Unternehmen und Mitarbeitende müssen in Zeiten von Schnelllebigkeit und Digitalisierung so agil sein wie nie. Kontinuierlich entstehen neue Technologien und Tools, die Arbeitsabläufe verändern und frühere Strategien obsolet werden lassen. Erfolgreiche Marketer müssen diese Entwicklungen frühzeitig erkennen, um sich im Markt zu behaupten und Kunden zu halten.
(Quelle: Rawpixel.com/Shutterstock)
Welche Marketing-Trends das Jahr 2020 prägen und durchsetzen werden, verraten Ihnen ausgewiesene Marketing-Experten der PR-Agentur Mashup Communications und folgender Unternehmen: Billomat, cormes, Speisekarte.de, good healthcare group, HempMate, resmio und tillhub.de.
Qualität statt Keyword-Schlacht im Content-Marketing
„Qualitativer Online-Content sorgt nicht nur für ein gutes Ranking, sondern auch für immer wiederkehrende Besucher. So können authentische und vor allem bedeutsame Inhalte dafür sorgen, dass Kunden Vertrauen zu einer Marke aufbauen und eben auch gezielt zurückkommen, sollten sich erneut Fragen auftun. Daher sollte eine grundlegende Zielvorgabe beim Erstellen von Online Content, egal ob Blog-Artikel, Social-Media-Post oder E-Paper, sich immer danach ausrichten, wie insbesondere inhaltlicher Mehrwert geschaffen werden kann – ohne den Leser mit Keyword-Wiederholungen zu langweilen. Unternehmen werden so wiederum mit einer steigenden Conversion Rate belohnt. Denn: Aus interessierten Lesern werden häufig auch treue Kunden. “
Paul-Alexander Thies ist CEO von Billomat.
(Quelle: Billomat)
Marketing-Trends: Voice-Assistenten als Storyteller – mit Sprache verzaubern
„Im Jahr 2020 soll bereits 30 Prozent der Internetnutzung ohne Bildschirm erfolgen. Marketing über Sprach-Assistenten, wie Siri oder Alexa, wird also an Bedeutung gewinnen. Dabei geht es zunehmend nicht mehr allein darum, Informationen abzufragen oder das Taxi zu bestellen. Indem uns die mittlerweile vertrauten Stimmen mit Geschichten beglücken, können Zuhörer ganz persönlich angesprochen und einbezogen werden. Wenn dann auch noch auf Feedback reagiert wird und so ein Dialog zwischen Mensch und Maschine stattfindet, werden ganz neue Formen der Markeninteraktion geschaffen. Statt reiner Sprachbefehle entsteht eine Konversation. Statt reiner Information hält uns Voice Storytelling auch langfristig an der Strippe.“
Miriam Rupp ist Gründerin und CEO von Mashup Communications.
(Quelle: Mashup)
Automatisierung und KI – auch in der Suchmaschinenwerbung
„Auch im Marketing nehmen künstliche Intelligenz und Automatisierung eine immer wichtigere Rolle ein. Dies fällt beispielhaft bei der Suchmaschinenwerbung auf: Der Platzhirsch Google Ads ist durch einige Automatisierungs-Features deutlich effizienter geworden und stellt mehr denn je die Nutzer mit ihren individuellen Eigenschaften, Nutzungsweisen und ihrer konkreten Situation in den Mittelpunkt. Seit einigen Monaten erlauben es beispielsweise Responsive Search Ads, durch verschiedene Titel und Inhalte immer neue Anzeigen automatisch zu generieren.“
„Auch der Einkauf der Werbeplätze wird durch das Smart Bidding strategisch vereinfacht. Hierbei werden im Vorfeld konkrete Ziele definiert. Auf Basis dieser wird automatisch dann mehr Geld für eine Ausspielung der Anzeige bei der Auktion von Ads geboten, wenn Google für einen Nutzer eine hohe Wahrscheinlichkeit voraussagt, dieses Ziel zu erfüllen. Auch die thematische Passgenauigkeit von Anzeigen wird schon jetzt mit Dynamic Search Ads verbessert, denn sie sind auf den Inhalt von einzelnen Landingpages oder der gesamten Website ausgerichtet. Im kommenden Jahr wird nicht nur Google, sondern auch andere Ad-Anbieter die Möglichkeiten der Automatisierung mittels künstlicher Intelligenz weiter ausbauen.“
Robert Franzke ist Head of SEA bei Cormes.
(Quelle: cormes)
Marketing-Trends: Mit Transparenz zum authentischen Marketing
„Für authentisches Marketing in der Gastronomie ist Transparenz das entscheidende Stichwort. Damit ist die Kennzeichnung der Herkunft von Lebensmitteln und dessen Herstellung gemeint. Verbrauchern ist es wichtig zu wissen, wo Produkte herkommen und wie sie zubereitet werden. Der Blick hinter die Kulissen schafft nachhaltig Vertrauen. Sei es die Herkunftsangabe der Produkte oder eine Geschichte zu den Zutaten auf den Speisekarten der Restaurants. Diese Ehrlichkeit lässt sich dann wiederum über die unterschiedlichen Kanäle spielen – von der Website über Social Media bis hin zur persönlichen Beratung im Restaurant.“
Kristina Gerlitz ist Trendscout und Marketingexpertin bei speisekarte.de.
„Wir leben in Zeiten der asynchronen Kommunikation. Da muss jeder, der mit Zielgruppen kommuniziert, am Ende auf möglichst vielen Kanälen 24/7 sein Angebot und seine Services präsentieren. Es müssen also neue Kommunikationswege eingeschlagen werden – die Digitalisierung macht es möglich. Um dem digitalen Wandel gerecht zu werden, kommt keiner mehr um eine ganzheitliche Omni-Channel-Strategie herum, die ihrerseits jeden möglichen Touchpoint berücksichtigt und orchestriert. Die individuelle und persönliche Customer Journey jedes einzelnen Kontakts steht dabei im Fokus. Das wiederum stärkt den selbstbestimmten und souveränen Zielgruppenkontakt.“
Thomas-Marco Steinle ist CEO der good healthcare group.
(Quelle: ghg)
Gütesiegel: konventioneller Ansatz, aber wirksam
„Wer sich im Wettbewerb behaupten und eine erhöhte Wahrnehmung schaffen möchte, kommt um positive Kundenmeinungen und Empfehlungen auch von dritter Seite nicht herum. Hier können Gütesiegel oder prozessbasierende Auszeichnungen das positive Bild unterstreichen und im Marketing gezielt platziert werden. Es lohnt sich im kommenden Jahr wieder auf vermeintlich veraltete Marketing-Tools zurückzugreifen und über neue Kanäle sinnvoll zu verbreiten. Das spüren nicht nur die Kunden, sondern gibt auch Business-Partnern mehr Sicherheit und bestätigt die eigene Vertrauens- und Glaubwürdigkeit.“
Stand: 16.12.2025
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Alexander Braun ist Gründer und CEO von HempMate.
(Quelle: HempMate)
Customer Centricity: Neue Chancen durch die Digitalisierung
„Wer mit seinem Restaurant langfristig bestehen und eine kontinuierliche Auslastung erreichen möchte, muss die altbewährte Leitidee ‚Der Gast ist König‘ auch digital leben. Eine eigene Webseite und Social-Media-Präsenz reichen heute nicht mehr. Customer Centricity eröffnet Gastronomen durch die Digitalisierung neue Chancen. Das Ziel: zufriedene Stammgäste, die gerne wiederkommen. Gäste entlang der Customer Decision Journey an relevanten Touch Points abzuholen und ihnen ein unvergleichliches Restauranterlebnis vor Ort zu bieten, ist die halbe Miete. Damit die Rechnung aufgeht, ist es entscheidend, die Beziehung zum Gast nach dem Magic Moment zu vertiefen und Walk-ins in loyale Stammgäste zu konvertieren. Digitalisierung ist also kein weiteres Hilfsmittel, sondern die Grundlage für loyale Kundenbeziehungen.“
Christian Bauer ist CEO von resmio.
(Quelle: resmio)
Marketing-Trends: Strategie für globale E-Commerce-Plattformen
„Der Einzelhandel steht vor der nächsten digitalen Disruption und hier liegen nun Chancen, sich gegen die Big Player durchzusetzen. Der Plattform-Trend im E-Commerce bricht nicht ab und so verlieren aufwendig geführte, kleine Shops zunehmend an Boden. Die Entwicklung von beispielsweise Instagram weg von reiner Social-Media-Inspirationsquelle hin zu globaler E-Commerce-Plattform mit Direct-Check-Out-Funktion wird vielleicht schon im kommenden Jahr zu einem der wichtigsten Marketing-Trends und zum größtmöglichen Wettbewerbsvorteil. Hier finden Retailer ihre Kunden und umgekehrt. In diesem Bereich eine nachhaltige Strategie anzuwenden, ist die größte Chance im Marketing für Retailer in 2020.“ (sg)
Thomas Kreutz ist Head of Marketing bei tillhub.de.