitalisierung öffnet Wege zur Lösung vernetzter Probleme
Viele Herausforderungen könnten Unternehmen lösen, indem sie Geschäftsbereiche und Prozesse in den digitalen Raum überführen. So ließe sich beispielsweise der Einkauf über digitale B2B-Plattformen diversifizieren, um Problemen in der Lieferkette und steigenden Rohstoffpreisen sowie dem steigenden Nachhaltigkeitsbewusstsein zu begegnen. Bereits 15 Prozent der deutschen KMU setzen laut der Umfrage die Diversifizierung des Einkaufs als Vorbeugemaßnahme gegen Krisen um. Schmid stellt hierzu fest: „Über unsere beiden europaweit führenden Online-B2B-Plattformen wlw und Europages finden Einkäufer dank unserer KI-gestützten Volltextsuche schnell und unkompliziert, was auch immer sie suchen.“
Die Online-Umfrage wurde in dem Zeitraum 5. bis 10. April vom Marktforschungsinstitut YouGov im Aufrag von Visable durchgeführt. In Deutschland nahmen 508 Personen mit Entscheidungsbefugnis in kleinen und mittleren Unternehmen teil. In Frankreich gab es 530 Teilnehmen, in der Schweiz und in Österreich wurden jeweils 217 Menschen befragt. Visable unterstützt den industriellen Mittelstand, Produkte und Dienstleistungen für Einkäufer international zugänglich zu machen. Mit der auf Geschäftskunden zugeschnittenen Verbindung aus eigenen B2B-Plattformen und Online-Marketing-Services wie zum Beispiel Google Ads und Retargeting bietet Visable ein digitales Portfolio zur Reichweiten-Steigerung im Internet. Zu den von der Visable GmbH betriebenen Plattformen gehören wlw („Wer liefert was“) und die europäische B2B-Plattform Europages. (sg)