Wie eine neue Studie von Vinted zeigt, kann durch den Kauf von Second-Hand-Kleidung anstelle von Neuware im Durchschnitt 1,8 Kilogramm CO2-Äquivalente pro Ware eingespart werden. Analysiert wurde hierbei das Kaufverhalten von 350.000 Mitgliedern des Vinted-Marktplatzes.
(Quelle: Vinted)
Vinted, Online-C2C-Marktplatz für Second-Hand-Mode in Europa, hat jetzt die Ergebnisse seines ersten Berichts zu Klimafolgen veröffentlicht. Dabei handelt es sich um eine unabhängige Analyse, die vom Climate-Tech-Start-up Vaayu durchgeführt wurde und die Klima-Auswirkungen des Kaufs von Second-Hand-Kleidung auf Vinted im Vergleich zum Kauf von neuer Ware untersucht.
Laut der Analyse, die im Jahr 2021 und 2022 durchgeführt wurde, sparte der Kauf von Second-Hand-Kleidung auf Vinted im Vergleich zum Neukauf durchschnittlich 1,8 Kilogramm CO2-Äquivalente pro Artikel ein. Das bedeutet, dass die durch den Vinted-Marktplatz vermiedenen Netto-Kohlenstoffemissionen im Jahr 2021 453 Kilotonnen CO2e betrugen. Das entspricht dem Ausstoß von ungefähr 275.000 Flügen von London (UK) nach Los Angeles (USA). Das zeigt, dass der Kauf von Second-Hand-Kleidung auf dem Vinted-Marktplatz weniger klimaschädlich sein kann als der Kauf von Neuware.
Erkenntnisse über das Kaufverhalten der Vinted-Mitglieder
Für diesen Bericht analysierte Vaayu eine halbe Milliarde Transaktionen mit Hilfe einer konsequenten Ökobilanzierung (Consequential Life Cycle Assessment, LCA). Außerdem die Erkenntnisse über das Einkaufsverhalten von 350.000 Vinted-Mitgliedern. Dies ist der bisher größte Primärdatensatz zum Online-Second-Hand-Handel. Der Bericht untersucht folgende Bereiche:
die Cradle-To-Consumer-Kohlenstoffemissionen von Produkten, die auf Vinted verkauft wurden
wie oft Mitglieder den Kauf eines neuen Produkts durch den Einkauf von Secondhand bei Vinted vermieden haben
wie die Kohlenstoffemissionen, die durch Lieferungen, Verpackungen, und den Betrieb von Vinted entstanden sind.
(Der 2008 gegründete Vinted Marketplace ist der größte C2C-Marktplatz in Europa für Second-Hand-Kleidung mit über 80 Millionen registrierten Mitgliedern. (Bild: Vinted))
Second-Hand-Kleidung wird zur ersten Wahl
Ein wichtiger Aspekt des Berichts ist die Entwicklung der Mission von Vinted. So ist Second-Hand-Kleidung bereits für 20 Prozent der Kaufenden die erste Wahl. Das deutet auf ein gefestigtes Verbraucherverhalten zugunsten von Second-Hand-Warehin. Während fast 47 Prozent der Befragten Vinted aus Gründen der Kaufkraft nutzt, gaben 29 Prozent der Befragten in Deutschland (und 20 Prozent in allen anderen analysierten Märkten) an, aus ökologischen und sozialen Gründen auf Vinted einzukaufen. Dies weist darauf hin, dass Mitglieder immer mehr auf die Auswirkungen ihrer Einkäufe achten. 20 Prozent der Befragten würden einen Artikel aus zweiter Hand einem Neukauf vorziehen. Selbst dann, wenn der neue Artikel fast genauso viel kosten würde wie die Secondhand-Option.
Thomas Plantenga, CEO von Vinted, kommentiert: „Die Modeindustrie ist für erhebliche Umweltschäden verantwortlich. Unsere Mission beruht daher auf der Überzeugung, dass der Wiederverkauf von gebrauchten Artikeln eine der Lösungen darstellt, um diese Schäden zu verringern. Für uns als C2C-Marktplatz bedeutet das im Moment zwei Dinge. Erstens ermutigen wir unsere Mitglieder, gebrauchte Artikel anstatt neuer zu kaufen. So entstehen gar nicht erst die Emissionen, die bei der Herstellung neuer Artikel anfallen.“
„Und zweitens, den Menschen zu helfen, den Wert der Gegenstände, die sie besitzen, zu erkennen und wertzuschätzen. Wir freuen uns, mit dieser umfassenden Analyse nachweisen zu können, dass der Kauf von gebrauchten Gegenständen auf Vinted eine bessere Wahl für das Klima ist, als der Kauf von neuen Artikeln. Wir werden die Erkenntnisse aus dieser Analyse nutzen, um Vinted und unseren Mitgliedern dabei zu helfen, die Konsumgewohnheiten bei Mode zu ändern. Und die negativen Auswirkungen von Mode auf das Klima auch in Zukunft zu reduzieren.“
Second-Hand-Kleidung: Was den Neukauf verhinderte
Um die vermiedenen Emissionen zu berechnen, hat Vaayu die Ersatzrate der auf Vinted gekauften Artikel ermittelt. Das heißt der Anteil der Artikel, die stattdessen neu gekauft worden wären, wenn sie nicht auf Vinted gekauft worden wären. Mindestens 39 Prozent der über Vinted getätigten Transaktionen haben einen neuen Artikel sozusagen ersetzt. Daraus ergibt sich eine durchschnittliche Emissionsersparnis von 1,8 kg CO2e für auf Vinted gekaufte Gebrauchtartikel.
Obwohl der Versand den größten Anteil an den betriebsbedingten Emissionen von Vinted ausmacht (96 Prozent), zeigt der Bericht, dass Lieferungen via dem PUDO-First-Ansatz und die erfahrene Mitgliederschaft zu geringeren Kohlendioxidemissionen beitragen:
73 Prozent der über Vinted abgewickelten Transaktionen wurden an Versand- und Abholstellen geliefert. Das reduzierte die Emissionen im Vergleich zur Hauszustellung um 62 Prozent.
62 Prozent der Verkäufer haben Einwegverpackungen für den Versand wiederverwendet. Das führte zu 70 Prozent weniger Emissionen als bei der Verwendung neuer Verpackungen und zu weniger Abfall.
Stand: 16.12.2025
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Durch die Markteinführung des eigenen Versanddienstleisters Vinted Go im vergangenen Jahr plant Vinted, die Lieferoption mit Versand- und Abholstellen zu erweitern. Damit können die Klimaauswirkungen des Versands unter seinen Mitgliedern verringert werden. Das Ziel von Vinted Go ist es, bis Ende 2023 mehr als 2.000 Schließfächer in Frankreich in Betrieb zu haben.
(Mit Vinted Go erweitert Vinted die Lieferoption mit Versand- und Abholstellen. (Bild: Vinted))
Verbraucher zu bewusstem Konsumverhalten ermutigen
Marianne Gybels, Senior Director of Sustainability bei Vinted, berichtet: „Die Erkenntnisse aus dem Bericht zeigen, dass unsere Mitglieder stolz auf ihr Handeln sein können. Und wir erhebliche Netto-Kohlenstoffeinsparungen erzielen konnten, selbst wenn man Faktoren wie Impulskäufe berücksichtigt. Wir sehen aber auch viele Bereiche, in denen wir uns verbessern können und auf die wir uns in unserer kommenden Klimastrategie konzentrieren werden. In der Zwischenzeit ermutigen wir unsere Mitglieder weiterhin zu bewusstem Konsumverhalten, das den Wert der Kleidungsstücke schätzt. Dies trägt dazu bei, dass diese länger im Umlauf bleiben.“
Namrata Sandhu, CEO und Mitbegründerin von Vaayu, kommentiert: „Wir befinden uns derzeit an einem entscheidenden Wendepunkt. Es wird prognostiziert, dass der Modesektor im Jahr 2030 2,1 Milliarden Tonnen Kohlenstoffemissionen verursachen wird. Während die akute Bedrohung für unseren Planeten durch zirkuläre Geschäftsmodelle wie Recommerce reduziert werden kann, müssen wir zunächst versuchen ihre Auswirkungen zu verstehen. Wir sind stolz darauf, mit einem Pionier wie Vinted zusammenzuarbeiten, das mithilfe der weltweit ersten eigens entwickelten KI-Technologie und der bewährten LCA-Methode von Vaayu verlässliche und genaue Kohlenstoffdaten bereitstellt. Mit dem Ziel, die Strategie des Unternehmens zu stärken und somit die Kreislaufwirtschaft zu fördern. Durch die Zusammenstellung des bisher größten Primärdatensatzes zu Second-Hand-Onlineshopping sind wir in der Lage, ein tieferes Verständnis für das Emissionseinsparungspotenzial von Recommerce zu entwickeln.“
Zur Methodik der Studie
Der Report von Vaayu im Auftrag von Vinted untersuchte die Auswirkungen des Vinted-Marktplatzes. Damit bietet dieser eine vergleichende Analyse der Auswirkungen des Kaufs von Second-Hand-Kleidung auf Vinted anstelle von Neuware im Jahr 2021. Hierbei wurde der LCA-Ansatz gewählt. Der Bericht analysierte mehr als eine halbe Milliarde Transaktionen 2021 und die Erkenntnisse von 2,4 Millionen Vinted-Nutzern in acht Ländern in Europa und Großbritannien. Die Umfragen wurden im Frühjahr (Mai) und im Herbst (November) 2022 durchgeführt, mit einer Rücklaufquote von 10,8 Prozent. Dies ist der bisher größte Primärdatensatz zu den Klimaauswirkungen des Online-Gebrauchtwarenhandels in großem Maßstab (Dezember 2022).
Die Ökobilanz ist die bewährte Methode zur Bewertung der Umweltauswirkungen eines Produkts oder Prozesses in allen Phasen seines Lebenszyklus. Also von der Entstehung über die Nutzung bis hin zur Entsorgung. Es gibt jedoch nur sehr wenige Analysen, die die realen Klimaauswirkungen des Kaufs und Verkaufs von Secondhand-Kleidung in großem Maßstab auf der Grundlage von Daten über Primärnutzung, Wiederverkauf und Lieferung messen.
Bei der Analyse beziehen sich die vermiedenen Emissionen auf den Anteil der Kohlendioxidemissionen, die vermieden (oder eingespart) werden, weil die Kunden gebrauchte Produkte auf Vinted kaufen, anstatt sie anderswo neu zu erwerben. Die vermiedenen Emissionen eines Gebrauchtwarenprodukts hängen von folgenden Faktoren ab: Emissionen, die bei der ursprünglichen Herstellung eines Artikels entstehen und vermieden werden. Emissionen aus Lieferung, Verpackung und Betrieb. Und ob der Gebrauchtkauf auf Vinted einen Neukauf an anderer Stelle ersetzt hat. (sg)