In der neuesten CEE-Studie fällt die Bewertung der Kundenerfahrungen auf einen Tiefstand. Wie müssen Firmen jetzt auf gestiegene Erwartungen von Kunden und den Wettbewerbsdruck reagieren? Ein Umdenken in Richtung personalisierter Kundeninteraktion, Kundenerlebnis und technologischer Innovationen ist erforderlich.
(Bild: putilov_denis – stock.adobe.com)
Mit Blick auf die wissenschaftliche Analyse der Kundeninteraktionen in Deutschland erleben wir derzeit einen bedeutsamen Umbruch. Die jüngste KPMG-Studie zeigt erstmals seit zehn Jahren einen markanten Rückgang im Customer Experience Excellence Score (CEE-Score). Einerseits bedeutet das eine signifikante Verschlechterung des durchschnittlichen Kundenerlebnisses, andererseits bietet sich bei genauer Analyse der Daten auch die Chance, sich mit einem gezielten Erwartungsmanagement von der Konkurrenz abzuheben.
Erleben wir beim Kundenerlebnis eine Trendumkehr?
Nach Jahren der positiven Entwicklung, in denen Unternehmen zunehmend in Customer Experience Management investierten, zeigt sich nun eine bemerkenswerte Veränderung. Die jüngsten Zahlen deuten darauf hin, dass sich der positive Trend umgekehrt hat. Mit einem Abfall des CEE-Scores von 7,65 im Jahr 2022 auf 7,31 im Jahr 2023 ist erstmals ein Rückgang in der Bewertung der Kundenerfahrung in Deutschland zu verzeichnen. Zugleich wird damit auch der niedrigste Stand seit Beginn der Auswertung konstatiert (Abb.1). Diese Entwicklung zeigt, dass die Erwartungshaltung der Kunden an das Kundenerlebnis eine neue Dimension erreicht hat und die Unternehmen mit ihren Angeboten zurückbleiben. Mehr noch: Die Customer Experience (CX) hat sich verschlechtert.
Entwicklung des CEE-Score im Zeitverlauf
(Bild: KPMG)
Steigender Wettbewerb und finanzielle Herausforderungen
Parallel dazu wächst die Wettbewerbsintensität in der deutschen Unternehmenslandschaft. Die CEE-Studie zeigt, dass sich fast 90 Prozent aller Unternehmen im hart umkämpften Mittelfeld befinden. Dadurch steigt die Notwendigkeit zur Differenzierung. Unternehmen müssen sich umso deutlicher von der Konkurrenz abheben. Mit Blick auf die Performance Cluster wird deutlich, dass durch die sprunghaft zurückgegangene Anzahl an Top-Performern die Wettbewerbsintensität im Mittelfeld stark zugenommen hat. Verschärft wird diese Situation dadurch, dass die individuellen finanziellen Herausforderungen, beispielsweise durch Lieferkettenprobleme und gestiegene Lebenshaltungskosten, sowohl die Unternehmen als auch die Konsumenten belasten. Diese ökonomischen Faktoren haben jedoch keinen direkten Einfluss auf die wahrgenommene Qualität des Kundenerlebnisses. Für Unternehmen deutlich relevanter: Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Bereitschaft der Verbraucher sinkt, mehr für nachhaltiges Engagement von Unternehmen zu zahlen.
Macht der Personalisierung beim Kundenerlebnis
Die CEE-Studie erfordert auch eine neue Einordnung des Treibers „Personalisierung“: Personalisierung geht als wichtigster Faktor für Kundenbindung aus den Daten hervor. Kundenloyalität und die Bereitschaft zur Weiterempfehlung hängen zunehmend von einer maßgeschneiderten Kundenansprache ab. Letztere spiegelt den Wunsch der Konsumenten wider, als Individuen anerkannt und behandelt zu werden. Hinter diesem Wunsch versteckt sich das Stichwort der „Hyperpersonalisierung“. Um eine tiefe und dauerhafte Bindung zum Kunden aufzubauen, sollten Unternehmen verstärkt die Möglichkeiten des technologischen Fortschritts nutzen.
Es braucht eine Balance von Technologie und Mensch
Die Bedeutung von Technologie für das Kundenerlebnis ist unbestreitbar. Die Implementierung von KI und anderen digitalen Lösungen ermöglicht eine personalisierte Omni-Channel-Kundeninteraktion, die gleichzeitig datenschutzfreundlich ist. Über technologische Innovationen darf jedoch nicht der menschliche Aspekt vernachlässigt werden. Mitarbeiter, die durch Technologie befähigt werden, können den entscheidenden Unterschied ausmachen. Sie bringen Empathie und Verständnis in die Kundenbeziehungen ein, die kein Algorithmus imitieren kann.
Zukunftsthesen für das Kundenerlebnis
Aus der jüngsten CEE-Studie lassen sich verschiedene Thesen für die Zukunft des Kundenerlebnisses ableiten. Allen voran müssen Unternehmen lernen, den Kunden zuzuhören, um deren Bedürfnisse wirklich zu verstehen. Zudem darf CX nicht als isolierte Funktion betrachtet werden. Vielmehr muss sie als ein ganzheitliches Konzept verstanden werden, das von beiden Seiten – der Unternehmens- und der Kundenseite – betrachtet wird. Darüber hinaus muss bei der Neuausrichtung von Maßnahmen auch stets bedacht werden, dass Kunden ihre täglichen Erlebnisse mit Unternehmen über verschiedene Branchen hinweg vergleichen.
Weckruf für deutsche Unternehmen
Der Rückgang des CEE-Scores sollte ein Weckruf für Unternehmen sein, ihre Methoden und Ansätze kritisch zu hinterfragen. Um sich vom Wettbewerberfeld abzuheben und für die Kunden relevant zu bleiben, sind innovative Konzepte gefordert. Die Customer Experience Excellence Studie macht dabei deutlich, dass eine kundenzentrierte Denkweise, die jede individuelle Kundeninteraktion als Chance begreift, Vertrauen und Loyalität aufzubauen, gefordert wird.
Stand: 16.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die WIN-Verlag GmbH & Co. KG, Chiemgaustraße 148, 81549 München einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://kontakt.vogel.de/de/win abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Die Unternehmen, die bereit sind, zuzuhören, zu lernen und sich anzupassen, werden diejenigen sein, die das Kundenerlebnis der Zukunft gestalten.
Tom Lurtz Partner Consulting, Value Chain Transformation bei KPMG