Timocom Transportbarometer Straßengüterverkehr: Negative Stimmung trotz positiver Aussichten?

Verantwortliche:r Redakteur:in: Konstantin Pfliegl 2 min Lesedauer

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Der Straßengüterverkehr boomte im vergangenen Jahr in Deutschland – und soll auch 2025 um rund 2 Prozent zulegen. Fraglich ist jedoch, ob deutsche Logistiker davon profitieren.

(Bild:  Emongrapic / Adobe Stock)
(Bild: Emongrapic / Adobe Stock)

Das Jahr 2024 war für den Straßengüterverkehr in Deutschland ein gutes Jahr: So konnten laut dem Timocom Transportbarometer im deutschen Binnenverkehr insgesamt 70 Prozent mehr Frachteingaben als noch 2023 registriert werden. Innerhalb Deutschlands konnte im vierteln Quartal 2024 trotz der stagnierenden wirtschaftlichen Entwicklung ein Plus von 59 Prozent mehr Frachtangeboten gegenüber dem Vorjahresquartal verbucht werden.

Laderaumangebote in Europa: Auch wenn der Straßengüterverkehr im vergangenen Jahr boomte, sanken die Laderraumangebote. Ein Grund ist der Fachkräftemangel.(Bild:  Timocom)
Laderaumangebote in Europa: Auch wenn der Straßengüterverkehr im vergangenen Jahr boomte, sanken die Laderraumangebote. Ein Grund ist der Fachkräftemangel.
(Bild: Timocom)

Doch das Laderaumangebot sank im vergangenen Jahr: 2024 haben die auf dem Marktplatz von Timocom eingestellten Laderaumangebote im Vergleich zum Vorjahr um 12 Prozent abgenommen. Gründe sind laut Timocom unter anderem der Fahrermangel, der die Kapazitäten aktuell begrenzt, aber auch die gestiegenen Kosten, die nicht weitergegeben werden können. Im zurückliegenden Quartal gab es im nachfragestarken Oktober zwar ein Plus an Laderaum im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres (plus 6 Prozent) – unterm Strich gab es im vierten Quartal jedoch insgesamt 3 Prozent weniger Lkw im Timocom-Marktplatz als im Vorjahresquartal.

Nach Umfragen des Instituts für Wirtschaft (IW) planen nur Unternehmen aus sieben Branchen, dieses Jahr neue Mitarbeiter einzustellen. Darunter unter anderem Speditionen, die ihre Personalressourcen ausbauen wollen. „Die Hoffnung der Transportunternehmen auf bessere Geschäfte wiegt demnach höher als die allgemeine zurückhaltende konjunkturelle Stimmung“, folgert Gunnar Gburek, Head of Business Affairs bei Timocom.

Straßengüterverkehr: Positiver Ausblick für 2025

Für das erste Quartal 2025 ist weiterhin von einem hohen Transportbedarf am Spotmarkt auszugehen, da insbesondere langfristige Vertragsbeziehungen aufgrund der unsicheren Zukunft gemieden werden. Das sogenannte Fracht-Laderaum-Verhältnis wird voraussichtlich nicht unter 65:35 fallen. „Aufgrund der dieses Jahr einen Monat später liegenden Osterfeiertage wird der Bedarf erst wieder zum April anziehen, sodass der Frachtanteil dann über 70% steigen wird“, so die Prognose von Gunnar Gburek „Die Transportpreise werden mit steigender Nachfrage ebenfalls zulegen, nicht zuletzt, um die deutlich gestiegenen Kosten der CO2- und Maut-Abgaben zu kompensieren.“

Die Analysten von Transport Intelligence erwarten für dieses Jahr, dass der europäische Straßengüterverkehr insgesamt real um 2,0 Prozent wachsen und einen Wert von über 436 Milliarden Euro erreichen wird. „Insgesamt sieht es also nicht ganz so düster aus für den europäischen Transportsektor. Ob allerdings die deutschen Logistiker, die hauptsächlich inländisch unterwegs sind, davon profitieren werden, ist fraglich, da hier aktuell Stagnation angesagt ist“, so Gunnar Gburek.

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