Index: Retail Report Online-Betrug: Deutsche Verbraucher verlieren durchschnittlich 763 Euro

Verantwortliche:r Redakteur:in: Stefan Girschner 4 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Laut dem „Adyen Index: Retail Report“ meldet jedes fünfte Unternehmen in Deutschland Betrugsschäden von über einer Million Euro. Die Verluste durch Online-Betrug für Verbraucher sind 2025 um sechs Prozent auf durchschnittlich 763 Euro gesunken. Hierbei zeigen sich jedoch deutliche Unterschiede zwischen den Generationen.

(Bild:  © NicoElNino/stock.adobe.com)
(Bild: © NicoElNino/stock.adobe.com)

Im Zeitalter künstlicher Intelligenz hat sich das Betrugsrisiko im E-Commerce deutlich verschärft. Wie aus der neuen Studie der Finanztechnologie-Plattform Adyen hervorgeht, ist der durch Online-Betrug verursachte finanzielle Schaden bei Verbrauchern weltweit um 26 Prozent gestiegen – ein Trend, der sich besonders in Kanada (plus 223 Prozent) und Großbritannien (plus 144 Prozent) zeigt. In Deutschland ist die Zahl erfreulicherweise rückläufig: Um knapp sechs Prozent ist der durchschnittliche finanzielle Schaden durch Betrug auf Verbraucherseite hierzulande gesunken – von 811 Euro auf rund 763 Euro.

Verluste durch Online-Betrug sinken bei Generation Z am stärksten

Verbraucher in Deutschland haben in den letzten zwölf Monaten im Durchschnitt rund 763 Euro durch Zahlungsbetrug verloren. Ein Blick auf die einzelnen Generationen zeigt hier deutliche Unterschiede: Die Generation Z verzeichnete 2025 mit durchschnittlich 397 Euro einen drastischen Rückgang um -57 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (934 Euro). Bei Millennials blieb der Schaden mit 747 Euro nur auf leicht erhöhtem Niveau (2024: 660 Euro).

Deutlich gesunken ist der Betrag hingegen bei der Babyboomer Generation: von 967 Euro im Vorjahr auf 697 Euro im Jahr 2025. Anders bei der Generation X: hier stieg der durchschnittliche Verlust durch Online-Betrug um 49 Prozent an – von 825 Euro im Jahr 2024 auf 1.230 Euro 2025. Brigette Korney, Global Head of Risk & Fraud Prevention bei Adyen, warnt: „KI macht es Betrügern leichter denn je, Menschen zu täuschen. Doch Technologie kann auch gegen KI eingesetzt werden. Deshalb müssen Händler selbst auf modernste Technologien setzen, um ihre Kunden und Umsätze zu schützen.“

Hohe Verluste von Unternehmen durch betrügerische Angriffe

Wie der Adyen Index zeigt, beschreiben weltweit 26 Prozent der Händler betrügerische Rückbuchungen inzwischen als erheblichen Kostenfaktor. In Deutschland erlitten in den vergangenen zwölf Monaten knapp 78 Prozent der befragten Unternehmen Betrugsschäden in geringem Ausmaß bis zu knapp über 1 Million Euro. Bei mehr als jedem fünften Unternehmen (über 22 Prozent) liegt der Schaden über der Marke von einer Millionen Euro. Weltweit hat jeder vierte Händler (25 Prozent) allein in den letzten zwölf Monaten mehr als 1,2 Millionen Euro durch Betrug verloren, bei mehr als 14 Prozent beläuft sich der Verlust sogar auf mehr als 5,9 Millionen Euro. In Deutschland berichten knapp sieben Prozent der Unternehmen, Verluste von über 5,9 Millionen Euro erlitten zu haben.

Online-Betrug: Technologie als Risiko – und als Lösung

Brigette Korney ist Global Head of Risk & Fraud Prevention bei Adyen.(Bild:  Adyen)
Brigette Korney ist Global Head of Risk & Fraud Prevention bei Adyen.
(Bild: Adyen)

Auch wenn die finanziellen Schäden für Verbraucher hierzulande im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückgegangen sind, werden die Methoden der Betrüger durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz immer raffinierter und damit wächst der Handlungsdruck für Händler, technologisch Schritt zu halten. „Social-Engineering-Kits schreiben heute fehlerfreie E-Mails oder SMS und klonen sogar ganze Marken-Webseiten. Gestohlene Zugangsdaten landen direkt in mobilen Wallets und umgehen damit viele herkömmliche Sicherheitsprüfungen“, so Brigette Korney.

In Europa schreiben regulatorische Anforderungen wie die starke Kundenauthentifizierung (SCA), etwa durch das 3D-Secure-Verfahren, zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen bei Online-Zahlungen vor. Auf den ersten Blick wirkt das wie eine zusätzliche Hürde im Checkout-Prozess. Laut Brigette Korney ist das Gegenteil der Fall: „Betrugsprävention ist längst kein reines Ja-oder-Nein-System mehr. Sie ist ein Wachstumstreiber. Ziel ist es, echte Kunden ungehindert durchzulassen und Bots auszuschließen.“

Echte Kunden schneller durch Checkout-Vorgang führen

Der Schlüssel liegt in einer mehrstufigen Sicherheitsarchitektur: Noch vor dem Bezahlvorgang erkennen Systeme anhand von Geräteprofilen, biometrischen Verhaltensdaten und verdächtigen Mustern potenzielle Angreifer – lange bevor 3D-Secure greift. Mithilfe von KI-gestützten Tools wie Adyen Uplift lassen sich diese Daten gezielt nutzen, um echte Kunden schneller durch den Checkout zu führen: was zu höheren Autorisierungsraten und weniger Rückbuchungen führt.

„Die Realität ist: KI schreibt heute nicht nur die Phishing-Mails, sondern auch die Regeln, mit denen ihre Sicherheitsprüfungen umgangen werden. Wer gegen Maschinen bestehen will, muss Maschinen einsetzen, die schneller lernen. Händler, die Prävention von Online-Betrug nicht als Kostenfaktor, sondern als Chance zum Wachstum begreifen, werden das nächste Jahrzehnt für sich entscheiden“, so das Fazit von Korney.

Zur Methodik der Studie: Der „Adyen Index: Retail Report“ wird alljährlich von Adyen in Auftrag gegeben. Es handelt sich um eine Befragung von Verbrauchern und Unternehmen weltweit, um aktuelle Erkenntnisse rund um das Konsumverhalten der Bevölkerung in verschiedenen Ländern, darunter Deutschland, zu gewinnen und Trends im Einzelhandel ausfindig zu machen. Adyen ist Anbieter einer Finanztechnologie-Plattform mit End-to-End-Zahlungsfunktionen, datengesteuerten Analysen und Finanzprodukten.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

Zum einen befragte Censuswide 41.089 Verbraucher in folgenden Ländern: Hongkong, Indien, Malaysia, Singapur, Belgien, Tschechien, Dänemark, Irland, Norwegen, Polen, Portugal, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Estland, Lettland, Litauen, Australien, Japan, Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Spanien, Schweden, Großbritannien, Brasilien, Mexiko, Kanada und den USA. In Deutschland wurden 2.000 Verbraucherinnen und Verbraucher befragt. Die Umfragen wurden zwischen dem 26. Februar und dem 12. März 2025 durchgeführt.

Des Weiteren befragte Censuswide 14.003 Unternehmensvertreter in folgenden Ländern: Großbritannien, den USA, Kanada, Australien, China, Hongkong, Japan, Malaysia, Singapur, Belgien, Tschechien, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Irland, Italien, den Niederlanden, Norwegen, Polen, Portugal, Spanien, Schweden, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Estland, Lettland, Litauen, Brasilien und Mexiko. In Deutschland wurden 500 Unternehmensvertreter befragt. Die Umfragen wurden zwischen dem 10. Februar und dem 12. März 2025 durchgeführt.