Lastenrad in der Logistik: Das sind die Chancen und Grenzen

Verantwortlicher Redakteur:in: Heiner Sieger 2 min Lesedauer

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Das Lastenrad ist populär, wenn es um City-Logistik geht. In einigen Stadtzentren bewegen Logistiker damit bereits täglich tausende Sendungen emissionsfrei und tasten sich angesichts der Herausforderungen in Ballungsräumen auf neues Terrain vor. Über Chancen und Grenzen der Radlogistik.

(Quelle:  schulzfoto/Adobe Stock)
(Quelle: schulzfoto/Adobe Stock)

Das Modell Lastenrad in der Logistik trifft den Zeitgeist. Das Thema Nachhaltigkeit ist in die Mitte der Gesellschaft gerückt und Kommunen fragen sich zunehmend, wie sie lebenswerter werden können. Aber ist das Lastenrad das Allheilmittel für die City-Logistik von morgen?

Weniger Staus und Emissionen durch das Lastenrad in der Logistik

Die Vorzüge auf der Letzten Meile wirken auf den ersten Blick bestechend: Ohne CO2-Ausstoß fahren Lastenräder leise auf Radwegen an Staus vorbei und verstopfen nicht die Straßen. Umweltzonen oder Halteverbote stellen kein Problem dar, das Cargobike kann direkt vor der Haustür halten. Daneben eröffnet die Radlogistik Perspektiven für ein weiteres Problem des klassischen Liefermodells: die Suche nach Zustellpersonal. Denn für ein Cargobike braucht es keinen Führerschein. Doch trotzdem müssen Logistikprozesse neu gedacht werden.

City-Logistik neu gestalten

Klassische Standorte am Stadtrand sind für eine Paketlogistik mit Lastenrad nicht geeignet. Da Lastenräder keine weiten Strecken zurücklegen können, sind zentrale Mikrodepots nötig. Weil diese Flächen rar und teuer sind, werden sich verstärkt Kooperationsmodelle und eine kreative (Um-)Nutzung von Flächen durchsetzen. Wichtig ist auch, dass Konflikte sich nicht von der Straße auf den Radweg verlagern. Städte müssen Cargobikes in der Verkehrsplanung berücksichtigen, wenn die Radlogistik zum flächendeckenden Erfolg werden soll.

Nachhaltige Zustellung honorieren

Die Umstellung auf nachhaltige Logistikkonzepte macht die Zustellung erst einmal teurer, die Paketpreise spiegeln dies aber nur unzureichend wider. Dabei profitiert insbesondere der Online-Handel von solchen nachhaltigen Lösungen, da sie gesellschaftlich akzeptiert sind und zu einer Legitimation beitragen. Kunden erwarten zunehmend, dass ökologische Belastungen minimiert werden. Das Lastenrad, genau wie der E-Transporter können das leisten und entsprechen damit eher den Anforderungen an eine lebenswerte Stadt als der Diesel.

Lastenrad in der Logistik: Ein Baustein im Mobilitätsmix

Trotz aller Vorteile in der City sind Cargobikes dem Transporter nicht bedingungslos überlegen. Die geringere Ladekapazität ist angesichts steigender, größerer und schwererer Bestellungen nicht unwesentlich. Ganz ohne Transporter, dann aber elektrisch, wird die Paketlogistik der Zukunft nicht auskommen. Auch die infrastrukturellen Voraussetzungen sind in jeder Stadt anders, sodass Konzepte nicht einfach übertragen werden können. Das Lastenrad ist daher einer von vielen Bausteinen einer nachhaltigen City-Logistik – und bedeutet Entwicklungsarbeit für KEP-Dienstleister. Aber sicher scheint: Das noch junge Transportmittel ist gekommen, um im Mobilitätsmix der Logistik zu bleiben.

Der Autor Michael Peuker betreut als Sustainability Manager New Mobility bei Hermes Germany unter anderem die Kooperationen des Logistikdienstleisters mit Lastenrad-Herstellern.

(Bild: Hermes)
(Bild: Hermes)

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