E-Commerce-System Systemwechsel im E-Commerce: Sieben Tipps für den Erfolg

Ein Gastbeitrag von Christian Otto Grötsch 4 min Lesedauer

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In der dynamischen Welt des E-Commerce ist es oft notwendig, Systeme zu ersetzen. Dass Systeme bisweilen enden, ist der Lauf der Dinge und nicht der Untergang. Denn ein Systemwechsel bietet zahlreiche Vorteile und Chancen.

(Bild:  freepik)
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Ein Roadtrip. Mit dem Auto, das Ihnen schon viele Jahre treue Dienste leistet. Der Plan steht. Die Vorfreude ist groß. Zwei Dinge könnten Ihnen dennoch einen Strich durch die Roadtrip-Rechnung machen: der Zustand des Autos oder der Hersteller. Ob veraltete Technik, die immer öfter zu immer mehr Reparaturen führt oder die Einstellung der Produktion, wegen der Sie über kurz oder lang keine Ersatzteile mehr für Ihr Auto bekommen. 

Gründe für einen Systemwechsel

Ähnlich geht es etlichen Unternehmen, die vor der Herausfor­derung stehen, ihre E-Commerce-Systemlandschaft zukunfts­fähig und risikofrei zu halten. Leistungsfähige Systeme sind die technologische Basis für den gesamten Verkaufsprozess. Doch auch sie haben einen Lebenszyklus, der irgendwann endet, ein „End of Life“. Weil sie, wie Ihr Auto, entweder veraltet sind und den Anforderungen des Unternehmens, aber auch den Kundenerwartungen nicht mehr gerecht werden. 

Weil sie mit der Schnelllebigkeit, in der sich im E-Commerce technologische Disruptionen entwickeln, nicht mehr Schritt halten können. Oder: Weil der Systemhersteller eben genau diese Lösung, Updates, Sicherheitspatches oder technischen Support nicht mehr anbieten wird – so wie der Hersteller Ihres geliebten Autos.  

End of Life: Drei aktuelle Beispiele aus dem E-Commerce 

  • Shopware beendet die Unterstützung für Version 5 und fördert den Umstieg auf Shopware 6 (Juli 2024)   

  • Der Support für SAP Commerce (ehem. SAP Hybris) wird eingestellt. Im Anschluss unterstützt SAP nur noch die SAP Commerce Cloud (Juli 2026)   

  • Salesforce empfiehlt die Migration auf Lightning, Salesforce Classic wird nicht mehr weiterentwickelt  

End of Life. Start of System migration: Bietet Chancen

Ein Systemwechsel ist herausfordernd, bietet gleichzeitig jedoch etliche neue Chancen, die über die bloße Problembehebung hinausgehen. Mit dem Umstieg auf moderne Systeme können Unternehmen: 

  • Effizienz steigern: Neue erweiterte Funktionen, modernere User-Interfaces und einfachere Integrationsmöglichkeiten tragen zu einer zeitgemäßen, positiven Nutzererfahrung bei (auf beiden Seiten: System-User sowie Kunden) und steigern die Produktivität maßgeblich. 

  • Sicherheit erhöhen: Robustere Sicherheitsmechanismen und aktuelle Patchlevel minimieren Risiken durch Cyberangriffe und schützen wertvolle Kunden- und Unternehmensdaten. 

  • Kosten senken: Auch wenn der Wechsel zunächst mit einem gewissen Invest einhergeht, führt der Systemwechsel oft zu langfristigen Kosteneinsparungen durch reduzierte Wartungs- und Betriebskosten.

  • Bestehende Systemlandschaft optimieren: Unternehmen sollten prüfen, ob ihre aktuellen Systeme noch zu ihren Zielen und Prozessen passen. Mit modernen Architekturansätzen wie Headless oder Composable können Unternehmen schnell und flexibel Anpassungen vornehmen oder neue Funktionen einführen.   

  • Skalierbarkeit erhöhen: Mit zeitgemäßen Systemen können Unternehmen auf zeitgemäße Entwicklungen und Marktveränderungen reagieren und gemäß ihrer eigenen Ziele agieren. Sie fördern somit den gezielten Auf- und Ausbau der Geschäftstätigkeit sowie des Unternehmenswachstums. 

  • Anpassungsfähigkeit steigern: Sei es die DSVGO oder das anstehende Barrierefreiheitsstärkungsgesetz: Neue Anforderungen gibt es immer wieder. Und: immer öfter. Auch das erfordert ein hohes Maß an Flexibilität und Reaktionsfähigkeit – die Grundvoraussetzung, um neben der Anpassungsfähigkeit weiter innovativ und wettbewerbsfähig zu bleiben. 

End of Life: Tipps für einen erfolgreichen Systemwechsel

Egal, ob das alte System nicht länger verkauft, gewartet und supportet oder gar gänzlich verschwinden wird: Ein erfolgreicher Systemwechsel erfordert sorgfältige Planung und Durchführung. Hier sind unsere Tipps: 

  • Umfassende Analyse und Planung: Analysieren Sie bestehende Systeme, Daten und Prozesse gründlich. Definieren Sie klare Anforderungen für das neue System, setzen Sie sich SMARTE Ziele und kommunizieren Sie den Migrationsplan intern wie extern. 

  • Realistisch bleiben: Systemmigrationen erfordern eine präzise Planung. Planen Sie realistisch und beziehen Sie dafür alle Ressourcen mit ein. Eine klar definierte Roadmap mit agilen Prinzipien hilft, Zeit- und Kostenüberschreitungen zu vermeiden. 

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  • Veraltete Prozesse loslassen: Behalten Sie bei der Systemmigration keine veralteten Funktionen bei. Nutzen Sie die Gelegenheit, Ihre Prozesse zu optimieren und die Nutzererfahrung zu verbessern. Integrieren Sie Technologien und cloud-basierte Lösungen, um langfristige Vorteile zu erzielen. 

  • Schrittweise Implementierung: Minimieren Sie mögliche Risiken durch einen schrittweisen Übergang. Führen Sie Pilotprojekte und Testphasen durch, um sicherzustellen, dass alle Funktionen reibungslos funktionieren und die Daten sicher migriert werden. Wählen Sie einen passenden Zeitpunkt für die Migration: Solch eine Umstellung sollte nicht im umsatzstärksten Monat des Jahres oder gar zum Jahreswechsel geschehen. 

  • Mitarbeiterschulung: Schulen Sie Ihre Mitarbeitenden gründlich im Umgang mit dem neuen System, um potenzielle Fehler zu minimieren und Ihre Effizienz langfristig zu steigern. Beziehen Sie dafür Ihre eigenen IT-Mitarbeitenden sowie Support-Dienste und Ressourcen der Lösungsanbieter ein. 

  • Kontinuierliches Monitoring und Feedback: Überwachen, optimieren und dokumentieren Sie das System kontinuierlich. Berücksichtigen Sie Feedback von Mitarbeitenden und Kunden, um Probleme frühzeitig zu erkennen und zu lösen. Passen Sie Ihre Prozesse und Systeme bei Bedarf an, um die bestmögliche Leistung zu gewährleisten. 

  • Externe Expertise: Holen Sie sich Unterstützung durch externe Experten, um den Migrationsprozess zu beschleunigen und zu optimieren. Sie bieten technisches Wissen und Erfahrung aus ähnlichen Projekten, um für einen reibungslosen Übergang und langfristige Stabilität des neuen Systems zu sorgen. 

Fazit zum Systemwechsel im E-Commerce

„End of Life“ muss nicht das Ende sein. Weder für Sie und Ihren Roadtrip, noch für Unternehmen, die vor der Abkündigung einer Systemlösung stehen. Ein smart durchgeführter Systemwechsel ist nicht nur das Ende eines alten Systems. Es kann auch den Beginn einer erfolgreichen, neuen Ära im E-Business markieren – oder eines spannenden Roadtrips.

SystemwechselChristian Otto Grötsch
ist Gründer und Vorsitzender des Verwaltungsrates von dotSource.

Bildquelle: dotSource