Logistik Peak-Management in der Logistik: Automatisierung als Schlüssel

Ein Gastbeitrag von Moritz Weisbrodt 3 min Lesedauer

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Peaks stellen die Logistik vor eine Zerreißprobe. Mit robusten und automatisierten Prozessen passiert das nicht. Datenbasierte Forecasts, Echtzeittransparenz im Lager, Steuerung per Software sowie Self-Service für die Käuferinnen und Käufer stellen die Logistik durch effizientes Peak-Management stabil für Aktionszeiten wie die Black Week auf.

(Bild:  freepik)
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Um die Logistik während Spitzenzeiten wie der Black Week zu stabilisieren und das Kauferlebnis zu verbessern, haben sich einige Strategien bewährt, von denen sich Einiges abschauen lässt.

Peak-Management: Mit datenbasierten Forecasts besser planen

Das Worst-Case-Szenario zum Black Friday sind frühzeitig ­ausverkaufte Produkte. Um die Kundschaft nicht zu verprellen, muss das Lager im Vorfeld gefüllt werden. Forecasts helfen aber nicht nur bei der Einkaufsplanung, sondern auch der Planung von Manpower. Wer vorab weiß, mit wie vielen Bestellungen zu rechnen ist, kann für ausreichend Personal im Lager sorgen – zum Beispiel auch durch Aushilfskräfte.

Ein Forecast umfasst neben der Rückschau auf vergangene Peaks sowie die allgemeine Bestellentwicklung auch den Blick auf aktuelle Trends. Auf Basis aller Daten wird so eine möglichst akkurate Prognose abgegeben. Es existieren verschiedene Berechnungsmodelle. Idealerweise werden traditionelle und fortgeschrittene Modelle basierend auf Machine Learning und KI verbunden, um möglichst genaue Vorhersagen zu treffen.

Auf Automatisierung im Lager setzen

Sind die Abläufe im Lager sehr manuell, kommt es schnell zu Verzögerungen. Besonders, wenn Aushilfskräfte eingesetzt werden, die mit den Prozessen und Besonderheiten des Lagers nicht vertraut sind. Nicht nur, aber besonders zu Peak-Zeiten, ist Automatisierung der Schlüssel. Sie beschleunigt die Bestellabwicklung und verhindert Fehler. Ein vollautomatisiertes Lager mit Pickrobotern, Shuttles und Co. ist natürlich ideal, aber kostspielig. Dennoch hilft jeder Schritt in Richtung Automatisierung bei der Verbesserung der Abläufe.

Zum Beispiel beim Picking: Scanbasiertes Picking oder Pick-by-Light-Systeme reduzieren Fehler, denn es geht nur weiter, wenn alle nötigen Produkte gepickt sind, oder die Picker werden mit visuellen Hinweisen zu den richtigen Produkten geleitet. Genauso funktionieren auch die Systeme am Packtisch – mit speziellen Packplatzdialogen wissen die Angestellten immer genau, welche Produkte in welcher Reihenfolge ins Paket gehören.

Lager und Bestand in Echtzeit im Blick haben

Trotz bester Forecasts können einige Produkte schneller vergriffen sein als geplant. Werden diese im Online-Shop nicht um­gehend als ausverkauft gekennzeichnet und Werbung pausiert, droht Unzufriedenheit. Online-Shops benötigen eine Echtzeit-Übersicht des Lagerbestands. Vielerorts wird dieser aber noch analog und mithilfe von Excel-Listen und CSV-Dateien abgeglichen. Dabei geht das ganz automatisch – moderne Fulfillment-Lösungen sind direkt in das Lagerverwaltungssystem und das Shopsystem integriert und können so Bestände in Echtzeit synchronisieren. So ist jederzeit ein Überblick möglich. Aber nicht nur das: Wird ein kritisches Bestandslevel erreicht, senden diese Lösungen automatische Benachrichtigungen, woraufhin direkt eine Nachbestellung angestoßen werden kann. So ist sichergestellt, dass die Bestände möglichst schnell wieder aufgefüllt sind.

Den Kundenservice entlasten für effektives Peak-Management

Mehr Bestellungen bedeuten oft mehr Anfragen an den Kundenservice. Dann ist das Risiko langer Antwortzeiten groß. Es lohnt sich, den Kundenservice vorab gut aufzustellen. Eine Möglichkeit: Wiederkehrende Aufgaben automatisieren und so Ressourcen freizumachen.

Zum Beispiel kann eine smarte E-Mail-Automatisierung der Kundschaft dabei helfen, Adressfehler eigenständig zu berich­tigen. Smarte Software erkennt die Fehler und verschickt die E-Mail mit dem Link zu einem Self-Service-Portal. Dort korrigieren die Kunden ihre Adressen selbst. Bestellungen mit falschen Postleitzahlen oder fehlenden Hausnummern gelangen erst dann in den Packprozess, wenn die Berichtigung übermittelt wurde. Es entstehen keine langen Wartezeiten und E-Mail-Ketten, gleichzeitig werden Retouren durch nicht zustellbare Sendungen vermieden. 

Mit Automatisierung punkten Online-Shops zudem mit einer ausgezeichneten Post-Purchase Experience. Dazu gehören z.B. die proaktive Kommunikation während des Versands – auch bei Verzögerungen, eine integrierte und auf die Marke angepasste Sendungsverfolgung sowie ein unkompliziertes Retourenhandling. Denn auch für Retouren können Shops ein Self Service Portal bieten, um nicht mit der Labelerstellung und Erfassung von Gründen belastet zu sein. Das alles funktioniert ohne Zutun des Kundenservices. Die Versandkommunikation zahlt sich besonders aus: Der Status der Bestellung ist jederzeit einsehbar, Rückfragen bleiben automatisch aus.

Robuste Logistikprozesse für eine bessere Post-Purchase Experience – nicht nur zur Peak Season

Nach dem Peak heißt es, die Ergebnisse Revue passieren lassen: Welche Prozesse liefen glatt und wie akkurat waren die Forecasts? Alle diese Themen können dann direkt für die bessere Vorbereitung der nächsten Peaks genutzt werden. Durch die kontinuierliche Optimierung der Logistikprozesse bieten Unternehmen langfristig ein herausragendes Einkaufserlebnis und sichern sich einen Wettbewerbsvorteil.

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Peak-ManagementMoritz Weisbrodt
Founder und CEO von Alaiko, Anbieter von Logistik-Software für Fulfillment-Dienstleister und E-Commerce Unternehmen

Bildquelle: Alaiko