Umweltbewusstes unternehmerisches Handeln schont nicht nur die Umwelt. Immer mehr Konsumenten erwarten von Unternehmen tiefgehendes Klimaengagement. Bergfreunde, Online-Händler für Berg-, Kletter- und Outdoorausrüstung haben konsequent ihren CO2-Ausstoß gesenkt, sind aber noch lange nicht am Ziel.
(Quelle: Fritz Miller, Bergfreunde)
Erst im September 2021 hat die Bergfreunde GmbH zusammen mit Yonderland, der Bergzeit GmbH, Sportler AG und der Internetstores Holding GmbH die Klimaschutzinitiative „Outdoor Retailer Climate Commitment“ (ORCC) gegründet. Damit verpflichten sich die Unternehmen, aktiv dazu beizutragen, die Pariser Klimaschutzziele zu erreichen und sich einzusetzen, die globale Erwärmung auf 1,5 Grad zu reduzieren. Die Initiatoren wollen den unternehmenseigenen CO2-Fußabdruck reduzieren, aber auch mehr Wert auf die Entwicklung und das Angebot nachhaltiger Produkte mit geringem Emissionsgrad legen. Zudem soll durch die Initiative der Handlungsdruck auf die Wirtschaftspolitik für mehr Nachhaltigkeit im Handel erhöht werden, wie Bergfreunde-Chef Matthias Gebhard erklärt.
Dekarbonisierung als Geschäftsgrundlage
Die Outdoor-Branche weiß – vielleicht mehr als in anderen Marktsegmenten – dass mangelnder Umweltschutz und achtloser Umgang mit der Natur langfristig den Geschäftserfolg bedrohen. Matthias Gebhard, Geschäftsführer und ORCC-Mitinitiator, bringt es auf den Punkt: „Unsere Daseinsberechtigung und das wirtschaftliche Wohlergehen der Outdoor-Branche hängen davon ab, dass wir in der Lage sind, uns entscheidend zu dekarbonisieren.“ Doch es reicht nicht aus, umweltfreundliches Handeln anzukündigen – Taten müssen folgen. Die Bergfreunde nehmen das seit Langem sehr ernst. So agieren sie seit 2019 und rückwirkend bis 2006, dem Jahr der Gründung, klimaneutral. Mit Kompensation allein wird aus dem Ziel, Emissionen zu vermeiden und reduzieren nichts. Zwar stellen sich dadurch schnell kurzfristige Erfolge ein, langfristig aber hilft nur, erst gar keine Emissionen zu verursachen.
Nachhaltigkeit im Handel: Alles auf den Prüfstand
Unternehmen, die Nachhaltigkeit ernsthaft etablieren wollen, müssen deshalb bis in jeden Winkel der Organisation vordringen: Prozesse analysieren, die Logistik und Lieferkette unter die Lupe nehmen, aber auch Mitarbeiter zum Umdenken anregen. Bei den Bergfreunden soll beispielsweise bis 2030 der gesamte Fuhrpark elektrifiziert und die Energie aus regenerativen Quellen bezogen werden. Damit das gelingt, erstellt das Outdoor-Unternehmen zusammen mit Climate Partner seit 2019 Klimabilanzen über den CO2-Ausstoß.
Unternehmenswachstum = mehr Emissionen
Dabei zeigte sich, dass positive Entwicklungen wie Unternehmenswachstum negative Folgen in puncto Nachhaltigkeit mit sich bringen können. Denn steigt der Umsatz, steigen auch die Emissionen. Deshalb stießen 2020 Bergfreunde 2.997 Tonnen CO2 aus – 28,8 Prozent mehr als im Jahr zuvor. 230 Tonnen konnten durch bereits eingeführte Klimaschutzmaßnahmen eingespart werden. So zahlte sich beispielsweise die Umstellung auf Ökostrom aus. Auch Coronabedingte Effekte, wie Wärme- und Anreise-Einsparungen machten sich positiv bemerkbar. Doch spätestens jetzt wurde klar, dass noch viele Anstrengungen im Unternehmen nötig sein werden, um den CO2-Ausstoß weiter zu senken.
Mitarbeiter mitnehmen
Wer in puncto Nachhaltigkeit im Handel an den Stellschrauben dreht, darf aber auch nicht die Mitarbeiter vernachlässigen: Sie müssen auf diesem Weg mitgenommen werden. Und das gelingt nur durch transparente Kommunikation. „Wir kommunizieren seit Beginn an die Mitarbeitenden, dass wir uns gemeinsam auf eine Reise begeben, die länger dauern wird. Dass wir ausprobieren, mal scheitern, mal Erfolge feiern... und am allerwichtigsten: dass wir ganz viel lernen auf diesem Weg. Was definitiv auch sehr wichtig ist: Wir haben von Anfang an die volle Unterstützung der beiden Geschäftsführer bekommen und sie sogar in den Prozess einbezogen. So haben wir allen deutlich machen können, dass Nachhaltigkeit ein CEO-Thema ist. Wir haben zum Beispiel eine Q&A-Session mit unserem Geschäftsführer Matthias Gebhard angeboten.“, sagt Johanna Krohmer, Teamlead Sustainability bei Bergfreunde.
(Johanna Krohmer Teamlead Sustainability bei Bergfreunde, Bild: Bergfreunde)
(Matthias Gebhard, Geschäftsführer von Bergfreunde, Bild: Bergfreunde)
Nachhaltigkeit im Handel: Ziele erreichen
Im Oktober 2021 hat Bergfreunde von der Science Based Targets Initiative (SBTi) die CO2-Reduktionsziele validieren lassen. Spätestens bis 2030 sollen alle direkten Emissionen – Scope 1 und 2 – um 70 Prozent sinken. Als Berechnungsgrundlage dazu dient das Jahr 2019. Bis 2026 will Bergfreunde auch 75 Prozent ihrer Lieferanten überzeugt haben, sich ebenfalls wissenschaftsbasierte Klimaschutzziele zu setzen. Das klingt ambitioniert. Geschäftsführer Gebhard bleibt realistisch, das Engagementziel (Scope 3) im Blick: „Nur rund 10 Prozent unserer CO2-Emissionen können wir selbst beeinflussen. Die restlichen 90 Prozent entstehen durch unsere Handelsware, bevor sie unser Lager erreicht, also während der Herstellung und Distribution. Diese Erkenntnis hat uns bestärkt, unsere Lieferanten in unsere Zieldefinition mit einzubeziehen – denn genau hier liegt unser größter Hebel, um etwas zu verändern.“
Nicht umsonst also hat Bergfreunde das „Outdoor Retailer Climate Commitment“ (ORCC) mitinitiiert. Neben Themen wie Green Hosting und Coding optimiert das Unternehmen aber auch den Online-Shop. Nachhaltigkeitsfilter sorgen dafür, den Verkauf umweltfreundlicher Produkte gezielt zu fördern. Auch die Bereiche Ausgangslogistik, Retouren und die Anfahrtswege der Mitarbeiter kommen noch auf den Prüfstand. Das Engagement zahlt sich schon jetzt aus: Im Klimaranking 2022 der Wirtschaftszeitung Capital und dem Marktforschungsunternehmen Statista ist Bergfreunde Spitzenreiter von 2000 überprüften Unternehmen.
Stand: 16.12.2025
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Dazu verpflichtet sich das Outdoor Retailer Climate Commitment (ORCC)
Corporate Carbon Footprint (CCF) auf der Grundlage der Richtlinien des Greenhouse Gas Protocol Corporate Accounting and Reporting Standard zu messen
Ziele festzulegen, um Emissionen zu reduzieren (anhand der Science Based Targets Initiative oder gleichwertiger Ziele)
Maßnahmen zu ergreifen, um die gesetzten Klimaschutzziele zu erreichen (z.B. durch regenerative Energie, nachhaltige Verpackungsmaterialien, Regelung für Mitarbeiter-Pendler)
jährlichen Fortschrittsbericht vorzulegen, der öffentlich zugänglich gemacht wird
Das ORCC-Netzwerk steht jedem Unternehmen offen, das aktiv zum Klimaschutz beitragen möchte.
Die Autorin Christiane Manow-Le Ruyet ist als Chefredakteurin für das e-commerce magazin tätig.