Die gesteigerte Erwartungshaltung von Kunden im Onlinehandel, der Fachkräftemangel und Peakseasons stellen die Logistik im Handel vor große Herausforderungen. Workflows, Bestandsaufnahme und Picking-Prozesse können jedoch durch Digitalisierung effizienter gestaltet werden.
(Quelle: Petinovs - Adobe Stock)
Gerade Peakseasons wie der Black Friday oder Feiertage stellen hohe Anforderungen an die Logistik. Das liegt zum einen an dem massiv erhöhten Bestellaufkommen, zum anderen an der Erwartungshaltung der Verbraucher, egal wann schnellen Versand zu beanspruchen. Um derartige Bestellmengen bewältigen und schnell versandfertig machen zu können, ist ein effizienter Picking-Prozess unerlässlich. Aktuell arbeiten Mitarbeiter in der Logistik oft mit Pistolenscannern und mit per Hand ausgefüllten Listen. Das dauert lange, ist fehleranfällig und führt zu undurchsichtigen Datenlagen. Zudem sind meistens unterschiedliche Systeme, sowohl hardware- als auch softwareseitig, im Einsatz. Die Mitarbeitenden haben hierbei nie die Hände frei. Ineffiziente Prozesse durch ständiges Ab- und Aufnehmen der Pistolenscanner sind das Ergebnis.
Digitale Lösungen entlasten die Logistik
Dabei existieren bereits digitalisierte Lösungen, die die Logistik entlasten. Ein Beispiel ist eine Industrial Smart Watch. Sie verbindet Industriescanner, Touchdisplay und Smart Watch miteinander und ermöglicht Freehand-Scanning, sodass der Werker den Scanner nicht mehr aktiv greifen muss. Außerdem können Objekte gescannt und die Informationen direkt an das Warehouse Management System (WMS) gesendet werden – so müssen sie nicht mehr manuell erfasst werden. Durch das Touchdisplay können Warenbestände, wenn notwendig, direkt korrigiert und Informationen abgerufen werden. Das vermeidet falsches Kommissionieren und inkonsistente Lagerbestände. Diese ganzen Funktionen sparen zwar auf den ersten Blick nur Sekunden, in der Summe können Unternehmen aber bis zu 80 Prozent an Zeit und damit auch wertvolles Kapital einsparen.
Logistikzentren müssen neu gedacht werden
Viele Verbraucher erwarten kostenlosen Versand und Rückversand, teilweise sogar Same-Day Lieferung. Ist das nicht erfüllt, kann das ein Ausschlusskriterium für eine Bestellung sein. Doch dieser Anspruch bringt Handelsunternehmen ohne neu gedachte Logistik-Strukturen an ihre Grenzen. Eine Umstrukturierung der Logistikzentren ist also unumgänglich – weg von einer Zentrale, hin zu kürzeren Versandwegen durch mehrere, kleinere Zentren. Das macht Versandprozesse effizienter, nachhaltiger und kostengünstiger. Abgesehen von einer neuen Struktur der Zentren sollte außerdem auch der Picking-Prozess weiter optimiert werden. Hier eignen sich smarte Lösungen wie Light Tags, die sich am Lagerplatz der Objekte befinden und entsprechend aufleuchten, wenn der Werker ein bestimmtes Fach sucht. Werker verkürzen die Suche nach Objekten auf ein Minimum und Prozesse werden so noch schneller.
Konkurrenzkampf – der Stärkste kriegt den Zuschlag
Eine weitere Herausforderung bei der Logistik ist der Konkurrenzkampf – lokal und global gesehen. Die gestiegenen Anforderungen nach einer schnellen und unkomplizierten Lieferung der Kunden müssen priorisiert werden. Besonders der Einzelhandel muss hier nachrüsten: Stellt dieser seine internen Prozesse nicht optimal auf und verzichtet weiterhin auf digitale Lösungen, kann er zukünftig nicht mehr mit dem Onlinehandel mithalten können.
Doch nicht nur lokal, sondern auch international ist eine reibungslose, schnelle Logistik wie Intralogistik mindestens genauso wichtig. Funktionierende Lieferketten und krisenfeste Supply Chains sind systemrelevant, denn sie sind für die nationale und internationale Wirtschaft unverzichtbar. Das betrifft nicht nur den monetären Erfolg, sondern auch die Verfügbarkeit wichtiger Ressourcen und Güter wie Holz, Stahl und Computerchips. Unternehmen müssen also die Optimierung ihrer internen Prozesse in den Fokus rücken. Fehlerfreie, effiziente Picking-Prozesse und Bestandsaufnahmen per digitaler Lösung sind auch hier essentiell, um weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben.
Fachkräftemangel in der Logistik
Auch der Fachkräftemangel bleibt weiterhin ein großer Pain Point der Branche. Insbesondere in Peak Season-Phasen ist es noch schwieriger, zusätzliches Personal zu finden. Betroffen davon sind nicht nur E-Commerce-Unternehmen, sondern auch Logistikunternehmen wie DHL. Um dem entgegenzuwirken, ist das Zurückgreifen auf fachfremdes Personal und ein schnelles Onboarding notwendig. Die Organisation der Prozesse vieler Unternehmen gestaltet sich hierfür jedoch schwierig: Viele, unterschiedliche Listen, mehrere Devices und Prozesse, die für externe Personen nur nach langem Einarbeiten verständlich sind. Damit sich das Onboarding möglichst effizient gestaltet, muss eine einfache, verständliche Lösung greifen.
Stand: 16.12.2025
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Industrial Smart Watches können dabei helfen, mehrere Arbeitsschritte, wie Inventuren, auf einen zu beschränken. Das funktioniert, indem Eingaben direkt über das Device erfolgen und automatisch ins WMS eingebucht werden. Außerdem kann die Industrial Smart Watch dem Werker komplette Workflows über das Touch Display anzeigen – das Onboarding übernimmt dann quasi das Gerät. Das macht ein Einarbeiten für fachfremde Mitarbeitende nicht nur effizient, sondern auch maximal einfach.
Logistik: Lücken in der Digitalisierung schließen
Bisher setzen nur wenige Unternehmen eine ganzheitliche digitale Lösung ein, dabei kann sie Herausforderungen wie Fachkräftemangel und das Bewältigen von hohen Bestellmengen deutlich vereinfachen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Optimierung der Prozesse durch Effizienz und Kostenreduktion. Es müssen jetzt digitale Prozesse eingeführt und sämtliche bestehende Digitalisierungs-Lücken konsequent geschlossen werden. Nur so werden Fehler, die zu hohem Aufwand führen, wie inkonsistente Lagerbestände und falsches Kommissionieren vermieden und der Weg zur Industrie 4.0. sichergestellt. Durch ein reibungsloses und effizientes Zusammenspiel aller am Warenfluss beteiligten Akteure können Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben und die aktuellen Herausforderungen souverän meistern.
(Florian Ruhland ist CEO_der Nimmsta GmbH. (Bild: Nimmsta))
Über den Autor: Florian Ruhland ist Co-Gründer und CEO von Nimmsta, einem Hersteller von Industrial Smart Watches. Die Nimmsta Industrial Smart Watch ist Begleiter für alle Prozesse in der Intralogistik. Sie macht Scannen mit freien Händen, Touchdisplay und eine interaktive Workflow Guidance möglich. Vor der Gründung von Nimmsta im Jahr 2019 hat Ruhland bereits zehn Jahre Erfahrung in der Entwicklung von Industrieprodukten gesammelt. Vom ersten Prototyp bis zum Serienprodukt kümmert er sich um alle technischen Fragestellungen. (sg)