Humanitär wie wirtschaftlich ist die Ukraine-Krise eine schwere Belastung für alle. Warum Logistiker und KEP-Dienstleister düster in die nahe Zukunft blicken und der Online-Handel jetzt gut planen muss.
(Quelle: Ilan Amith - Adobe Stock)
Als die Deutsche Post DHL Group vor Kurzem die Unternehmenszahlen von 2021 vorstellte, hätte sie allen Grund zum Jubeln gehabt. Der KEP-Dienstleister schloss mit einem Rekordergebnis ab. Der Konzernumsatz stieg auf 81,8 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis ist um 65 Prozent auf 8,0 Milliarden Euro angewachsen. Und der Free Cashflow hat sich auf 4,1 Milliarden Euro fast verdoppelt. Wie CEO Frank Appel bestätigt, sei das das beste Ergebnis in der Unternehmensgeschichte. Die Corona-Pandemie beflügelte den Aufwärtstrend der Deutsche Post DHL Group. Denn zuverlässige Lieferketten waren gefragt – und die konnte der Konzern bieten. Dazu baute er spezielle E-Fulfillment-Standorte auf, in denen Mitarbeiter die Bestellungen aus dem Onlinehandel abgewickelten. Digitalisierungs- und Automationsprojekte sorgten zudem für eine höhere EBIT-Marge. Sie stieg auf 5,1 Prozent. 2020 lag sie noch bei 3,4 Prozent. Welche Auswirkungen wird nun die Ukraine-Krise haben?
Ukraine-Krise sorgt für düstere Stimmung
Nun haben sich die Aussichten für KEP-Dienstleister und Logistiker durch die Ukraine-Krise komplett gewandelt. Und von jetzt auf gleich verschlechtert. Durch den Kriegsbedingten Rückzug der Unternehmen aus Russland und Belarus sind in diesen Märkten die Umsätze auf Null gesunken. Die Kostenspirale dagegen dreht sich aber weiter nach oben.
Die Spritpreise bewegen sich auf einem nahezu historischen Hoch. Logistik und KEP-Unternehmen trifft es gleichermaßen. Deshalb sind die Verbände der Logistikwirtschaft sowie der Busbranche AMÖ, BDO, BGL und BWVL alarmiert. Denn die schwindelerregenden Kraftstoffkosten entwickeln sich mehr und mehr zur Belastung. Das bedroht laut Bundesverband Wirtschaft, Verkehr und Logistik e.V. die Unternehmensliquidität. Im schlimmsten Fall droht Insolvenz. Der Verband fordert deshalb die Politik auf, einzugreifen. Ansonsten könne die Logistikbranche die Versorgungssicherheit nicht aufrechterhalten. Hinzu kommen aber auch hohe Energiekosten, die Logistik- und Kep-Dienstleister zusätzlich belasten.
LKW-Fahrer fehlen - nicht nur wegen der Ukraine-Krise
Aber nicht nur das schreckt die Branche auf. Denn es ist schon lange ist es kein Geheimnis mehr, dass immer mehr Menschen dem Beruf des Lkw-Fahrers den Rücken kehren. Seit der Ukraine-Krise hat sich das weiter verschärft. Wie der MDR auf seiner Website schreibt, rechnet der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V. mit einem Mangel von mehr als 100.000 Fahrern – LKW-Lenker aus der Ukraine. Dies ließe sich kaum kompensieren, wie die ELVIS AG (Europäischer Ladungs-Verbund Internationaler Spediteure) gegenüber dem e-commerce magazin bereits erwähnt hat. Die Auswirkungen auf die Lieferketten sind gravierend. Wenn sich Waren nicht mehr liefern lassen, kann das, zu einem Rückstau, starken Lieferverzögerungen sowie steigenden Lieferkosten führen.
Ukraine-Krise – der E-Commerce muss jetzt handeln
Keiner weiß, wie lange die Ukraine-Krise noch anhalten wird, deswegen müssen sich Online-Händler jetzt auf die veränderte Situation einstellen. Die Einkauf- und Logistikberatung Kloepfel Consulting sieht vier Möglichkeiten, wie das geschehen kann:
1. Risikoanalyse
Für den E-Commerce ist es jetzt wichtig, die Risiken durch die Krise in der Ukraine schnell zu identifizieren. Dabei gilt, Warengruppen, Lieferanten sowie Herkunftsländer zu analysieren, um daraus entsprechende Maßnahmen abzuleiten.
2. Bestand optimieren
Lageraufstockung, um das Warenvolumen zu erhöhen, ist eine weitere Maßnahmen, wie der E-Commerce bevorstehende Lieferkettenprobleme umgehen kann. Dabei ist zu beachten, wie viel Geld für die Versorgungssicherheit gebunden werden soll.
3. Transparente Kostenstruktur
Jetzt heißt es, die Kosten genau im Blick zu haben. Laut Kloepfel Consulting kennen viele Unternehmen den Einfluss von Rohstoffkosten auf ihre Produktkosten nicht. Gerade jetzt sei es wichtig die Kostenstruktur in die wichtigsten Kostenblöcke aufzuteilen. Am besten dies auch von den Lieferanten einfordern. Transparenz in der Kostenstruktur sei dem Consultiung-Unternehmen zufolge die Grundlage für echte Partnerschaften.
4. Alternative Lieferanten
Um Lieferengpässe zu vermeiden, ist es wichtig, alternative Lieferanten zu finden. Eventuell gibt es auch versteckte Überkapazitäten am Markt, die Online-Händer jetzt ausfindig machen sollten. Es lohnt sich also, Waren weltweit anzufragen und zu netzwerken. So können Online-Händler bevorstehende Engpässe überbrücken.
Die Krise in der Ukraine stellt den Onlinehandel vor neue Herausforderungen, auf die er bereits in der Pandemie agil reagieren muss. Genau das ist jetzt wieder gefragt.
Stand: 16.12.2025
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