Der Handlungsdruck im B2B-Commerce ist enorm. Lieferketten sind komplexer, globaler und damit anfälliger für Störungen. Wer langfristig überleben möchte, muss seine Supply Chain durch E-Procurement absichern.
(Quelle: Jaggaer)
Die Notwendigkeit digitaler Lösungen für eine stabile, zukunftsfähige und transparente Lieferketten haben B2B-Händler längst erkannt. Jedoch ist die Digitalisierung in den meisten Unternehmen nicht so weit fortgeschritten wie die technologischen Möglichkeiten.
Ist-Zustand zeigt ungenutzte Potentiale
Laut einer Studie der Schweizer Innovationsberatung IPG Group und dem Source-to-Pay-Anbieter Jaggaer haben 70% der Befragten erste Schritte in Richtung digitaler Einkauf unternommen. Doch vor allem in puncto Digitalisierung und Automatisierung der Supply Chain schöpfen sie die Potentiale, die ihnen technologische Innovationen bieten, nicht aus. Nur 17% der Befragten führen Simulationen durch. Geringe 2% nutzen tiefgehende Analysen und 9% greifen auf Supply Chain Mapping – die Visualisierung der gesamten Lieferkette in Echtzeit – zurück. Auch zeigt die Studie, dass die Befragten entsprechende Technologien zwar oft implementieren, den Roll-out jedoch nicht vollständig durchführen können. Hierzu mangelt es an digitaler Kompetenz. Außerdem stellen die Strukturen im Unternehmen ein Hindernis dar. Diese Hürden gilt es schnell zu überwinden. Denn vor dem Hintergrund komplexer globaler Lieferketten und zunehmender Marktturbulenzen, sind Vorhersagen und Transparenz essenziell für eine agile sowie stabile Supply Chain als Basis eines zukunftsfähigen Einkaufs.
KI-basierte Technologien machen transparente Lieferketten fit für die Zukunft
Die Lieferkette der Zukunft ist nicht nur digital, sondern teilweise autonom. KI-basierte Technologien sind der Schlüssel für maximale Transparenz und Agilität sowie effizientes Lieferantenmanagement bei erheblicher Zeit- und Kostenersparnis. Vorhersageanalysen, auch als Predictive Analytics bekannt, treffen mithilfe von Data Mining, maschinellem Lernen und Algorithmen Vorhersagen über die Wahrscheinlichkeit zukünftiger Störungen. Präskriptive Analysen, oder auf Neudeutsch Prescriptive Analytics, gehen einen Schritt weiter und optimieren das Risikomanagement. Auf Basis von Simulationen schlagen sie Maßnahmen vor, die Störungen in der Lieferkette verhindern oder abmildern bevor sie eintreffen. Dabei vernetzen IoT-Technologien Mitarbeiter*innen, Maschinen, Waren und Prozesse über Sensoren oder smarte Geräte miteinander. Hier können 5G Netzwerke die Leistungsfähigkeit steigern.
Die Erfassung und Übermittlung von Daten in Echtzeit erhöhen die Rückverfolgbarkeit von Produkten und Materialien über die gesamte Supply Chain hinweg. Dies begünstigt effizientes Risikomanagement und optimale Zustandsüberwachung beim Transport. Die digitale Vernetzung aller Akteure entlang der gesamten Lieferkette und die hohe Geschwindigkeit bei der Datenübertragung garantieren maximale Transparenz, Planungssicherheit und Effizienz.
Jaggaer bietet bereits eine Software für Supply Chain Mapping an, die die Lieferkette in Echtzeit abbildet. Diese wird in einer Reihe von weltweit agierenden Unternehmen eingesetzt. Sie verbessert die Kommunikation in der gesamten Lieferkette durch einen kontinuierlichen Fluss an Informationen und Analyseergebnissen, wie zum Beispiel Forecasts über zukünftige Beschaffungsmengen. Mittels künstlicher Intelligenz und auf Grundlage von gesammelten Daten berechnet sie Vorhersageanalysen, die in 95% der Fälle eintreten. Störungen sind schon bevor sie eintreffen erkennbar. Risikomanagement-Strategien schlägt die Software selbst vor, was eine schnelle effiziente Umsetzung garantiert. Zum Beispiel werden bei Lieferverzögerungen andere passende Lieferanten aus dem integrierten Lieferantenkatalog empfohlen.
Innovative Lösung für den direkten Einkauf: Grohes Lieferantenportal
Sanitärdienstleister Grohe hat den Sprung gewagt und schöpft das Potential der Digitalisierung für sein Geschäftsmodell voll aus. Gemeinsam mit Jaggaer hat das Unternehmen ein Lieferantenportal für den direkten Einkauf global ausgerollt. Das Modul erlaubt Lieferanten, auf Basis des aktuellen Lagerstands und der zu erwartenden Verbräuche die Belieferung von Grohe selbst zu organisieren. Der Status einer Bestellung ist für beide Auftragspartner, vom Eingang des Kundenauftrags bis zur Produktion sowie Stücklistenauflösung und Beschaffung, jederzeit im Portal einsehbar. Dies ist ein Baustein, der zu transparenten Lieferketten beiträgt. So können Lieferanten schneller reagieren sowie exakter liefern. Auf Störungen in der Supply Chain wird sofort mit Alternativen in der Beschaffung reagiert. Über das Portal sind Mitarbeiter*innen von Grohe zum Beispiel in der Lage, schnell einen anderen passenden Lieferanten zu finden.
Ein Zusatzmodul standardisiert den Ausschreibungsprozess, der vollständig und automatisiert über das Lieferantenportal abgewickelt wird. Die Zeitersparnis ist beträchtlich, da User*innen deutlich weniger manuelle Eingaben durchführen müssen. Im Lieferantenportal führt Grohe rund 1.600 Lagerkombinationen sowie circa 15.000 Material-Werk-Kombinationen, die von über 600 Lieferanten bereitgestellt werden, und somit fast 17.000 Artikel insgesamt. Pro Jahr wickelt das Unternehmen über 160.000 Bestellungen über Jaggaer ab. Das Beispiel Grohe zeigt, was schon jetzt mit digitalen Einkaufssystemen möglich ist. Indem sie für mehr Transparenz und Effizienz sorgen, bieten sie entscheidende Wettbewerbsvorteile und machen die Supply Chain auf lange Sicht stabil und zukunftstauglich.
Stand: 16.12.2025
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