Zerrüttete Lieferketten, Konsummüdigkeit durch Inflation und steigende Kundenansprüche: Derzeit ist der Druck auf den Handel so hoch wie selten zuvor. Hoffnungen liegen auf der Omnichannel-Strategie, die jedoch gut umgesetzt werden muss. Wie Handelsunternehmen von dem Ansatz profitieren können.
(Quelle: Montri - Adobe Stock)
Nach der Pandemie, einem havarierten Frachter, Container-Knappheit und Staus vor den Seehäfen weltweit hätte man meinen können, es kehre endlich wieder Ruhe ein in die gebeutelte Welt der Lieferketten. Aber weit gefehlt: Neben dem Krieg in der Ukraine und den dadurch immer weiter steigenden Rohstoff- und Energiepreise kommen Material- und Personalknappheit hinzu. Dies verursacht eine Inflation, wie wir sie seit Jahrzehnten nicht mehr erlebt haben. Obwohl Verbraucher dadurch so verunsichert sind wie nie, haben sie nach wie vor hohe Ansprüche an die Verfügbarkeit von Waren, schnelle Lieferung, Nachhaltigkeit und günstige Preise. Dass gerade Deutschland als das Land der Preisbewussten gilt, ist nicht neu. Kann in dieser Lage eine Omnichannel-Strategie helfen? In Zeiten von Inflation und Lieferkettenproblemen muss der Handel seine Materialpreise im Griff behalten. Zudem muss er wissen, ob er überhaupt Waren bekommt, um seine physischen oder digitalen Regale zu füllen.
Digitale Absatzwege – kostspielig, aber schnell
Der Onlinehandel hat in Deutschland in allen Branchen an Fahrt aufgenommen. Dementsprechend vielfältig ist die Online-Einkaufswelt hierzulande. Für Händler bedeutet dies noch mehr Druck. Denn der Online-Kanal ist aufgrund der Lieferkosten der kostspieligste Absatzkanal. Außerdem vertreiben viele Hersteller ihre Waren über eigene Webshops und werden somit selbst zu Händlern und Wettbewerbern.
Im Lebensmittelbereich etablieren sich nach und nach Quick-Commerce-Anbieter, die ihren urbanen Kunden Lieferung binnen weniger Minuten versprechen. Ihnen kommt entgegen, dass viele Verbraucher nicht mehr für eine ganze Woche, sondern nur noch für eine Mahlzeit einkaufen gehen. Natürlich stehen all diese Händler, egal ob es sich um Lebensmittelhändler oder Non-Food-Anbieter handelt, im Schatten von Amazon, dem unangefochtenen Marktführer im Onlinehandel.
Omnichannel-Strategie: Den Kunden individuelles Erlebnis bieten
Händler, die sich in diesem komplizierten Umfeld abgrenzen wollen, müssen also eine Kundenerfahrung bieten, die ein individuelles Einkaufserlebnis ermöglicht. Die Händler befinden sich in einer Zwickmühle: Sie müssen einerseits die Erwartungen der Kunden an Komfort und Preis abbilden, andererseits die eigene Marge im Blick behalten. Das zeigt sich an der „Same-Day-Lieferung“: Für Kunden ist dies komfortabel, kostet Händler aber sechsmal mehr als andere Zustellungsarten.
Der Schlüssel zum Erfolg liegt wie so oft in der richtigen Planung als Teil einer Omnichannel-Strategie. Händler müssen die richtige Ware dort haben, von wo aus sie leicht zum Endkunden gelangen kann. Dies kann per Lieferung erfolgen, aber auch über persönliches Abholen in einem Geschäft. Ein mögliches Szenario ist, dass Kunden eine Ware online bestellen und angezeigt bekommen, in welchem Geschäft in ihrer Nähe sie die Artikel abholen können, wenn sie dies wünschen. Genauso kann ein Umtausch funktionieren. Kunden geben Ware im Geschäft zurück und der neue Artikel wird schnellstmöglich geliefert.
Gute Planung: Das A und O im Handel der Zukunft
Dies funktioniert nur, wenn die Ware zur richtigen Zeit am richtigen Ort verfügbar ist. Die Warenverfügbarkeit so zu planen, dass die Artikel immer dann dort sind, wo Kunden sie nachfragen, erfordert fortschrittliche Planungslösungen, die bestenfalls auch KI-gesteuert sind. Mit einer solchen Lösung für die Omnichannel-Strategie lässt sich auch der ideale Preis prognostizieren, den Konsumenten wahrscheinlich bereit sind, zu einem bestimmten Zeitpunkt für ein Produkt zu bezahlen.
Natürlich funktioniert all das nur, wenn Händler die benötigte Ware auch bekommen – zu einem für sie vertretbaren Preis. Damit sind wir bei einer Problemstellung, die eng mit der End-to-End-Supply-Chain zusammenhängt. Eine ganzheitliche Lösung, die Sourcing, Transport, Weiterverarbeitung und auch die letzte Meile in die Filiale, einen Dark Store oder direkt zum Kunden, abbildet, ist hier zu empfehlen. So lässt sich die gesamte Lieferkette über ein Tool im Blick behalten.
Planungs-Tools unterstützen Omnichannel-Strategie
Die Lösung Luminate Commerce von Blue Yonder verfolgt beispielsweise diesen ganzheitlichen Ansatz. Sie vereint Prognose-Tools, Inventar-Management, Bedarfsplanung sowie Order-Management und deckt sämtliche Lieferoptionen ab. Sind also digitale Planungs-Tools der Weg aus der Zwickmühle, die eine Omnichannel-Strategie verursachen kann? Sie helfen Händlern auf jeden Fall, dem gesteigerten Bedürfnis der Kunden nach Komfort, Geschwindigkeit, Nachhaltigkeit und Preis gerecht zu werden. Sie ermöglichen effiziente Automatisierung und tragen so maßgeblich dazu bei, das bei einer Omnichannel-Strategie das Einkaufserlebnis individuell, wirtschaftlich und persönlich darzustellen. So setzen sich Händler erfolgreich vom Wettbewerb ab.
Stand: 16.12.2025
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(Andreas Nierlich ist Director Retail DACH bei Blue Yonder. (Bild: Blue Yonder))
Über den Autor: Andreas Nierlich ist Director Retail DACH bei Blue Yonder. Das Unternehmen bietet Lösunen für die Digitalisierung von Supply Chains und Omnichannel-Commerce-Fulfillment. Die intelligente End-to-End-Plattform ermöglicht es Einzelhändlern, Herstellern und der Logistik, die Kundennachfrage von der Planung bis zur Auslieferung zu optimieren. (sg)