Der „Nexi European E-Commerce Report 2021“ zeigt zum 15. Mal, wie sich der Onlinehandel in Europa und der DACH-Region entwickelt. Auffallend ist, dass sich das Konsumentenverhalten im Onlinehandel immer mehr angleicht.
(Quelle: alexlmx - Adobe Stock)
Laut dem „Nexi European E-Commerce Report 2021“ ist Deutschland mit 190 Milliarden Euro Umsatz weiterhin der größte Markt in Europa mit einem Wachstum von 18 Prozent.
Physische Produkte sind in allen Ländern nach der Corona-Pandemie Spitzenreiter. Die Reisebranche erholt sich von den Beschränkungen in der Pandemie.
Wenngleich es viele Gemeinsamkeiten in Europa gibt, fallen nationale Unterschiede insbesondere bei der bevorzugten Zahlungsmethode auf.
Die Veränderungen im Online-Geschäft sind gravierend – und ein Ende des Booms ist in nicht abzusehen. Das Konsumentenverhalten im Onlinehandel gleicht sich in Europa immer mehr an. Auch wenn nationale Besonderheiten beispielsweise beim Zahlungsverhalten bestehen bleiben. Für den zum 15. Mal erschienenen „Nexi European E-Commerce Report 2021“ von Nets und der Nexi Group wurden 11.000 Verbraucher in acht europäischen Ländern zu ihrem Online-Kaufverhalten befragt. Die größten Unterschiede zeigen sich beim Zahlungsverhalten. Insgesamt nähert sich das Konsumentenverhalten im Onlinehandel in Europa immer mehr an – eine Chance für den europäischen E-Commerce.
Deutschland ist Spitzenreiter beim Umsatz im Onlinehandel
Laut dem Report weist der deutsche Markt nach wie vor mit über 190,8 Milliarden Euro den höchsten Umsatz im E-Commerce der acht untersuchten Länder auf. Und mit 18 Prozent auch das stärkste Wachstum im Vorjahresvergleich aufzeigt. Italien ist mit großem Abstand zu Österreich und der Schweiz sowie den skandinavischen Ländern auf Platz zwei (186,7 Milliarden Euro). Der überwiegende Anteil des Umsatzes wird in allen acht Nationen mit physischen Produkten erzielt. Jeweils gefolgt von Ausgaben für Reisen und Mobilität sowie – je an dritter Stelle – von Dienstleistungen. Im Vergleich zum Vorjahresergebnis wird aber deutlich, dass sich das Reisesegment wieder erholen wird. Vor der Corona-Pandemie haben die Umsätze der Branche rund 50 Prozent am Gesamtvolumen ausgemacht.
Michael Santner, Head of PSP DACH bei Nets und Concardis: „Wir sehen, dass der E-Commerce-Markt in Europa auch künftig wachsen wird – trotz des Ausnahmejahres 2020. Bereits jetzt zeigt sich, dass die Lust der Menschen auf Mobilität und Reisen auch nach der Pandemie ungebrochen ist. Entsprechend wird der gesamte Onlinehandel in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen. Denn es gibt keinerlei Anzeichen dafür, dass der Absatz von physischen Produkten in Zukunft wieder rückläufig sein wird.“
Konsumentenverhalten: Gemeinsamkeiten im europäischen Onlinehandel
Gemeinsamkeiten gibt es in den acht Erhebungsländern nicht nur bei den Umsätzen, sondern auch beim Hauptbeweggrund für den Online-Einkauf: Bequemlichkeit und Einfachheit sind in allen Ländern auf Platz eins. Während allerdings in Italien günstigere Preise das zweithäufigste Argument ist, ist in Österreich und der Schweiz die Unabhängigkeit von Öffnungszeiten am wichtigsten – in Deutschland, Finnland, Norwegen und Schweden ist dagegen die größere Produktpalette relevanter. Was Kunden in allen Ländern bestrafen, indem sie den Kauf im letzten Schritt abbrechen: Intransparenz. Wer hohe Versandkosten erst im letzten Schritt sichtbar macht, verliert bis zu einem Drittel der potenziellen Kunden. Auch eine fehlende Auswahl bei den Zahlungsmitteln führt besonders in Deutschland und der Schweiz zu Kaufabbrüchen im letzten Moment.
International vernetzte Experten und lokale Marktkenntnisse
„Ein breiter Zahlungsmix wird insbesondere für all jene künftig immer wichtiger, die über die eigenen Ländergrenzen hinaus verkaufen wollen, denn die größten Unterschiede beim Online-Shopping gibt es bei der bevorzugten Bezahlmethode in den einzelnen Ländern“, so Santner. Während in Österreich der Kauf auf Rechnung an der Spitze steht (23 Prozent), gefolgt von der Kreditkarte (21 Prozent), wird in Deutschland mit deutlichem Abstand bevorzugt mit E-Wallets bezahlt (39 Prozent).
Der Kauf auf Rechnung liegt dort auf Platz zwei mit 23 Prozent. In Dänemark und Norwegen steht zwar jeweils die Kreditkarte auf Platz eins (51 Prozent beziehungsweise 45 Prozent). Auf den zweiten Plätzen landen aber mit MobilePay (34 Prozent) und Vipps (23 Prozent) je nationale mobile Zahlungslösungen. In Italien bezahlt die Hälfte der Käufer online am liebsten per Paypal. Hier folgt mit weitem Abstand die Debitkarte (19 Prozent).
Konsumentenverhalten: Unterschiede bei den bevorzugten Zahlungsmethoden
„Unsere Strategie bei Nexi/Nets setzt deshalb auf zwei parallele Stränge. International vernetzte Payment-Experten in unseren E-Commerce-Teams in Europa sowie intensive lokale Marktkenntnisse dank Ansprechpartner vor Ort“, sagt Santner. „Unsere Lösungen sind auch für zunächst lokale Start-Ups geeignet, denn sie wachsen mit. Spezifische nationale Zahlungsmethoden oder Zusatzfunktionen wie „Remember-me“ können einfach dann hinzugefügt werden, wenn sie gebraucht werden“, so Santner abschließend. Die zunehmende Angleichung der nationalen Märkte macht den internationalen Handel für Online-Händler leichter. Solange das Augenmerk auf den länderspezifischen Präferenzen beim Konsumentenverhalten bleibt, liegt darin eine große Chance für den E-Commerce in Europa.
Stand: 16.12.2025
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