Unternehmen befinden sich permanent auf der Suche nach Einsparpotenzialen. Digitalisierung bietet verschiedene Möglichkeiten für den umweltfreundlichen Umgang mit Rohstoffen – auch in der Intralogistik lässt sich Effizienz steigern.
(Quelle: Yuriy Golub/shutterstock)
Dass Betriebe durch Digitalisierung die Effizienz im Produktionsprozess steigern und Kosten senken können, ist einleuchtend. Doch, dass auch die Umwelt davon profitiert, ist eher unbekannt. Dank digitalen Lösungen sinken Material- und Energieverbrauch und damit auch die Trauhausgasemissionen. Hinzu kommt, dass sich die Digitalisierung auf die Produktnutzung und das End-of-Life positiv auswirkt, wie das VDI Zentrum Ressourceneffizienz, in der Studie „Impulse zu einer ressourceneffizienteren Logistik“ von 2020 herausgefunden hat. Deswegen ist es wichtig, intralogistische Prozesse stetig zu optimieren und systematisch weiterzuentwickeln. Heute sorgen zum Beispiel innovative Technologien dafür, dass intelligente Sensoren und Maschinen Fehler im Produktionsverlauf aufdecken. Verknüpfen Unternehmen zudem Softwaresysteme und Datenbanken mit Anlagen, verbessern sie Arbeitsabläufe wie Warenein- und -ausgang, Ein- und Auslagerung, Kommissionierung oder Retourenmanagement. Diese Lösungen helfen darüber hinaus bei der Modernisierung. Verfügen sie über flexible Schnittstellen, ermöglichen sie zudem die Verbindung bestehender Anlagen unterschiedlicher Hersteller – eine Neuanschaffung entfällt.
(Digitalisierung verbessert Arbeitsabläufe zum Beispiel im Warenein- und -ausgang oder in der Kommissionierung. Bild: Sysmat)
Nachhaltigkeit nur im Mittelfeld
In den Augen vieler Logistik-Unternehmer gehört der Trend zu mehr Nachhaltigkeit noch nicht zu denen mit höchster Priorität. Laut der Untersuchung „Trends und Strategien in Logistik und Supply Chain Management“ des Instituts für Logistik und Unternehmensführung an der TU Hamburg, siedeln sie etwa den aufkommenden Kostendruck, den unternehmensübergreifenden Austausch und die Komplexität weiter oben an. Dabei nimmt Nachhaltigkeit inzwischen einen sehr hohen Stellenwert in der Gesellschaft ein – nicht nur im unternehmerischen Bereich. Aus diesem Grund haben sich die Anforderungen auf Kundenseite deutlich verändert. Auch hier hat ein Wandel stattgefunden.
(Entwicklungen rund um die Nachhaltigkeit schreiten rasant voran – hier zu sehen ein Verschiebewagen für Paletten. Bild: Sysmat)
Für die Zukunft sehen Betriebe aber durchaus die aufkommende Wichtigkeit der Thematik: Viele Unternehmen planen, ihre bereits umgesetzten nachhaltigen Initiativen in den kommenden Jahren um 97 Prozent zu steigern, also fast zu verdoppeln. Sie bevorzugen laut einer Untersuchung von Miebach Consulting dabei vor allem ressourcenschonende Maßnahmen. Entscheider befürchten durch eine Umrüstung jedoch hohe Kosten und eventuelle Produktionsstopps. Unternehmen können aber schon oft durch eine manuelle oder mitwachsende teilautomatisierte Lösung deutlich bessere Ergebnisse erzielen.
(Die größte Angst bei der Modernisierung: der drohende Produktionsstopp. Bild: Sysmat)
Angst vor Ausfall
Entscheiden sich Betriebe für die Einführung neuer Lösungen, besteht die Gefahr, dass Softwarefehler auftreten. Erreicht die Modernisierung einen bestimmten Punkt, lassen sich die bisherigen Systeme kaum noch nutzen. Viele Unternehmen schreckt dies ab. Ihre Produktion könnte in solchen Fällen zum Erliegen kommen – denn sie liefern häufig aus ihren eigenen Beständen. Daher müssen die Lager während der Umstrukturierung befüllt bleiben. Testphasen, die wiederholt durchgeführt werden, können dabei Abhilfe schaffen. Der Vorteil: Währenddessen bleiben die Altsysteme bis zur finalen Freigabe im Einsatz. Mit solchen Tests brauchen Unternehmen keine Ausfälle fürchten. Wie wichtig die Implementierung neuer Lösungen beziehungsweise die Modernisierung ist, zeigt auch eine Studie des Center for Sustainable Logistics and Supply Chain auf: Drei von vier Unternehmen haben erkannt, dass die Digitalisierung in den kommenden fünf Jahren transformativen Einfluss haben wird. Als einen der wichtigsten Punkte in diesem Kontext nennen sie die bessere Lieferkettentransparenz.
Nachhaltige Intralogistik – Elementare Säulen
Zu den wesentlichen Bestandteilen der Intralogistik gehören neben der Planung und Gestaltung der intralogistischen Prozesse die Sicherstellung des reibungslosen Informationsflusses sowie die zielgerichtete Steuerung der Systemkomponenten. Diese Bausteine stehen auf einem festen Fundament, wenn Systeme wie ERP oder WMS beziehungsweise Datenbanken mit den zugehörigen Anlagen harmonieren. Als entscheidend haben sich Lösungen herauskristallisiert, die Prozesse flexibel steuern. Materialflusssteuerung und -analyse rücken vermehrt in den Fokus. So steigern Unternehmen die Ressourceneffizienz. Innerhalb einer übergreifenden Strategie unterstützt die Digitalisierung bei der Analyse und Optimierung von Abläufen und deckt Fehlerquellen auf. Transport- und Verpackungsprozesse lassen sich darüber hinaus passgenau gestalten. Auch die Umwelt profitiert von digitalisierten Prozessen durch Emissionseinsparungen. Nachhaltige Intralogistik ist also keine Zukunftsmusik mehr. Schon heute stehen Tools zur Verfügung, mit denen Unternehmen neue Wege einschlagen können. Entstehende Kosten amortisieren sich aufgrund der effizienteren Prozesse außerdem schnell.
(Mittlerweile steht eine Vielzahl an Tools zur Verfügung, damit Unternehmen ihre Intralogistik nachhaltiger gestalten können. Bild: Sysmat)
Der Autor Rainer Schulz ist Geschäftsführer der Sysmat GmbH. Das Unternehmen aus Mainhausen bietet einen grafischen Materialflussrechner für automatisierte Anlagen, Automatiklager und Produktionslinien, um Anlagen unabhängig vom Hersteller zu modernisieren.
Stand: 16.12.2025
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