Das richtige Shopsystem gehört zu wichtigsten Entscheidungen im E-Commerce. Das Angebot ist hoch, jedoch stechen im deutschsprachigen Raum immer wieder dieselben Namen heraus – Shopify, Shopware und Magento. Doch was unterscheidet die Shopsysteme?
.Jede dieser Plattformen verfolgt einen eigenen Ansatz und richtet sich mit ihrem Angebot an unterschiedliche Zielgruppen. Doch was unterscheidet diese Systeme wirklich voneinander? Marketing-Versprechen und Feature-Listen lesen sich auf dem Papier immer schön, doch im operativen Alltag zeigen sich oft ganz andere Faktoren als entscheidend: Wie schnell lassen sich Änderungen umsetzen? Welche Kosten entstehen langfristig? Und wie gut skaliert das System mit dem Unternehmenswachstum?
Shopify im Überblick
Shopify ist eine cloudbasierte E-Commerce-Plattform aus Kanada, die 2006 gegründet wurde und heute mit über 6 Millionen Onlineshops zu den weltweit führenden Shopsystemen zählt. Diesen Erfolg hat Shopify unter anderem seinem SaaS-Grundprinzip zu verdanken: Händler mieten sich in eine fertige Infrastruktur ein und können ohne technische Vorkenntnisse einen professionellen Onlineshop betreiben. Hosting, Sicherheitsupdates und Wartung übernimmt Shopify automatisch im Hintergrund.
Eine weitere Stärke von Shopify liegt in der niedrigen Einstiegshürde – sowohl von der Bedienung als auch vom Preis:
Innerhalb weniger Stunden lässt sich ein funktionsfähiger Shop aufsetzen, der alle wesentlichen Funktionen mitbringt, unter anderem Produktverwaltung, Zahlungsabwicklung, Versandoptionen und grundlegende Marketing-Tools.
Es gibt einen eigenen App Store mit tausenden Erweiterungen über die Grundfunktionen hinaus.
Der günstigste Shopify-Plan heißt „Basic“ und ist bei jährlicher Zahlung ab 25 Euro/Monat erhältlich. Die nächsten Abo-Stufen „Grow“ (ab 66 Euro/Monat) und „Advanced“ (ab 289 Euro/Monat) kommen mit erweiterten Funktionen.
Für B2B- und Enterprise-Lösungen bietet der größte Plan „Shopify Plus“ (ab 2.300 Euro/Monat) native Features für große internationale Setups.
Auch wenn der Einstieg bei Shopify recht unkompliziert scheint, empfiehlt sich für komplexere Projekte oder individuelle Anpassungen die Zusammenarbeit mit einer spezialisierten Shopify-Agentur. Gute Agenturen kennen die Feinheiten der Plattform und können maßgeschneiderte Lösungen entwickeln, die über die Standardfunktionen hinausgehen. Besonders bei der Theme-Entwicklung, der Integration externer Systeme oder der Conversion-Optimierung zeigt sich der Mehrwert professioneller Unterstützung.
Shopware im Überblick
Shopware ist eine deutsche E-Commerce-Plattform, die seit 2004 am Markt ist und sich besonders im DACH-Raum großer Beliebtheit erfreut. Im Gegensatz zu Shopify handelt es sich um eine Open-Source-Lösung, die entweder selbst gehostet oder als Cloud-Version genutzt werden kann. Die Freiheit der Architektur macht Shopware besonders attraktiv für Unternehmen, die volle Kontrolle über ihre Daten und ihre Infrastruktur behalten möchten.
Die Stärken von Shopware liegen in seiner Flexibilität und der nativen DSGVO-Konformität:
Die aktuelle Version Shopware 6 basiert auf modernen Technologien wie Symfony und Vue.js, was die Entwicklung individueller Erweiterungen erleichtert.
Deutsche Händler profitieren klar von den rechtssicheren Standardfunktionen und dem deutschsprachigen Support.
Eine weitere Besonderheit von Shopware ist die kostenlos nutzbare Community Edition, bei der quasi nur die Kosten für das Self-Hosting und anderweitige Betreuung anfallen. Seit Juli 2025 gilt die kostenlose Nutzung jedoch leider nur noch bis 1 Million Euro Jahresumsatz – was viele Händler ziemlich verärgerte. Ab dieser Grenze müssen diese nun auf die kommerziellen Pläne „Rise“ (ab 600 Euro/Monat), „Evolve“ (ab 2.400 Euro/Monat) oder „Beyond“ (ab 6.500 Euro/Monat) ausweichen, die im Vergleich zu Shopify um einiges teurer sind.
Außerdem erfordert Shopware mehr technisches Know-how als Shopify. Die Einrichtung des Shops ist komplexer und für den laufenden Betrieb werden oftmals reservierte IT-Ressourcen (intern oder ebenfalls per Agentur) benötigt. Die Total Cost of Ownership liegt daher oft höher, als es die reinen Lizenzkosten vermuten lassen.
Magento im Überblick
Magento, seit 2018 auch unter dem Namen Adobe Commerce bekannt, richtet sich als E-Commerce-Plattform primär an Enterprise-Kunden mit komplexen Anforderungen. Die Plattform existiert in zwei Varianten: der kostenlosen Open-Source-Version „Magento Open Source“ und der kostenpflichtigen Enterprise-Lösung „Adobe Commerce“ (On-Premise oder in der Cloud nutzbar).
Die größte Stärke von Magento ist gleichzeitig seine größte Schwäche, denn die enorme Flexibilität geht mit hoher Komplexität einher:
Multi-Store-Setups, internationale Expansion, B2B-Commerce oder die Integration in bestehende ERP-Landschaften – Magento kann praktisch alles abbilden.
Implementierungsprojekte dauern jedoch oft Monate, und die laufenden Betriebskosten können schnell sechsstellige Beträge erreichen.
Ohne ein erfahrenes Entwicklerteam oder eine spezialisierte Agentur ist Magento daher kaum zu bewältigen.
Preistechnisch ist Magento schwer einzuordnen, da es kein transparentes Abo-Modell mit festen Preisen wie bei Shopify oder Shopware gibt. So liegen Onlineshops in der On-Premise-Variante meist zwischen 22.000 und 125.000 Euro Jahr und in der Cloud-Variante bei circa 40.000 bis 190.000 Euro/Jahr, je nach Umsatzsegment. Hinzu kommen Kosten für die individuelle Entwicklung und den Betrieb.
Alternativen: Wix, Jimdo und andere Website-Baukästen
Neben den spezialisierten E-Commerce-Plattformen bieten auch allgemeine Website-Baukästen wie Wix, Jimdo oder Squarespace Onlineshop-Funktionen an. Diese Lösungen richten sich an Einsteiger, die mit minimalem Aufwand erste Produkte online verkaufen möchten.
Die Vorteile sprechen genau diese Einsteiger direkt an:
Stand: 16.12.2025
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Extrem einfache Bedienung,
günstige Preise und
schnelle Ergebnisse.
Für Hobby-Verkäufer, Künstler oder kleine Dienstleister mit überschaubarem Produktsortiment können diese Tools durchaus ausreichen. Allerdings stoßen Wix und Co. bei wachsenden Anforderungen schnell an ihre Grenzen. Funktionen wie komplexe Versandlogik oder die Anbindung an Warenwirtschaftssysteme sind oft gar nicht oder nur eingeschränkt möglich.
Wer ernsthaft im E-Commerce Fuß fassen möchte, sollte daher von Anfang an auf eine dedizierte Plattform wie Shopify, Shopware oder Magento setzen. Zwar ist die Einstiegshürde unter Umständen höher, eine spätere Migration ist jedoch immer mit erheblichem Aufwand verbunden.
Fazit
Die Entscheidung für das richtige Shopsystem hängt von mehreren Kernfaktoren wie dem Budget, den technischen Ressourcen, Wachstumsplänen sowie individuellen Anforderungen ab. Die drei vorgestellten E-Commerce-Plattformen haben alle ihre eigenen Vorzüge:
Shopify eignet sich hervorragend für Unternehmen, die schnell starten und sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren möchten. Die Plattform minimiert den technischen Overhead und ermöglicht es, mit überschaubaren Investitionen professionelle Ergebnisse zu erzielen. Bei Bedarf skaliert Shopify mit den Onlineshops mit und trägt auch große Setups ohne Probleme.
Shopware ist oft die erste Wahl für deutsche Mittelständler, die Wert auf Datensouveränität und rechtliche Sicherheit legen. Die Plattform erfordert um einiges mehr Eigenverantwortung und Pflegeaufwand als Shopify, bietet dafür aber maximale Kontrolle und Anpassungsmöglichkeiten.
Magento bleibt das Werkzeug der Wahl für Großunternehmen mit komplexen Anforderungen, die das entsprechende Budget und Know-how mitbringen. Die Plattform rechtfertigt ihren immensen Aufwand jedoch nur, wenn die gebotene Flexibilität tatsächlich benötigt wird.
Am Ende des Tages entscheidet also nicht die Technologie allein über den Erfolg im E-Commerce, sondern wie gut das gewählte System zur Unternehmensstrategie passt und wie professionell es umgesetzt wird.